Klaus von Trotha

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Foto Klaus von Trotha.jpg

Klaus von Trotha (* 7. Oktober 1938 in Berlin) ist ein baden-württembergischer Politiker der CDU, der von 1976 bis 2001 dem Landtag von Baden-Württemberg angehörte und von 1991 bis 2001 Mitglied der Landesregierung von Baden-Württemberg war.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur im Jahr 1957 am Humanistischen Gymnasium Berlin-Steglitz studierte Klaus von Trotha Rechtswissenschaft und Politische Wissenschaft in Berlin, Bonn und München und war Referendar in München, Bonn und Straßburg.

Nach der Zweiten juristischen Staatsprüfung wurde er 1967 Mitglied des Lehrkörpers der Universität Konstanz, anfangs als Verwaltungsleiter des Zentrums für Bildungsforschung. Danach lehrte er bis 1990 als Akademischer Oberrat Öffentliches Recht im Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft. Zudem hatte er von 1970 bis 1980 einen Lehrauftrag für Schul- und Beamtenrecht an der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

Politische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1976 bis 2001 vertrat Klaus von Trotha den Wahlkreis Konstanz im Landtag von Baden-Württemberg. Von 1991 bis 1992 war er Minister für Wissenschaft und Kunst, von 1992 bis 1996 Minister für Wissenschaft und Forschung und von 1996 bis 2001 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst (Kabinette des Ministerpräsidenten Erwin Teufel).

Von 1980 bis 1991 war er für den Landtag Mitglied des Rundfunkrates des Südwestfunks, zuletzt als Vorsitzender des Rechtsausschusses. Von 1991 bis 1997 vertrat er die Landesregierung im Fernsehrat des Zweiten Deutschen Fernsehens. Von 1996 bis 2001 war er der vom Bundesrat benannte Vertreter der Deutschen Bundesländer im Forschungsministerrat der Europäischen Union.

Gesellschaftspolitische Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1968 ist Klaus von Trotha Mitglied der CDU. Von 1970 bis 1989 war er Kreisvorsitzender der CDU in Konstanz und u. a. stellv. Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises Baden sowie stellv. Vorsitzender des Bundesfachausschusses Medienpolitik.

Des Weiteren war er von 1992 bis 2001 Vorsitzender der Stiftungsverwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung. Von 2001 bis 2011 gehörte er dem Präsidium des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart an, und von 2007 bis 2012 war er Vorstandsvorsitzender des IZ Klima – Informationszentrum für CO2-Technologien e.V. in Berlin.

Klaus von Trotha blieb dem Hochschulbereich während seiner gesamten politischen Laufbahn aktiv verbunden: Er war Kuratoriums-, später Universitätsratsmitglied der Andrássy Universität Budapest von 2001 bis 2011. Von 2002 bis 2016 war er Vorsitzender des Kuratoriums, später des Hochschulrats der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien Calw, von 2004 bis 2008 Mitglied des Verwaltungsrates der Heilbronn Business School sowie Mitglied des Beirats zur Förderung des Hochschulrektorenkonferenz in Berlin von 2006 bis 2015. Seit 2009 ist er stellv. Vorsitzender des Kuratoriums der IB-Hochschule Berlin.

Auch für den Akademischen Austauschdienst e. V. (DAAD) in Berlin hat er in den Jahren von 2002 bis 2010 vielfältige Aufgaben wahrgenommen, u. a. in Shanghai, Peking, Tokio, Kiew, Kairo und Rom. In Deutschland war er außerdem für die Dieter-Schwarz-Stiftung in Heilbronn tätig, und von 2005 bis 2012 beteiligte er sich an der Winter School des ESMU (European Centre for Strategic Management of Universities) in Barcelona, später in Valencia.

Kulturpolitisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus von Trotha hat sich darüber hinaus auch im kulturellen Bereich vielfältig engagiert: Von 2002 bis 2016 fungierte er als Präsident der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft e. V. in Calw, er war von 2002 bis 2011 Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schiller Stiftung von 1859 in Weimar, von 2003 bis 2007 Kuratoriumsvorsitzender der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart sowie Präsident des Landesverbands der Musikschulen Baden-Württembergs e.V. in Stuttgart von 2003 bis 2009. Weiterhin ist er seit 1991 Mitglied des Kuratoriums der Theodor-Heuss-Stiftung in Stuttgart und seit 2008 Mitglied des Kuratoriums der Trebbia Foundation in Prag.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Verdienste wurde Klaus von Trotha vielfach geehrt. 1980 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1987 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und 1998 das Große Bundesverdienstkreuz.

Im Jahr 2003 ist er zudem mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden.

Zwei Universitäten haben ihm die Ehrendoktorwürde verliehen, 1995 die University of Massachusetts (LL.D.) und 1998 Kettering University (D.Litt) in Flint/Michigan.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus von Trotha ist mit der Soziologin und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha verheiratet. Er hat einen Sohn.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (mit Robertson-von Trotha, Caroline Y.): Bildung für alle – auf dem schwierigen Weg zur Chancengleichheit, in: Schraut, Sylvia/Steinbach, Peter/Gall, Wolfgang M./Weber, Reinhold (Hrsg.): Menschenrechte und Geschichte. Die 13 Offenburger Forderungen des Volkes von 1847, Stuttgart 2015, S. 213–223.
  • Carl-Dietrich und Margarete von Trotha. Kreisau und der Kreisauer Kreis, Göttingen 2012.
  • Die Beweglichkeit der Unbeweglichen – Zum Stand der Hochschulreformdebatte in Deutschland, in: Kämmerer, Jörn Axel/ Rawert, Peter (Hrsg.): Hochschulstandort Deutschland. Rechtlicher Rahmen – Politische Herausforderung, Köln 2003, S. 3–18.
  • Internationalisierung als Gegenstand der Aus- und Weiterbildung an deutschen Hochschulen, in: Krystek, Ulrich/Zur, Eberhard (Hrsg.): Handbuch Internationalisierung, 2. Aufl. Berlin, Heidelberg 2002, S. 231–248.
  • Leistung und Qualität – Versuch einer differenzierten Betrachtung der Förderung von Leistungseliten, in: Ellermann, Horst (Hrsg.): Rohstoffbildung, Berlin 1999, S. 186–200.
  • Gegenwirklichkeiten und systematisches Denken, in: Ring, Klaus/von Trotha, Klaus/Voss, Peter: Lesen in der Informationsgesellschaft – Perspektiven der Medienkultur, Baden-Baden 1997.
  • Europa als Idee – Anforderungen an die Lehrerausbildung in Zeichen einer entstehenden europäischen Identität, in: Gross, Helmut/Kuropka, Joachim (Hrsg.): Europas kleine Hochschulen, Münster 1997, S. 132–158.
  • (mit Knorr, Heribert): Die Rolle der Länder und Regionen in der europäischen Forschungs- und Technologiepolitik, in: Sturm, Roland (Hrsg.): Die Anforderungen des Subsidiaritätsprinzips, Baden-Baden 1996, S. 75–92.
  • Föderalismus als Ordnungsfaktor, in: Vogel, Bernhard: Föderalismus in der Bewährung: die deutschen Länder vor der Herausforderung fortschreitender EG-Integration, Köln 1992, S. 151–158.
  • Qualität der Lehre, in: Lammert, Norbert (Hrsg.): Persönlichkeitsbildung und Arbeitsmarktorientierung, Baden-Baden 1992, S. 142–154.
  • Die politischen Magazine – Gedanken zum Verhältnis Medien und Demokratie, in: Leibinger, Rudolf/Sund, Horst (Hrsg.): Zwischenbilanz – Festschrift für Lothar Späth, Konstanz 1988, S. 205–215.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]