Kein Zurück

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Kein Zurück
Wolfsheim
Veröffentlichung 17. Februar 2003
Länge 3:52
Genre(s) Synthie Pop
Autor(en) Peter Heppner,
Markus Reinhardt
Album Casting Shadows

Kein Zurück ist ein Lied des deutschen Synthie-Pop-Duos Wolfsheim. Das Stück ist die erste Singleauskopplung aus ihrem fünften Studioalbum Casting Shadows.

Entstehung und Artwork[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschrieben wurde das Lied von Axel Ermes und den beiden Wolfsheim-Mitgliedern Peter Heppner und Markus Reinhardt.[1] Aufgenommen, gemischt und produziert wurde die Single von Andreas Herbig; als Koproduzent stand ihm Oliver Pinelli zur Seite. Das Mastering erfolgte in den Hamburger Master & Servant Studios, unter der Leitung von Tom Meyer. Die Single wurde unter dem Musiklabel Strange Ways Records veröffentlicht und durch Indigo vertrieben. Die Abmischungen und Aufnahmen zu Kein Zurück entstand im Tonofen Studio in Hamburg sowie in den Trixx Studios in Berlin.[2]

Auf dem blau-orange-schwarz gehaltenen Cover der Maxi-Single ist – neben Künstlernamen und Liedtitel – ein stark vergrößerter Teil einer Zellstruktur eine Blattes zu erkennen. Das Artwork erinnert an das dazugehörige Studioalbum Casting Shadows und stammt von den Graphischen Werken Ottensen.[2] Ein ähnliches Konzept findet sich später auf Heppners Solo-Single Was bleibt? wieder. Hier ist auch in abgewandelter Form die Zellstruktur eines Blattes zu finden.[3]

Veröffentlichung und Promotion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Kein Zurück erfolgte am 17. Februar 2003 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der Maxi-Single sind neben der Radioversion eine Remixversion zu Kein Zurück sowie die Lieder And I … und Iou als B-Seite beinhaltet. Die Remixversion entstammt der Zusammenarbeit von Klaus Knapp und Oliver Pinelli. Bei Iou handelt es sich um eine bis dato unveröffentlichte Aufnahme Wolfsheim, die bislang auf keinem Album des Duos veröffentlicht wurde. Neben der regulären Maxi-Single erfolgte zeitgleich die Veröffentlichung eines Promo-Tonträgers. Dieser besteht aus drei Titeln und beinhaltet neben der Radioversion und der besagten Remixversion einen weiteren Remix von Mario von Hacht zu Kein Zurück.

Hintergrundinformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 gab Heppner in einem Interview mit Radio Schwarze Welle an, dass Kein Zurück ein Lied gewesen sei, an dem er sehr lange geschrieben habe. Er sei eigenen Aussagen zufolge täglich über drei Monate lang mit dem Schreiben des Liedtextes beschäftigt gewesen. Das habe weniger damit zu tun gehabt, dass er nicht die richtigen Worte gefunden habe, um den Inhalt zu transportieren. Sein Anliegen lag darin, dass am Ende ein Text steht, über den man nicht nachdenken müsse, wenn man ihn hört. Der Text solle einen sofort einnehmen. Kein Zurück solle einen nicht über das „Hirn“, sondern „vom Bauch übers Herz“ einnehmen. Das Stück soll einen selbst an Erlebnisse aus dem eigenen Leben erinnern. Das war Heppner sehr wichtig gewesen, aber zugleich war es auch sehr schwer das mit den richtigen und verständlichen Worten zum Ausdruck zu bringen. Deswegen zogen sich die Textarbeiten über mehrere Monate. Es sei schon ein anderes Niveau, als einfach nur mit einem Text einen Inhalt zu transportieren. Nach dem aufwendigen Schreibprozess sei es für ihn aber umso schöner, dass viele Menschen entsprechend darauf reagieren und Leute ihm oft mitteilen, dass sie was ganz Persönliches damit verbinden. Viele Fans würden Heppner auch berichten, dass sie Kein Zurück gerne auf ihrer Beerdigung gespielt haben wollten. Er freue sich in so Fällen sehr, wenn er merke das alles so funktioniert habe, wie er sich das als Künstler ursprünglich mal vorgestellt habe.[4]

