Kesswil

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Kesswil
Wappen von Kesswil
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Arbon
BFS-Nr.: 4426i1f3f4
Postleitzahl: 8593
Koordinaten: 741249 / 272910Koordinaten: 47° 35′ 30″ N, 9° 19′ 0″ O; CH1903: 741249 / 272910
Höhe: 412 m ü. M.
Höhenbereich: 395–476 m ü. M.
Fläche: 4,46 km²
Einwohner: 992 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 222 Einw. pro km²
Website: www.kesswil.ch
Gemeindehaus und zentraler Kreisel

Gemeindehaus und zentraler Kreisel

Lage der Gemeinde
Emerzer WeierBiesshofer WeierSchlossweier SGBodenseeKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk KreuzlingenBezirk WeinfeldenAmriswilArbonDozwilEgnachHefenhofenHorn TGKesswilRoggwil TGRomanshornSalmsachSommeriUttwilKarte von Kesswil
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Kesswil ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft[3] im Bezirk Arbon des Schweizer Kantons Thurgau. Sie liegt zwischen Romanshorn und Kreuzlingen am Bodensee.

Bis 2002 war Kesswil eine Einheitsgemeinde.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kesswil im Jahr 1957

Kesswil wurde 817 erstmals erwähnt als Chezzinwillare erwähnt. Im 9. Jahrhundert verfügte das Kloster St. Gallen in Kesswil über Grundbesitz. Im 13. Jahrhundert erlangte auch das Kloster Münsterlingen Grund- und Herrschaftsrechte im Ort. Vom Spätmittelalter bis 1798 war Kesswil ein äbtisch-sankt-gallisches Malefizgericht, das vom Romanshorneramt aus verwaltet wurde.[5]

1429 erlaubte das Kloster Münsterlingen den Bau einer Kapelle. 1451 ist eine Messpfründe bezeugt. 1529 trat die Pfarrei, die auch Dozwil umfasste, zur Reformation über. Der Pfarrer betreute ab 1588 auch Uttwil, dass ab 1618 den Status einer Filialkirche innehatte. Von 1816 an bildete Kesswil eine sich territorial mit der Ortsgemeinde deckende Munizipalgemeinde, weshalb die beiden Gemeinden 1870 zur sogenannten Einheitsgemeinde vereinigt wurden.[5]

Im 19. Jahrhundert wurde in Kesswil Ackerbau, Rebbau und Fischerei betrieben, daneben hatten sich eine Weberei, Handel und Kleingewerbe angesiedelt. Mit dem Übergang zur Vieh- und Milchwirtschaft – 1859 wurde eine Käsereingesellschaft gegründet – wurde der Feldobstbau intensiviert. Die 1871 eröffnete Seelinie brachte dem Dorf zunächst keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Um 1900 gab es in Kesswil einige Stickereilokale. Anfang des 21. Jahrhunderts boten die Nussbaum Matzingen (vor 2003 Tubenfabrik Pressta) im Jahr 2005 85 Arbeitsplätze an. Weitere Arbeitsmöglichkeiten sind in der Landwirtschaft mit Obst- und Beerenbau und in der Baumschule Roth Pflanzen zu finden. Mit den nach 1980 entstandenen Einfamilienhäusern und Wohnbauten entwickelte sich Kesswil zur ländlichen Wohngemeinde.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kesswil-blazon.svg

Blasonierung: Geteilt von Weiss mit schreitendem roten Löwen und Grün.[4]

Das Wappen der Gemeinde Kesswil geht auf die Herren von Kesswil zurück.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Kesswil[6]
Bevölkerungsentwicklung der Orts- und Einheitsgemeinde[6]
Jahr 1850 1888 1900 1910 1941 1950 1980 2000 2010 2018
Einwohner 522 572 529 576 454 494 596 850 985 989

Von den insgesamt 989 Einwohnern der Gemeinde Kesswil im Jahr 2018 waren 184 bzw. 18,6 % ausländische Staatsbürger.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Kesswil 372 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 29,7 % in der Land- und Forstwirtschaft, 41,5 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 28,8 % im Dienstleistungssektor tätig.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorfkern sind Fachwerkhäuser (Riegelhäuser) aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Häberlin (1878–1960), Philosoph, Psychologe und Pädagoge, wurde am 17. Februar 1878 in Kesswil geboren.
  • Carl Gustav Jung (1875–1961), Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie, wurde am 26. Juli 1875 in Kesswil als Sohn des Pfarrers geboren.
  • August Künzler (1901–1983), Farmer in Afrika, wurde am 20. November 1901 in Kesswil geboren.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kesswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  4. a b c Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  5. a b c Verena Rothenbühler: Kesswil. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  6. a b Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  7. Verena Rothenbühler: Künzler, August. In: Historisches Lexikon der Schweiz.