Uttwil

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Uttwil
Wappen von Uttwil
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Arbonw
BFS-Nr.: 4451i1f3f4
Postleitzahl: 8592
Koordinaten: 743778 / 27204447.5833359.349998419Koordinaten: 47° 35′ 0″ N, 9° 21′ 0″ O; CH1903: 743778 / 272044
Höhe: 419 m ü. M.
Fläche: 4.3 km²
Einwohner: 1815 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 422 Einw. pro km²
Website: www.uttwil.ch
Karte
Emerzer Weier Biesshofer Weier Schlossweier SG Bodensee Kanton St. Gallen Kanton St. Gallen Bezirk Kreuzlingen Bezirk Weinfelden Amriswil Arbon Dozwil Egnach Hefenhofen Horn TG Kesswil Roggwil TG Romanshorn Salmsach Sommeri UttwilKarte von Uttwil
Über dieses Bild
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Blick auf den Damm von Uttwil

Uttwil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arbon des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Uttwil liegt am Bodensee, zwischen Romanshorn und Konstanz. Die Nachbargemeinden sind Romanshorn, Hefenhofen, Kesswil und Dozwil, wobei Uttwil mit den letzten beiden eine gemeinsame Oberstufe unterhält.

Uttwil hat gut 1'500 Einwohner und 700 Haushaltungen und liegt auf einer Fläche von 437 ha (wovon 48 ha Baugebiet, 236 ha Wiese und Acker, 120 ha Wald, 8.5 ha Gewässer und 24.5 ha Bahn, Strassen und Wege sind).

Geschichte[Bearbeiten]

Am 4. Juni 817 wurde Uttwil das erste Mal erwähnt, in der Kaiserurkunde, zusammen mit Kesswil, Landschlacht, Zihlschlacht und Hefenhofen. Im Dorfe liess sich ein Adelsgeschlecht nieder, das sich "von Uttwil" nannte, doch schon im 13. Jahrhundert hatte das Stift Münsterlingen neben Höfen und Zehnten gewisse Vogteirechte in Uttwil an sich gebracht, und 1413 gelang dem Stifte gar der Erwerb der beiden Vogteien mit der niederen Gerichtsbarkeit über Uttwil und das Adelsgeschlecht war verschwunden.

Im Jahre 1644 ereignete sich hier der spektakuläre "Uttwiler Handel", bei welchem die Uttwiler mit Einwilligung von Zürich und dem eidgenössischen Landvogt Füssli, aber gegen die Einwände von Ammann und Äbtissin des Klosters Münsterlingen, die alte St. Adelheidskapelle niederrissen, um ihre Kirche zu erweitern. Danach von den fünf katholischen Orten zu einer Geldstrafe verurteilt, welche sie nicht bezahlen wollten, sprang ihnen Zürich bei und schenkte den Uttwilern zwölfhundert Gulden. Nur in letzter Stunde konnte im Jahre 1651 ein Bürgerkrieg vermieden werden, in dem sich Zürich anschickte, für das unschuldige Dorf das Schwert zu ziehen.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Uttwil durch den Unternehmungsgeist der Dölli auf Kosten von Konstanz und Rorschach zum Hauptumschlagsplatz für Korn und Salz aus Deutschland. Ihre Schiffe brachten die Waren über den See und wurden weiter nach Zürich, Bern und Genf befördert. Zu Reichtum gelangt, erbauten sie an der Ausmündung des Dorfbaches stattliche Häuser; das Haus "Margrit", das nun zu einem Restaurant umfunktionierte Haus "Frohsinn" an der Romanshornerstrasse sowie das heutige "Bad Uttwil" als auch das "Schloss Uttwil".

Nicht nur die Dölli mit ihrem Monopol auf Salz und Korn brachten Wohlstand nach Uttwil, auch Eisen- und Kupferschmiede, Weber und Gerber, sogar ein Goldschmied tat hier sein Werk und ein Buchladen war eröffnet worden. Viele Schiffe liefen täglich in den Hafen von Uttwil ein und aus und später liefen hier auch Dampfboote vom Stapel und bis 1855 nahmen sie eine wichtige Stellung ein. Doch als die Eisenbahnen ihren Siegeszug vollführten und Romanshorn als Endpunkt der Strecke von Zürich aus gewählt wurde, schwand die Bedeutung des Ortes und es sank wieder in das beschauliche Dasein eines stillen Fischer- und Bauerndorfes zurück.

Jedoch hat genau diese Beschaulichkeit auch immer wieder Künstler aus ganz Europa angezogen, die sich von seiner Ausstrahlung, seiner Lage und den grossen Häusern am See mit den schönen Gärten bezaubern liessen. Es haben sich in Uttwil verschiedene kulturelle Zentren gebildet: Im Ersten Weltkrieg und den Jahren danach mit Carl Sternheim, Henry van de Velde ("Das ganze war ein Traum, wie geschaffen für einen poetisch empfindenden Künstler, der für seine Familie mit fünf Kindern ein Obdach sucht!"), René Schickele (Projekt eines französisch-deutschen Verlags zur Völkerverständigung von neutralem Boden aus) ("Ich liebe die Schweiz. Sie ist das Paradies." (1919)) und Annette Kolb. In den 1940er Jahren war die "Villa Haab" Zentrum für berühmte, emigrierte Musiker wie z.B. Pablo Casals, Clara Haskil und Rudolf Serkin. Zu jener Zeit lebten in Uttwil auch Schweizer Maler und Schriftsteller wie Ernst Schlatter, Paul Ilg und Emanuel Stickelberger. Diese kulturelle Vergangenheit Uttwils ist seit 2008 für engagierte Uttwiler Bürger Anlass, mit den jährlichen "Uttwiler Meisterkursen" die kulturelle Tradition des Dorfes wiederzubeleben und fortzusetzen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uttwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)