In einem Interview mit mucke und mehr gab Heppner an, dass Kein Zurück als Maxi-Single veröffentlicht wurde, weil es für die beiden zum wichtigsten Stück des Albums Casting Shadows geworden sei.[5] In einem weiteren Interview mit earshot gaben beide Wolfsheim-Mitglieder an, dass Kein Zurück neben The Sparrows and the Nightingales, Once in a Lifetime und Künstliche Welten zu ihren eigenen Lieblingsliedern gehöre.[6]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Liedtext zu Kein Zurück ist in deutscher Sprache verfasst. Die Musik wurde von Axel Ermes, Peter Heppner und Markus Reinhardt, der Text gemeinsam von beiden Wolfsheim-Mitgliedern geschrieben. Musikalisch bewegt sich das Lied im Bereich des Synthie Pop. Aufgebaut ist das Lied auf drei Strophen und jeweils einem Refrain dazwischen sowie am Ende des Liedes. Aufgebaut ist das Lied auf zwei Strophen und einem Refrain dazwischen sowie ein sich wiederholender Refrain am Ende des Liedes. Der Refrain selbst fiel Heppner spontan ein, es dauerte zwei Tage, bis er ihn in seiner fertigen Version niedergeschrieben hatte.[7] Als zusätzlicher Instrumentalist ist Klaus Knapp an der Gitarre zu hören.[8]

Das Stück basiert auf dem Jingle des Hörverlages. Heppner selbst beschrieb die Verbindung zwischen dem Lied und dem Jingle wie folgt: „Es ist ja sehr positiv, was dieser Verlag macht – Literatur für Leute anzubieten, die wenig Zeit haben. Der Jingle gibt dem Lied einen Buchcharakter. Er ist die richtige Einleitung und die passende Einstimmung auf literarische Werke aller Couleur. Diese Wirkung haben wir für unseren sehr lyrischen Song genutzt.“[9] Im Lied werden die Themen von unerfüllten und bereits erfüllten Träumen behandelt. Das Lied endet mit den Zeilen „Verwirkliche deine Träume jetzt und warte nicht, bis du zu alt dafür bist“, laut Heppner ist dies eine beabsichtigte letzte Motivationszeile, für alle Menschen, die in keiner glücklichen Lebenssituation sind.[10]

„Immer vorwärts, Schritt um Schritt… Es geht kein Weg zurück!
Und was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon, was getan ist, ist getan.
Und was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.“

Refrain, Originalauszug

Musikvideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlicher Eingang der Klinik

Das Musikvideo zu Kein Zurück wurde in Hamburg-Langenhorn gedreht. Um eine möglichst alltägliche Arbeitssituation bzw. Arbeitsplatzatmosphäre zu zeigen, spielt das Video in der Wäscherei der Asklepios Klinik Nord am Standort Ochsenzoll. Auch einzelne Außenaufnahmen wurden dort gedreht. Zu sehen ist eine junge Frau (gespielt von Esther Zimmering), die zunächst an einem Tisch sitzt und ins Leere starrt. In der nächsten Szene sieht man, wie sie zügig durch das Gebäude marschiert und dabei wenig Rücksicht auf ihre Umgebung nimmt. Als sie auf einmal auf ihren Vorgesetzten trifft, verfällt sie in eine Flucht, stürmt zu einer Apparatur und geht fast schon panisch übertrieben ihrer Arbeit nach. Der Vorgesetzte kommt mit zwei Sicherheitsmännern zu ihr, welche sie abführen wollen. Zimmering schlägt und tritt um sich, kann sich losreißen und versucht zu flüchten. Auf der Flucht gerät sie jedoch in eine Sackgasse, woraufhin sie von den beiden Sicherheitsmännern gefasst wird. Die beiden führen sie zu ihrem Spind, wo sie ihre Kleidung wechselt und nach draußen begleitet wird. Gegen Ende des Videos stürmt sie durch das Treppenhaus nach draußen, reißt einen Radfahrer von seinem Rad herunter und geht diesen an. Das Video endet mit einer Nahaufnahme von Zimmering. Während des Videos fungieren die beiden Wolfsheim-Mitglieder als Mitarbeiter in der Wäscherei und sind immer wieder im Hintergrund an den verschiedenen Schauplätzen zu sehen. Die Gesamtlänge des Videos beträgt 3:50 Minuten. Wie schon bei It’s Hurting for the First Time führte erneut Detlev Buck Regie. Produziert wurde das Musikvideo von Silbersee Film Productions. Bis heute zählt das Video über acht Millionen Aufrufe bei YouTube (Stand: September 2018).

Mitwirkende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liedproduktion

Musikvideo[11]

Unternehmen

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charts und Chartplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kein Zurück erreichte in Deutschland Position vier der Singlecharts und konnte sich insgesamt zehn Wochen in den Top 10 und 23 Wochen in den Charts halten. In Österreich und der Schweiz blieb ein Charteinstieg bis heute verwehrt. Obwohl es das Lied nicht auf Platz eins schaffte, war es trotzdem für einen Zeitraum von elf Wochen das erfolgreichste deutschsprachige Lied in den deutschen Singlecharts. Kein Lied konnte sich länger an der Spitze der deutschsprachigen Lieder im Kalenderjahr 2003 halten. 2003 platzierte sich Kein Zurück auf Position 18 in den deutschen Single-Jahrescharts.

