Roggwil TG

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TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Roggwilf zu vermeiden.
Roggwil
Wappen von Roggwil
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Arbon
BFS-Nr.: 4431i1f3f4
Postleitzahl: 9325 (Roggwil TG)
9306 (Freidorf TG)
UN/LOCODE: CH FRE (Freidorf TG)
Koordinaten: 747415 / 262834Koordinaten: 47° 29′ 59″ N, 9° 23′ 43″ O; CH1903: 747415 / 262834
Höhe: 440 m ü. M.
Fläche: 11,9 km²
Einwohner: 3050 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 256 Einw. pro km²
Website: www.roggwil-tg.ch
Karte
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Roggwil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arbon des Schweizer Kantons Thurgau. Roggwil liegt an der Strasse ArbonSt. Gallen und besteht aus den im 20. Jahrhundert zusammengewachsenen Haufendörfern Ober- und Unter-Roggwil sowie zahlreichen Weilern, darunter Freidorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Roggwil

Gemäss einem bischöflich-fürstäbtischen Grenzvertrag aus dem Jahre 854, in welcher Rocconwilare erstmals urkundlich erwähnt wird, gelangte Roggwil 854 an den Bischof von Konstanz, der die Gerichtsbarkeit Mitte des 13. Jahrhunderts als Erblehen an die von Hagenwil abtrat. 1264 kamen die Gerichte Hagenwil und Roggwil zur Fürstabtei St. Gallen, die 1364 die von Breitenlandenberg (1432 Offnung) und 1513 bis 1684 die von Bernhausen damit belehnte und die Gerichtshoheit 1685 bis 1798 selbst übernahm. Um 1420 erwarben die Mötteli von Rappenstein den Turm, den sie zum Schloss ausbauten, das von 1517 bis 1798 als Freisitz diente. 1578 wurde das Schloss an die Studer von Winkelbach, 1650 an die von Bernhausen vererbt, 1740 bis 1805 war es in Klosterbesitz.[2]

Im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden die beiden Primarschulgemeinden Roggwil und Freidorf-Watt. Im Jahre 1860 wurden die Weiler Ballen und Lengwil von der Orts- und der Munizipalgemeinde Roggwil abgetrennt und der Gemeinde Egnach zugeteilt.[3] 1870 entstand aus den 1803 gebildeten, territorial deckungsgleichen Orts- und Munizipalgemeinde die Einheitsgemeinde Roggwil.[2]

Um 900 war Roggwil Teil des Kirchspiels bzw. der Pfarrei Arbon, der die Roggwiler Katholiken Anfang des 21. Jahrhunderts noch immer angehörten. 1746 erfolgte die Loslösung der reformierten Kirchgemeinde samt einem Kirchenbau. 1870 waren 78 %, 1910 71 % und 2000 noch 51 % der Gemeindebevölkerung reformiert. Bis zur Errichtung der Kirche St. Otmar in Roggwil 1963 besuchten die Katholiken die Gottesdienste in Arbon und Berg.[2]

Neben der Dreizelgenwirtschaft wurde Gemüse-, Flachs- und Obstbau, ab dem 19. Jahrhundert vermehrt Vieh- und Milchwirtschaft betrieben. 1900 sind sieben Käsereien nachgewiesen. Auf Gemeindegebiet standen fünf Mühlen und zwei Sägereien, um 1900 auch Stickereien, unter denen die meisten 1923 ihren Betrieb wieder eingestellt hatten. 1963 gründete Alfred Vogel die Bioforce AG, eine Produzentin von Phytotherapeutika. Dank der verkehrsgünstigen Lage setzte 1980 eine rege Wohnbautätigkeit ein. 2005 stellte die Landwirtschaft 18 % und der zweite Wirtschaftsfaktor 46 % der Arbeitsplätze in der Gemeinde.[2]

Historisches Luftbild aus 600 m von Walter Mittelholzer von 1923

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Roggwil[4]
Bevölkerungsentwicklung der Orts- und Einheitsgemeinde[4]
Jahr 1850 1880 1900 1950 1980 1990 2000 2010 2018
Einwohner 1284 1182 1289 1542 1538 1762 2462 2884 3059
Überreste eines Kolonialwarengeschäftes

Von den insgesamt 3059 Einwohnern im Jahr 2018 waren 331 bzw. 10,8 % ausländische Staatsbürger.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Mammertshofen

Das Schloss Roggwil, eine dreigliedrige Anlage mit hohem Wehrturm, wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Roggwil errichtet und befindet sich heute in Privatbesitz.

Das Schloss Mammertshofen wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Mammertshofen, Marschalken des Klosters St. Gallen gebaut. Von 1360 bis 1645 war es im Besitz der Schenken von Castel. Charakteristisch für das Schloss ist sein mächtiger Bergfried. Heute ist es in Privatbesitz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roggwil liegt unweit des Autobahnanschlusses Arbon-Süd des Autobahnzweigs A1.1. Dem öffentlichen Verkehr dient die Postauto­linie 200 St. Gallen – Wittenbach – Arbon. In Freidorf befindet sich zudem der Bahnhof Roggwil-Berg der Bahnstrecke Romanshorn – St. Gallen der Südostbahn.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

kybun Tower

In Roggwil nebst der Bioforce die Firma kybun AG von MBT-Erfinder Karl Müller ansässig. Die Firma ist Herstellerin der kyBoot Schuhe und kyBounder Matten und hat im Dorfzentrum den 30 Meter hohen kybun Tower errichtet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Roggwil TG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b c d Erich Trösch: Roggwil (TG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  3. Verena Rothenbühler: Egnach. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  4. a b 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  5. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.