Egnach

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Egnach
Wappen von Egnach
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Arbonw
BFS-Nr.: 4411i1f3f4
Postleitzahl: 9314 (Steinebrunn)
9315 (Neukirch)
9322 (Egnach)
UN/LOCODE: CH STB (Steinebrunn)
Koordinaten: 746035 / 267908Koordinaten: 47° 32′ 44″ N, 9° 22′ 43″ O; CH1903: 746035 / 267908
Höhe: 400 m ü. M.
Fläche: 18,5 km²
Einwohner: 4681 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 253 Einw. pro km²
Website: www.egnach.ch
Karte
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Egnach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arbon des Kantons Thurgau in der Schweiz. Sie liegt im Oberthurgau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Egnach liegt am Ufer des Bodensees, zwischen Arbon und Romanshorn. Sie umfasst 18,50 km², wovon 16,4 km² Kulturland, 0,75 km² Wald und 2,8 km Seeanstoss sind.

Egnach gliedert sich in mehrere Dörfer, Weiler und Gehöfte. Die grössten sind Neukirch (Sitz der Gemeindeverwaltung), Egnach, Steinebrunn, Buch, Hegi und Winden (früher Kügeliswinden).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindezentrum in Neukirch-Egnach

Im 8./9. Jahrhundert rodeten die Alemannen den Egnacher Teil des Arboner Forstes. Einige Ortsnamen lassen vermuten, dass das Gebiet bereits zuvor durch die Kelten und Römer bewohnt war. Der Egnacher Urwald wurde von der römischen Heerstrasse durchzogen, die von Arbor felix (Arbon) nach Ad fines (Pfyn) führte. Bis 1798 gehörte das Gemeindegebiet dem Bistum Konstanz. Die Egnacher waren Leibeigene und mussten dem Obervogt Grundzins auf den Boden sowie den Zehnten abgeben. Zur Ausübung seiner Geschäfte wohnte der Obervogt zeitweise im Schlösschen Luxburg.

1460 eroberte die Alte Eidgenossenschaft den Thurgau. Fortan waren die Egnacher nicht nur dem Bistum Konstanz Gehorsam schuldig, sondern auch dem Landvogt in Frauenfeld. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts liessen sich die Egnacher reformieren. 1727 erhielt Egnach eine eigene Kirche und konnte sich so von Arbon lösen. 1798 wurde der Thurgau ein gleichberechtigter Kanton der Eidgenossenschaft. Damit wurden die Egnacher selbständiger. 1803 formte das kantonale Gemeindeorganisationsgesetz die neue Gemeindestruktur. Die heutigen Grenzen gehen auf 1857 zurück. 1869 wurde die Eisenbahnstrecke Romanshorn–Rorschach gebaut; Egnach erhielt einen Bahnhof. 1910 folgte der Bau der Strecke der Bodensee-Toggenburg-Bahn, heute SOB (Südostbahn) mit weiteren Bahnhöfen in Neukirch, Steinebrunn und Winden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • evangelische Kirche
  • Schloss Luxburg

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar am Ufer des Bodensees befindet sich ein Campingplatz. Weiter besteht die Möglichkeit für Ferien auf dem Bauernhof. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Egnach (VVE) hat es sich zum Ziel gesetzt, Verkehr, Landschaft und Kultur in Egnach zu wahren und fördern.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sekundarschulhaus in Neukirch

Fünf Primarschulen in Egnach, Neukirch, Ringenzeichen, Hegi und Steinebrunn erlauben den Schülern einen dezentralen Unterricht. Die Oberstufe mit Primar- und Sekundarschule befindet sich in Neukirch. Im 18. Jahrhundert wurden erste Schulen eingerichtet. Ausgebildete Lehrer gab es keine, und wer sich berufen fühlte, stellte seine Stube zu Verfügung und nannte sich Schulmeister. Die Schüler zahlten jede Woche das Schulgeld auf die Hand und brachten im Winter ein Scheit Holz für den Ofen mit. In breiten Bänken pferchten sich nun Dutzende Kinder jeden Alters und lernten das Buchstabieren. Übers das weitläufige Gemeindegebiet entstanden so Schulen in Olmishausen, Ringenzeichen, Wilen, Hegi und Mosershaus nahe der neuen Kirche. Jeder besuchte die Schule, die ihm gefiel, und so wanderten die Schüler kreuz und quer durch die Gemeinde. In Steinebrunn unterrichtete der Benefiziat die katholischen Schüler. Nach der Gründung des Kantons Thurgau wurde 1833 erstmals ein Schulgesetz erlassen. Im Egnach wurden 5 Primarschulgemeinden definiert: Wilen, Olmishausen, Hegi, Ringenzeichen und Neukirch. Mit dem Dorf Egnach im Jahre 1880 wurden es sechs. Erste Ideen für eine weiterführende Schule führten zur Gründung der Sekundarschule 1854. Weiters entstand im 19. Jahrhundert eine Fortbildungsschule. Ein wichtiger Markstein war die Gründung der Abschlussklassenschule 1955, die dann in die Realschule überging. Im Jahre 2'000 wurden alle Schulen im Egnach zur Volksschulgemeinde mit einer Verwaltung verbunden.

2016 erfolgte die Einweihung zur neuen Sekundarschule Neukirch.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Egnach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wohnbevölkerung der Gemeinden (ausgewählte Jahre) und Vorjahresveränderung 2015-2016, Kantonale Bevölkerungserhebung und Bundesamt für Statistik, Eidg. Volkszählung