LAC Quelle

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LAC Quelle

Das LAC Quelle (mit vollem Namen Leichtathletikcentrum Quelle Fürth) ist ein Leichtathletikverein aus Fürth, der dem TV Fürth 1860 angehört. Der Verein ist einer der erfolgreichsten Leichtathletikvereine Bayerns und zählt deutschlandweit zu den Spitzenvereinen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung 1969[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. November 1969 wurde die Leichtathletikabteilung des TV Fürth 1860 in Leichtathletik Club Quelle im TV Fürth 1860 (kurz LAC Quelle Fürth) umbenannt. Dies geschah, um sich für die Unterstützung durch den damaligen Inhaber der Firma Quelle, Gustav Schickedanz, zu bedanken.

1970er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1970er Jahre waren besonders die Geher (z. B. Bernd Kannenberg) sportlich erfolgreich.

1978 wurde der LAC mit seinen sportlichen Erfolgen der erfolgreichste Sportverein Deutschlands.

1980er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1980er Jahre holte sich der LAC v. a. bei Crossmeisterschaften viele Siege und errang bereits 1982 seinen 20. Crosstitel.

Patriz Ilg gewann bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1983 in Helsinki über 3000 Meter Hindernis und 1985 beim Europacup in Moskau den 5000-Meter-Lauf.

Christian Haas war der erfolgreichste Sprinter des Vereins. In den 1980ern dominierte er fast ununterbrochen bei den Deutschen Meisterschaften im 100-Meter-Lauf als Titelträger. Sportlicher Höhepunkt war 1983 der 6. Platz bei den Weltmeisterschaften in Helsinki. In diesem Jahr stellte er auch mit 10,16 s einen deutschen Rekord auf. Über 200 Meter hat er 20,46 s zu Buche stehen. Viele weitere internationale Einsätze über Jahre hinweg gab es mit der 4-mal-100-Meter-Sprintstaffel des DLV. Mit dieser erreichte er bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul Platz 6.

Die Kugelstoßerin Claudia Losch gehörte lange Zeit zu den Aushängeschildern des Vereins und gewann als Vereinsmitglied von 1983 bis 1986 sowie von 1989 bis 1991 jeweils bei den Deutschen Meisterschaften. Zudem wurde sie 1984 Olympiasiegerin.

1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen LAC Quelle Fürth/München 1860 war das LAC Quelle ab 1992 die Leichtathletik-Startgemeinschaft zwischen dem TV Fürth 1860 und dem TSV 1860 München.

1993 holte sich diese neue Leichtathletik-Gemeinschaft den ersten Deutschen Meistertitel. Bernhard Zintl wurde im Stabhochsprung bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Deutscher Meister, weitere Titel folgten.

Seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu großen Talenten des LAC Quelle zählten die Mittelstreckler René Bauschinger (U20-Europameister) und Julia Hiller (7. der U20-Weltmeisterschaften 2006 in Peking), Anne Kesselring (mehrfache Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterin, mehrfache Finalistin bei U20- und U23-Europa- sowie Weltmeisterschaften), sowie Jannika John (11. der U20-Europameisterschaften 2011 in Tallinn)

Von 2003 bis 2005 gehörte das LAZ Kreis Würzburg der Startgemeinschaft des LAC Quelle an. Ende 2009 wurde die Startgemeinschaft mit dem TSV 1860 München beendet.

Ein großer Umbruch erfolgte durch die Insolvenz des langjährigen Hauptsponsors und Förderers Quelle. Dies betraf sowohl den Verein als auch die Leichtathletik-Abteilung des Münchner Partners, der die ausbleibenden Fördergelder nicht ersetzen konnte und dadurch hochkarätige Trainer und Athleten nicht mehr adäquat unterstützen konnte. Die bekanntesten Abgänge der Münchner waren Verena Sailer, ihr Trainer Valerij Bauer und Christian Blum.

Seit 2008: Neuausrichtung und Wiederaufschwung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Neuausrichtung der Vereinsstruktur weg vom nicht mehr finanziell tragbaren professionellen (Hoch-)Leistungssportverein hin zum Nachwuchs-Förderzentrum trug volle Früchte. Die Konzentration auf die eigene Jugendarbeit achte sich bezahlt, zudem schließen sich wieder regionale und überregionale Talente dem Verein an, der seine Position in der Top 10 – Rangliste der Deutschen Leichtathletikverein als einziger Einzelverein unter ausschließlich Vereinsverbänden (Startemeinschaften, LG's) weiterhin halten kann. Mit Mitku Seboka (10000 m 2015) und Anne Kesselring (800 m 2012) konnten neben Titeln in den Junioren- und Jugedaltersklassen erstmals seid Verena Sailer wieder Deutsche Meistertitel bei den Aktiven gewonnen werden.

Leistungsträger des Traditionsvereins sind derzeit Amelie Sophie Lederer (U23-Europameisterin 4x100m 2015), Katharina Winkler (Deutsche Schülermeisterin Blockmehrkampf 2011 und weitere folgende Jugend-DM Medaillen bis 2015), Konstantin Wedel (U23-EM Teilnehmer, Medaillengewinner bei Cross-DM), Mitku Seboka (Deutscher Meister 10.000 2015), Anne Kesselring (Deutsche Meisterin 800 m 2012), Jamie Williamson (Deutscher Jugendmeister 800 m & 1500 m 2014 & 2015) und Julia Hiller (Deutsche Meisterin 3000 m Hindernis 2007).

