Konotop

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Konotop
Конотоп
Wappen von Konotop
Konotop (Ukraine)
Konotop
Konotop
Basisdaten
Oblast: Oblast Sumy
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 149 m
Fläche: 43,78 km²
Einwohner: 87.881 (2016)
Bevölkerungsdichte: 2.007 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 41600
Vorwahl: +380 5447
Geographische Lage: 51° 14′ N, 33° 12′ OKoordinaten: 51° 14′ 0″ N, 33° 12′ 0″ O
KOATUU: 5940400000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt 3 Dörfer
Bürgermeister: Tetiana Syson
Adresse: пр. Миру 8
41600 м. Конотоп
Website: Stadtrat von Konotop
Statistische Informationen
Konotop (Oblast Sumy)
Konotop
Konotop
i1

Konotop (ukrainisch und russisch Конотоп Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i [kon̪oˈt̪ɔp]) ist eine Stadt in der Oblast Sumy im Nordosten der Ukraine mit etwa 90.000 Einwohnern (2016).[1]

Fußgängerzone in Konotop

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt 137 Kilometer nordwestlich der Oblasthauptstadt Sumy und ist das Verwaltungszentrum des Rajon Konotop sowie ein bedeutendes Verkehrszentrum.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Konotop gehört noch die Landratsgemeinde Pidlypne mit den Dörfern Pidlypne (ukrainisch Підлипне, 4.015 Einwohner), Kalyniwka (ukrainisch Калинівка, ehem. Komsomolska Komuna, 531 Einwohner) und Lobkiwka (ukrainisch Лобківка, 136 Einwohner).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung Novoselyci (Neusiedlung) wurde am Anfang des 17. Jahrhunderts von ukrainischen Kosaken gegründet. Erstmals 1635 urkundlich erwähnt, wurde 1642 eine polnische Festung gebaut und nach dem Fluss Konotopka (zu deutsch Pferdemoor) benannt. Im Jahr 1659 fand hier die Schlacht bei Konotop statt. In dieser siegte der Kosaken-Hetman Iwan Wyhowskyj, der sich im Russisch-Polnischen Krieg auf die Seite der Polen gestellt hatte, gemeinsam mit den verbündeten Krimtataren über ein russisches Heer, dessen Hauptmacht daraufhin die Belagerung Konotops abbrechen musste. Auf beiden Seiten kämpften je etwa 100.000 Soldaten.

1782 erhielt Konotop die Stadtrechte. 1897 lebten in der Stadt 18.770 Einwohner, darunter 54,8 % Ukrainer, 23,5 % Russen, 19,0 % Juden, 1,4 % Weißrussen, 0,7 % Polen und 0,35 % Deutsche.

Andere Quellen nennen für 1897 4426 (23,5 %) jüdische Einwohner; zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren es erst 80, 1939 noch 3941 (8,6 %), 1959 etwa 1600 (3,5 %), 2017 noch etwa 100.

1881 kam es zu einem Pogrom gegen die jüdische Stadtbevölkerung, obwohl diese als gut assimiliert galt. Es gab einen Toten, viele Häuser wurden zerstört. 1923 wurde die Synagoge geschlossen.[2]

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt von Anfang September 1941 bis Anfang September 1943 von deutschen Truppen besetzt und Sitz einer Feldkommandantur. In dieser Zeit wurden mindestens 1000 Juden ermordet.

Nachdem die Stadt in den 1980er Jahren noch ein starkes Bevölkerungswachstum von 82.278 (1979) auf 95.549 Einwohner (1989)[1] verzeichnet hatte, verlor sie seit der Transformationskrise etwa 5 % ihrer Einwohner.

2015 wurde in Konotop ein Bürgermeister gewählt, der der rechtsradikalen Swoboda-Partei angehört. Er ließ nicht mehr zu, dass die Flagge der Stadt gezeigt wird, da sie ebenso wie das Wappen einen Davidstern enthält.[3]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich ist insbesondere der Maschinenbau von Bedeutung, gefolgt von der Leicht- und Nahrungsmittelindustrie. Unter Leitung des Verteidigungsministeriums steht der Betrieb Aviacon, der Armeehubschrauber wartet und repariert.

Konotop ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Von dort besteht Anschluss in Richtung Bachmatsch/Kiew, Brjansk und Sumy/Belgorod. Ein wichtiger Bestandteil im öffentlichen Personennahverkehr der Stadt ist die Straßenbahn.

Persönlichkeiten aus Konotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Konotop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bevölkerungszahlen auf pop-stat.mashke.org
  2. Konotop auf Ukraine Jewish Heritage
  3. Jerusalem Post, 21. Dezember 2015.