Für Wolfsheim ist dies der vierte Charterfolg sowie ihr erster Top-10-Erfolg in Deutschland. Bis heute konnte sich keine Single des Duos höher und länger in den deutschen Singlecharts platzieren. Auch ein erneutes aufkommen in den Single-Jahrescharts gelang dem Duo nicht mehr.

Als Komponist ist dies bereits der sechste Charterfolg Heppners, sowie der fünfte für Reinhardt. Als Liedtexter ist dies bereits der achte Charterfolg Heppners, sowie der fünfte für Reinhardt. Für Heppner ist es nach Die Flut der zweite Top-10-Erfolg als Komponist und Liedtexter, für Reinhardt ist es der erste und bislang einzige.

Chartplatzierungen
Charts Höchstplatzierung Wochen
DeutschlandDeutschland Deutschland (GfK)[13] 4 23
Jahrescharts
Charts (2003) Platzierung
DeutschlandDeutschland Deutschland (GfK)[14] 18

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 wurde Kein Zurück in Deutschland von der BVMI (Bundesverband Musikindustrie) mit einer Goldenen Schallplatte für über 150.000 verkaufter Einheiten ausgezeichnet. Es ist bis heute weltweit die einzige zertifizierte Single Wolfsheims und damit auch die meistverkaufte Single des Duos.

Land/Region Auszeichnung Verkäufe
DeutschlandDeutschland Deutschland (BVMI)[15] Gold record icon.svg Gold 150.000
Insgesamt Gold record icon.svg 1× Gold
150.000

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Henk Westbroek (Geen weg terug), 2004 veröffentlichte der niederländische Sänger eine Maxi-Single von Kein Zurück in seiner Heimatsprache.
  • 2005: Scala & Kolacny Brothers, der belgische Mädchenchor veröffentlichte eine Liveversion des Liedes als B-Seite ihrer Single Hungriges Herz.
  • 2010: Seelennacht, der deutsche Elektro-Goth-Musiker veröffentlichte ein Cover zu Kein Zurück auf seinem Debütalbum In der Ferne.[16]
  • 2017: Peter Heppner & Marcus Meyn/Kim Sanders, während seiner dreißigjährigen Jubiläumstour 30 Years of Heppner sang Heppner an jeweils drei Abenden das Lied im Duett mit Meyn oder Sanders.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfsheim – Kein Zurück. online.gema.de, abgerufen am 22. Juli 2015.
  2. a b Wolfsheim – Kein Zurück. discogs.com, abgerufen am 22. Juli 2015.
  3. Peter Heppner – Beiträge. facebook.com, 6. September 2018, abgerufen am 14. September 2018.
  4. Dori, Peter Heppner: Nachtfalke – zu Gast: Peter Heppner. Radio Schwarze Welle, 20. August 2013, abgerufen am 16. September 2018.
  5. Wolfsheim. mucke-und-mehr.de, abgerufen am 22. Juli 2015.
  6. Interview mit Wolfsheim – Tatsachen zum neuen Album und Erkenntnisse zu 12 Jahren Wolfsheim. earshot.at, abgerufen am 22. Juli 2015.
  7. Wolfsheim – Schattenwerfer im Rampenlicht. kleinertod.de, abgerufen am 27. April 2017.
  8. Wolfsheim – Casting Shadows. discogs.com, abgerufen am 22. Juli 2015.
  9. Der Hörverlag stürmt die Pop-Charts. buchmarkt.de, abgerufen am 22. Juli 2015.
  10. Wolfsheim. ragazzi-music.de, abgerufen am 22. Juli 2015.
  11. Wolfheim – Kein Zurück (2002). crew-united.com, abgerufen am 22. Juli 2015.
  12. Neues 2002. wolfsheim.de, archiviert vom Original am 18. Juni 2012; abgerufen am 22. Juli 2015.
  13. Wolfsheim – Kein Zurück. offiziellecharts.de, abgerufen am 22. Juli 2015.
  14. Single-Jahrescharts 2003. offiziellecharts.de, abgerufen am 22. Juli 2015.
  15. Gold-/Platin-Datenbank. musikindustrie.de, abgerufen am 22. Juli 2015.
  16. Seelennacht – In der Ferne. discogs.com, abgerufen am 23. April 2017.