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Sportler des LAC Quelle wurden Olympiasieger. Bernd Kannenberg gewann bei den 1972 in München im 50 km Gehen (Weltrekord mit 3:52:44,6 h), Claudia Losch siegte 1984 in Los Angeles im Kugelstoßen.

Aber auch Eva Wilms stellte 1977 einen neuen Weltrekord im Fünfkampf auf.

Große internationale Erfolge feierte in den 1980er Jahren auch Patriz Ilg (Weltmeister 1983 in Helsinki über 3000 Meter Hindernis, mehrfacher Europameister).

Die großen Sieger des LAC Quelle Fürth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Kannenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympiasieger (50 km Gehen), 1972 in München; 2. EM (20 km Gehen), 1974 in Rom; Weltrekordler über 20 km, 30 km, 50 km, 30 Meilen und 2 Stunden; Rudolf-Harbig-Gedächtnispreisträger 1974.

Claudia Losch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympiasiegerin (Kugelstoß), 1984 in Los Angeles; 2. Hallen-Europameisterin, 1984 in Göteborg; 2. Hallen-Europameisterin, 1985 in Athen; Hallen- Europameisterin, 1986 in Madrid; Hallen-Europameisterin, 1989 in Budapest; Hallen- Europameisterin, 1990 in Glasgow; Rudolf-Harbig-Gedächtnispreisträgerin 1990.

Patriz Ilg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeister (3000 m Hindernis), 1983 in Helsinki; Hallen-Europameister (3000 m), 1982 in Mailand; Europameister (3000 m Hindernis), 1982 in Athen; 3. EM (3000 m Hindernis), 1986 in Stuttgart; 3. Europa-Cup (3000 m Hindernis), 1981 in Zagreb.

Florian Schwarthoff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Olympische Spiele (110 m Hürden), 1996 in Atlanta.

Nico Motchebon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Hallen-WM (800 m), 1999 in Maebashi (Japan).

Karin Ertl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Hallen-WM (Fünfkampf), 2001 in Lissabon; Hallen-Europameisterin, 2000 in Gent; 3. Hallen-EM, 1998 in Valencia.

Eva Wilms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Hallen-EM (Kugelstoß), 1980 in Sindelfingen; 3. Hallen-EM, 1977 in San Sebastian; 3. Hallen-EM, 1978 in Mailand; Europa-Cup- Siegerin,1977 in Helsinki; Weltrekordlerin im Fünfkampf 1977; Sportlerin des Jahres 1977.

Christian Haas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hallen-Europameister (60 m), 1984 in Göteborg; 2. Hallen-EM (60 m), 1980 in Sindelfingen; 2. Hallen-EM, (60 m), 1983 in Budapest; 3. EM (4 x 100 m), 1982 in Athen; Hallen-Europa-Rekordler über 60 m, 1980.

Birgit Clarius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Hallen-WM (Fünfkampf), 1993 in Toronto.

Susen Tiedtke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Hallen-WM (Weitsprung), 1995 in Barcelona.

Klaus-Peter Nabein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Hallen-EM (800 m), 1982 in Mailand; 3. Hallen-EM (1500 m), 1987 in Lievin.

Christoph Herle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Hallen-EM (3000 m), 1979 in Wien.

Beatrix Philipp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Hallen-EM (Kugelstoß), 1980 in Sindelfingen.

Horst Haßlinger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Hallen-EM (Rundenstaffel), 1970 in Wien.

Christian Zirkelbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. EM (4 x 100 m), 1982 in Athen.

Verena Sailer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 23-Europameisterin (100 m), 2007 in Debrecen; 2. U 23-EM (4 x 100 m), 2005 in Erfurt; 2. U 23-EM (4 x 100 m), 2007 in Debrecen; 3. U 23-EM (100 m), 2005 in Erfurt.

Claudia Gesell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 23-Europameisterin (800 m), 1999 in Göteborg; 2. U 23-EM (4 x 400 m), 1997 in Turku.

Rene Bauschinger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junioren Europameister (800 m), 2003 in Tampere; 3. U 23-EM (800 m), 2005 in Erfurt, 5. U18-WM, 2001 in Debrecen

Julia Zandt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junioren-Europameisterin (Speer), 2003 in Tampere.

Ulrike Giesa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junioren-Europameisterin (Diskus), 2003 in Tampere.

Gabi Völkl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Junioren-EM (Kugel), 1989 in Varazdin.

Christina Gehrig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junioren-Europameisterin (Diskus), 2005 in Kaunas 3. Jugend-WM (Diskus), 2003 in Sherbrooke.

Julia Hiller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. U23-EM (3000 m Hindernis), 2009 in Kaunas. 5. U20-EM (3000 m Hindernis), 2005 in Kaunas, 7. U20-WM (3000 m Hindernis), 2006 in Peking.

Amelie-Sophie Lederer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 23-Europameisterin (4x100 m), 2015 in Tallinn;

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]