Laer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Laer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Laer
Laer
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Laer hervorgehoben
Koordinaten: 52° 3′ N, 7° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 77 m ü. NHN
Fläche: 35,25 km²
Einwohner: 6721 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48366
Vorwahl: 02554
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 036
Gemeindegliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlenhoek 1
48366 Laer
Webpräsenz: www.laer.de
Bürgermeister: Peter Maier (SPD)
Lage der Gemeinde Laer im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
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Laer (gesprochen [laːr] mit Dehnungs-e, plattdeutsch Laor) ist eine Gemeinde im Kreis Steinfurt im Norden Nordrhein-Westfalens.

Weil die Schreibung mit ae schon den vor 1996 geltenden Regeln widersprach, wurde sie entsprechend einer Empfehlung des Ständigen Ausschusses für geographische Namen[2] nicht geändert.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Laer liegt 25 km nordwestlich von Münster.

Laer grenzt an Horstmar im Westen, Steinfurt im Norden, Altenberge im Osten, Billerbeck und Rosendahl im Süden.

Die Gemeinde Laer besteht aus den Ortsteilen Laer und Holthausen. Holthausen liegt etwa zwei Kilometer südlich von Laer und hat um die 600 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde Laer 1134 n. Chr in einer Urkunde von Bischof Werner erwähnt. Im Jahr 1485 wurde mit dem Bau der Bartholomäuskirche begonnen. Im spanisch-niederländischen Krieg wurden 1592 Laer, Borghorst und Leer von den Spaniern geplündert.

Bis 1803 gehörte der Ort zum Amt Horstmar des Fürstbistums Münster. Im Reichsdeputationshauptschluss fiel das Amt Horstmar und damit der Ort Laer an die Grafschaft Salm-Horstmar. 1806 kam Laer zum Großherzogtum Berg und gehörte von 1811 bis 1813 zu Frankreich. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde Laer 1815 preußisch. 1841 wurde das Amt Laer geschaffen, zu dem die Gemeinden Laer und Holthausen gehörten.

Am 1. Juli 1969 wurde das Amt Laer aufgehoben und die amtsfreie Gemeinde Laer gebildet; die Nachbargemeinde Holthausen wurde freiwillig eingegliedert.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 68 % der 6.600 Bewohner (Stand: 1. Juni 2012) sind römisch-katholisch, weitere 13 % sind evangelisch. 15 % der Bevölkerung gehören keiner organisierten Religion an.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung:65,6 % (2009: 66,15 %)[4]
 %
40
30
20
10
0
39,6 %
16,7 %
23,2 %
9,6 %
10,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
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-2,03 %p
+4,84 %p
-5,26 %p
+2,9 %p
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Historisches Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Rathaus:[5]

  • CDU: 8 Sitze
  • GRÜNE: 3 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • UBG: 2 Sitze
  • fraktionslos: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtliche Bürgermeister:

  • 1999 - 2009: Prof. Dr. Hans-Jürgen Schimke (Bündnis 90/Die Grünen)
  • 2009 - 2015: Detlev Prange (parteilos)
  • seit 2015: Peter Maier (SPD)

Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 27. September 2015 wurde Peter Maier mit 61,5 % der Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat, der bisherige Amtsinhaber Detlev Prange, erhielt 38,5 % der Stimmen. Peter Maier trat sein Amt am 21. Oktober 2015 an.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein auffliegender schwarzer, silber bewehrter Falke.“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathausteich mit Windmühle

Im Holskenmuseum kann man dem Holzschuhmacher über die Schultern schauen. Im Museum wird gezeigt, wie der Holzschuhmachermeister mit seiner Familie wohnte und arbeitete und wie Holzschuhe aus verschiedenen Holzarten in ortstypischen Formen hergestellt und verkauft wurden.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Bartholomäus
  • Kappwindmühle: sie wird heutzutage nur noch zu Wohnzwecken genutzt. Zu besonderen Anlässen können die Windmühlenflügel elektrisch betrieben werden. Zusammen mit dem historischen Rathaus, dem Rathausteich und dem ihn umgebenden Park ergibt sich hier ein reizvolles Ensemble. Die Windmühle liegt am Rathaus des Ortes
  • spätgotische Bartholomäuskirche im Kernort
  • St. Marien (Holthausen)

