Hans Elfgen

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Hans Elfgen (geboren 12. Februar 1889 in Köln; gestorben 25. Oktober 1968 ebenda) war ein preußischer Verwaltungsbeamter und von 1927 bis 1933 Regierungspräsident des Regierungsbezirks Köln.[1] Mit Ausschluss des Revolutionsjahres 1848 stellte Hans Elfgen den einzigen aus Köln gebürtigen Regierungspräsidenten von Köln während der ersten 140 Jahre seines Bestehens.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Elfgen war der Sohn des Kaufmannes Heinrich Elfgen († 15. Januar 1919; Teilhaber der Kaffeegroßhandlung Carl Mertens Wittwe) und der Katharina, geb. Bechen. Nach dem Besuch des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums in seiner Heimatstadt, an dem er 1907 als Primaner den Kaiserpreis erhielt und wo er zu Ostern 1908 die Reifeprüfung ablegte, studierte er an den Universitäten in Lausanne, München und Bonn Rechtswissenschaften. Nach deren Abschluss trat er im Jahr 1911 als Gerichtsreferendar in den preußischen Justizdienst ein, wo er bis 1914 seine weitere Ausbildung bei den Amtsgerichten in Stolberg und Köln erhielt.[2] In Berlin legte er 1918 die zweite juristische Staatsprüfung ab. Mit seiner Ernennung zum Gerichtsassessor nach dem Ersten Weltkrieg, 1919, wurde er in der Folge zur weiteren Ausbildung nach Stettin und erneut nach Köln überwiesen. Bevor er schließlich als Justiziar für Besatzungsangelegenheiten bei der Regierung Köln in den Verwaltungsdienst übertrat.[1] Regierungspräsident war zu dieser Zeit Philipp Brugger. Zum 3. Mai 1921 wechselte dieser von Köln als Staatssekretär für die besetzten Rheinischen Gebiete in das Reichsinnenministerium nach Berlin.[1]:384

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brugger nahm 1921 den Justiziar Elfgen als Regierungsassessor mit nach Berlin, wo dieser als Hilfsarbeiter Beschäftigung fand. Dort übertrug Brugger ihm das Referat für Verordnungen der Rheinlandkommission und Übergriffe der Besatzung. Nach Versetzung als Regierungsrat ins preußische Innenministerium (1922) führte er dort seit Beginn des Ruhrkampfes (1923) das Referat Abwehr des Separatismus und von Besatzungsübergriffen, Hilfsmaßnahmen für die besetzten Gebiete, Besprechungen mit den politischen Führern im Rheinland. Noch im selben Jahr erhielt er die Beförderung zum Oberregierungsrat. 1925 wechselte Elfgen unter Ernennung zum Ministerialrat in das preußische Staatsministerium. Sein Zuständigkeitsbereich umfasste die Universitäten sowie die Angelegenheiten des Handels- und Landwirtschaftsministeriums.[2]

Regierungspräsident in Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod des erst 50-jährigen Kölner Regierungspräsidenten Sigmund Graf Adelmann von Adelmannsfelden († 18. Oktober 1926) war Elfgen am 21. Dezember 1926 zu dessen Nachfolger ernannt worden. Am darauffolgenden 11. Januar war seine formelle Amtseinführung.[1] Nachdem die Reichstagswahlen vom 5. März 1933, wenige Wochen nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, im Wahlkreis Köln-Aachen mit 30,1 % nicht das von diesen gewünschte Ergebnis erzielte, wurde nach dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer am 24. April 1933 (Karsamstag) auch Hans Elfgen abgesetzt.[2] Auf seine Versetzung in den einstweiligen folgte zum 1. Januar 1934 aufgrund § 6 BBG die definitive Versetzung in den Ruhestand.[1] Aus seiner siebenjähriger Amtszeit sind hervorzuheben: der Beginn der Rekultivierung des Braunkohlengebietes, die Gründung eines Bezirksplanungsverbandes zur Planung von Straßenneuanlagen oder deren Erweiterung. Ferner die Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen ab 1929. So bezogen alleine in Köln im Jahr 1932 160.000 Personen Arbeitslosenunterstützung. Und schließlich die kommunale Neuordnung zum 1. Oktober 1932, bei der insbesondere die Zahl der Kreise innerhalb Elfgens Amtsbezirk von zehn auf sieben reduziert wurde. Der Regierungsbezirk Köln verfügte zu diesem Zeitpunkt über 1,5 Millionen Einwohner und damit mehr als die damaligen deutschen Länder Hessen, Mecklenburg oder Oldenburg, aber auch als 28 weitere preußische Regierungsbezirke. Der „Radikalisierung und Verwilderung des politischen Lebens“ stand er jedoch machtlos gegenüber. Die stark steigende Zahl an politisch motivierten Demonstrationen, einschließlich der mit diesen einhergehenden Straßen- und Saalschlachten band die Polizei zunehmend.[2]

