Landkreis Ottweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Ottweiler
Landkreis Ottweiler
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Ottweiler hervorgehoben
Koordinaten: 49° 24′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Ottweiler
Fläche: 259,43 km2
Einwohner: 165.300 (31. Dez. 1972)
Bevölkerungsdichte: 637 Einwohner je km2
Kreisgliederung: 35 Gemeinden

Der Landkreis Ottweiler wurde 1816 in der preußischen Rheinprovinz gegründet. Ab 1920 gehörte er zum Saargebiet, ab 1935 zum Saarland. Am 1. Januar 1974 wurde er im Rahmen der saarländischen Gebietsreform in Landkreis Neunkirchen umbenannt.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzte 1973 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Sankt Wendel (im Saarland), Kusel (in Rheinland-Pfalz), Homburg, Sankt Ingbert, Saarlouis und Merzig-Wadern (alle wiederum im Saarland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis wurde nach der Eingliederung des Gebietes der Grafschaft Nassau-Saarbrücken in die preußische Rheinprovinz im Jahre 1816 fast deckungsgleich aus dem Gebiet der ehemaligen Teilherrschaft, der Grafschaft Ottweiler, gebildet und gehörte zum Regierungsbezirk Trier. Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Kreis Ottweiler ab 1. Oktober 1920 an das Saargebiet. Vom 1. April 1943 bis 1. August 1945 wurde der Landkreis Sankt Wendel vorübergehend mit dem Landkreis Ottweiler zusammengeschlossen.

Auf Anordnung der französischen Besatzungsmacht gab der Kreis am 1. Oktober 1946 die Gemeinden Bergweiler, Hasborn-Dautweiler, Lindscheid, Neipel, Scheuern, Sotzweiler, Theley, Tholey und Überroth-Niederhofen an den nun wieder eigenständigen Landkreis Sankt Wendel ab. Im Gegenzug wechselten die Gemeinden Steinbach und Wetschhausen aus dem Landkreis Sankt Wendel in den Landkreis Ottweiler.[1]

Im Rahmen der saarländischen Gebietsreform gab der Landkreis Ottweiler am 1. Januar 1974 die vier Gemeinden Aschbach, Dörsdorf, Steinbach und Thalexweiler an den Landkreis Saarlouis ab, die dort Teil der Stadt Lebach wurden. Auch die Gemeinde Berschweiler schied aus dem Kreis aus und wurde Teil der Gemeinde Marpingen im Landkreis St. Wendel. Die Gemeinde Mainzweiler aus dem Landkreis St. Wendel wurde in die Stadt Ottweiler eingegliedert. Die Zahl der Gemeinden wurde durch verschiedene Zusammenschlüsse von 35 auf sieben verringert. Gleichzeitig wurde der Landkreis Ottweiler in Landkreis Neunkirchen umbenannt.[2][3] Die Kreisverwaltung verblieb in Ottweiler.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1816 17.972 [4]
1847 29.412 [5]
1871 51.974 [6]
1885 70.593 [6]
1900 102.729 [7]
1910 126.946 [7]
1939 142.532 [7]
1960 162.600 [7]
1970 167.300 [8]
1972 165.300 [9]
1980 151.000 [10]
1990 149.400 [11]
2000 147.500 [12]
2010 137.247
2016 133.984

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da in der gesamten Grafschaft Saarbrücken 1575 die Reformation nach dem lutherischen Bekenntnis eingeführt wurde, war ab diesem Zeitpunkt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung evangelisch. Erst in der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts begann sich durch den großen Zuzug von Bergleuten und Hüttenarbeitern das konfessionelle Verhältnis zu verschieben. Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehört seit der Union der ehemals lutherischen Landeskirche der Grafschaft mit den reformierten Gemeinden in Saarbrücken und Ludweiler im Jahre 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (EKiP), seit 1922 zur Kirchenprovinz der Rheinprovinz mit dem Provinzialkonsistorium in Koblenz. Mit Auflösung der EKiP 1947 wurde die Kirchenprovinz selbständig und besteht nun als Evangelische Kirche im Rheinland fort.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor seiner Umbenennung am 1. Januar 1974 umfasste der Landkreis Ottweiler 2 Städte und 33 weitere Gemeinden:

Während seines Bestehens hatten auch die folgenden Gemeinden dem Landkreis angehört:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1957 wurde dem Landkreis anlässlich des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland das Unterscheidungszeichen OTW zugewiesen. Es wurde bis zum 28. Februar 1974 ausgegeben.

Am 1. Januar 1968 wurde das Unterscheidungszeichen NK gültig. Es wurde nur in der Mittelstadt Neunkirchen ausgegeben. Seit dem 1. März 1974 wird es im damals neuen Landkreis Neunkirchen ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Krajewski: Landkreis Ottweiler, Monographie, Neunkirchen 1961.
  • Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann. 2., unveränderte Auflage von 1934, Saarbrücken 1976.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Jahrgang 1946, Nr. 47, S. 198: „Anordnung über die verwaltungsmäßige Organisation des Saargebietes“ vom 1. Oktober 1946 (Universität des Saarlandes)
  2. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Landkreise des Saarlandes vom 19. Dezember 1973. In: Amtsblatt des Saarlandes. Band 1973, Nr. 48, S. 852, § 55 Umbenennung des Landkreises Ottweiler (Digitalisat [PDF; 487 kB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 805 f.
  4. Beiträge zur Statistik der Königl. Preussischen Rheinlande. 1829, S. 20, abgerufen am 11. November 2017.
  5. Beschreibung des Regierungsbezirks Trier. 1849, S. 297, abgerufen am 11. November 2017.
  6. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  7. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Juli 2016.
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  11. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  12. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002