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heidenbaum, eine über 500 Jahre alte Gerichtslinde, liegt nahe dem Ortsausgang an der Darfelderstraße. Unterhalb der Linde befindet sich das "Heidenkrues", ein aus hellgrauem Baumberger Sandstein gehauenes Kreuz auf einem hohen Bruchsteinsockel, der auf einem gemauerten Fundament steht. Das Heidenkreuz soll an die Christianisierung erinnern, die der Sage nach mit den beiden heiligen Ewalden in Zusammenhang gebracht wird.[7] Ursprünglich wurde der Hügel als Gerichts- und Begräbnisplatz genutzt. Später stand unter dem Heidenbaum wahrscheinlich der Hauptstuhl der Freigrafschaft Laer, "thor Lair thon synen Lynden".[8] Durch einen starken Sturm im Jahr 1990 wurde die gesamte Baumkrone der Linde zerstört, sodass der Heidenbaum heute nur noch eine Baumruine darstellt.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen von Laer befinden sich in einem Waldgebiet (genannt Borg) die Reste einer der bedeutendsten Wallburgen im nordwestdeutschen Raum, die Oldenborg (Oldenburg). Die Wehranlage wurde im 5. Jahrhundert gegründet und um 1050 aus unbekannten Gründen aufgegeben. 1189 wurde sie zum ersten Mal als „Alte Burg“ schriftlich erwähnt. Unterlagen sind nicht erhalten. In den Jahren 1956/57 wurden durch die Altertumskommission für Westfalen die Grundlagen zu dem Erhalt der alten Wallburg als Kulturdenkmal gelegt. Sie sollte zur Gewinnung von Weideland eingeebnet werden.[9]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Oktober 1908 fand die Gründung des „Turn- und Sportverein Laer 08“ statt.[10] Das 100 jährige Jubiläum wurde im Jahr 2008 begleitet von diversen Aktionen gefeiert.

Mittlerweile ist der TuS Laer 08 e.V. mit rund 1250 Mitgliedern (Stand: Frühjahr 2009) der größte Verein in der Gemeinde. Es werden in sieben Fachschaften Möglichkeiten zur sportlichen Entfaltung in den Sportarten Badminton, Fußball, Laufen, Taekwondo, Tischtennis, Turnen und Volleyball geboten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Laer sind zwei Kindergärten, drei Kindertagesstätten und eine Grundschule (Werner-Rolevinck-Grundschule) angesiedelt. Der Ortsteil Holthausen verfügt über einen weiteren Kindergarten. Außerdem bestehen Kursangebote der Musikschule Steinfurt sowie der Volkshochschule Steinfurt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laer wird von den Landstraßen L 550, L 555 und L 579, sowie von den Kreisstraßen K72 und K75 durchzogen. Die Entfernung zur Anschlussstelle Münster-Nord der BAB 1 beträgt etwa 16 km, zur Anschlussstelle Coesfeld/Gescher der Bundesautobahn 31 etwa 29 km.
Die SchnellBus-Linie S70 (Vreden–Ahaus–Laer–Münster) verkehrt im Stunden- bzw. Halbstundentakt.
Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Altenberge und Steinfurt (Bahnstrecke Münster–Gronau).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Rolevinck, * 1425 in Laer, † 1502 in Köln, berühmt insbesondere durch seinen Geschichtsabriss „Fasciculum Temporum“
  • Winfried Pielow (* 1924), deutscher Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Hörspielautor
  • Erich Robert Sorge, * 6. Juni 1933 in Petersdorf bei Jägersdorf/Sudetenland; † 18. April 2002 in Steinfurt, Organist und Komponist, gründete gemeinsam mit Heinrich Fischer den Laerer Madrigalchor und war Initiator und langjähriger Leiter der Laerer Pfingstkonzerte. Lebte bis zu seinem Tod in Laer und ist dort begraben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Empfehlung des ständigen Ausschusses für Geographische Namen (StAGN) vom 17. September 1999 – zur Anpassung der Rechtschreibung von Toponymen an die reformierten Regeln. Ständiger Ausschuss für geographische Namen, abgerufen am unbekannt (PDF-Datei; 39 kB).
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 97.
  4. Kommunalwahlen 2014. Endgültiges Ergebnis für: 566036 Laer. Abgerufen am 11. Dezember 2015.
  5. Gemeinderat. Gemeinde Laer, abgerufen am 11. Dezember 2015.
  6. wn.de: Laer hat einen neuen Bürgermeister – Peter Maier schafft die Sensation, abgerufen am 21. Dezember 2015
  7. Adolph Tibus: Gründungsgeschichte der Stifter, Pfarrkirchen, Klöster und Kapellen im Bereich des alten Bisthums Münster. 1867, S. 930 ff.
  8. Wilhelm Brockpähler: Steinkreuze in Westfalen. 1963, S. 34, 150.
  9. August Stieren, Rolf Gensen: Die Ausgrabungen in der Oldenburg bei Laer. 1962.
  10. Vereinschronik. TuS Laer 08 e.V., abgerufen am 11. Dezember 2015.