1933 bis 1968[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Entlassung in Köln hielt sich Elfgen zunächst bis 1934 in Rom, Oxford und London auf. 1935 zog er nach Berlin, wo er als juristischer Berater für eine Akkumulatorenfabrik tätig war, ehe er 1936 die Vermögensverwaltung der Erben Paul in Köln (bis 1956) und die Rechtsberatung der Kranken- und Pflegeanstalten G.m.b.H Arenberg (bis 1960) übernahm. Seitens der NSDAP wurde Elfgen nach seiner Entlassung weiter beobachtet. So schrieb Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des SD, am 23. Mai 1942 an den Chef der Militärverwaltung in Belgien und vormaligen Kölner Regierungspräsidenten Eggert Reeder:

„Auch der ... frühere Kölner Regierungspräsident und Westreferent im Preußischen Staatsministerium, Elfgen, ist ein Mann, der im Zuge der Bereinigung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt werden mußte. Auch er gehörte dem Zentrum an. Erst im Jahre 1941 hat Elfgen den Dominikanerorden beim Oberfinanzpräsidenten in Koblenz vertreten und ist bis zum heutigen Tage Mitglied des Kuratoriums des Ordens vom „Guten Hirten“ in Köln. Auch Elfgen muß in politischer und charakterlicher Hinsicht restlos abgelehnt werden...“

150 Jahre Regierungsbezirk Köln.[2]:110

1946 erhielt Elfgen die Zulassung als Rechtsanwalt beim Amts- und Landgericht Köln.[2]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Katholik Hans Elfgen heiratete am 2. Oktober 1922 in Berlin Elisabeth Schaller (geboren 26. Februar 1900 in München; gestorben 4. Oktober 1986 in Köln), Tochter des Fabrikdirektors in Berlin, Otto Schaller (1859–1945) und der Maria Schaller, geborne Pauli (1866–1951). Der langjährige Kölner Oberbürgermeister Max Wallraf war über seine zweite Frau, Anna Wallraf, geborene Pauli, ein Onkel,[1] der Kölner Architekt Fritz Schaller ein Schwager Elfgens.

Der Jüngste seiner drei Söhne war Anno Elfgen,[3] Kulturattaché an der Deutschen Botschaft in Stockholm, der am 24. April 1975 die Geiselnahme durch das „Kommando Holger Meins“ überlebte.[4][5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 150 Jahre Regierungsbezirk Köln. Länderdienst–Verlag, Berlin–West 1966, o. ISBN, S. 108–110 (mit Bild).
  • Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945 (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 69). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 432 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945 (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 69). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4.
  2. a b c d e f g 150 Jahre Regierungsbezirk Köln.
  3. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. April 1975, S. 1.
  4. Elke Lehmann-Brauns: Deutschlandspiegel – auf schwedisch, Die Zeit vom 30. Mai 1975, 23/1975, auf Zeit Online, abgerufen am 26. September 2017.
  5. Zwischen die Zähne, Der Spiegel vom 26. Juli 1976, 31/1976, abgerufen am 26. September 2017.