Landkreis Ottweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Landkreis Ottweiler
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Ottweiler hervorgehoben

Koordinaten: 49° 24′ N, 7° 10′ O

Basisdaten (Stand 1973)
Bestandszeitraum: 1816–1973
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Ottweiler
Fläche: 259,43 km2
Einwohner: 165.300 (31. Dez. 1972)
Bevölkerungsdichte: 637 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: OTW, (NK)
Kreisschlüssel: 10 0 33
Kreisgliederung: 35 Gemeinden

Der Landkreis Ottweiler wurde am 1. Juli 1816 in der preußischen Rheinprovinz gegründet, dem entsprechend der preußischen Verwaltungsordnung ein Landrat an die Spitze gestellt wurde. Es bestand zwar schon seit dem 30. Juni 1814 der Kreis Ottweiler, dieser hatte jedoch nur provisorischen Charakter und wurde von Kreisdirektoren geleitet.[1][2] Ab 1920 gehörte der Landkreis Ottweiler zum Saargebiet, ab 1935 zum Saarland. Am 1. Januar 1974 wurde er im Rahmen der saarländischen Gebietsreform in Landkreis Neunkirchen umbenannt.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzte 1973 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Sankt Wendel (im Saarland), Kusel (in Rheinland-Pfalz), Homburg, Sankt Ingbert, Saarlouis und Merzig-Wadern (alle wiederum im Saarland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Datum vom 30. Juni 1814 entstand im Rahmen einer Neugliederung unter preußischer Herrschaft der erste Kreis Ottweiler. Er wurde von einem Kreisdirektor geleitet und erstreckte sich über eine Fläche von 1186 km² mit 63.517 Einwohnern.[2] Zwei Jahre später, am 1. Mai 1816, wurde der Regierungsbezirk Trier gebildet, bei dessen Neueinteilung in Landkreise ein neuer, deutlich kleinerer Kreis Ottweiler gebildet wurde, an dessen Spitze gemäß preußischer Verwaltungsordnung ein Landrat stand. Sitz der Kreisverwaltung war Ottweiler, wo auch der Wohnsitz des Landrates war.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Kreis Ottweiler ab 1. Oktober 1920 zum Saargebiet, ab 1935 zum Saarland. Vom 1. April 1943 bis 1. August 1945 wurde der Landkreis Sankt Wendel vorübergehend mit dem Landkreis Ottweiler zusammengeschlossen.

Auf Anordnung der französischen Besatzungsmacht gab der Kreis am 1. Oktober 1946 die Gemeinden Bergweiler, Hasborn-Dautweiler, Lindscheid, Neipel, Scheuern, Sotzweiler, Theley, Tholey und Überroth-Niederhofen an den nun wieder eigenständigen Landkreis Sankt Wendel ab. Im Gegenzug wechselten die Gemeinden Steinbach und Wetschhausen aus dem Landkreis Sankt Wendel in den Landkreis Ottweiler.[3]

Im Rahmen der saarländischen Gebietsreform gab der Landkreis Ottweiler am 1. Januar 1974 die vier Gemeinden Aschbach, Dörsdorf, Steinbach und Thalexweiler an den Landkreis Saarlouis ab, die dort Teil der Stadt Lebach wurden. Auch die Gemeinde Berschweiler schied aus dem Kreis aus und wurde Teil der Gemeinde Marpingen im Landkreis St. Wendel. Die Gemeinde Mainzweiler aus dem Landkreis St. Wendel wurde in die Stadt Ottweiler eingegliedert. Die Zahl der Gemeinden wurde durch verschiedene Zusammenschlüsse von 35 auf sieben verringert. Gleichzeitig wurde der Landkreis Ottweiler in Landkreis Neunkirchen umbenannt.[4][5] Die Kreisverwaltung verblieb in Ottweiler.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1816 17.972 [6]
1847 29.412 [7]
1871 51.974 [8]
1885 70.593 [8]
1900 102.729 [9]
1910 126.946 [9]
1939 142.532 [9]
1960 162.600 [9]
1970 167.300 [10]
1972 165.300 [11]
1980 151.000 [12]
1990 149.400 [13]
2000 147.500 [14]
2010 137.247
2016 133.984

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da in der Herrschaft Ottweiler 1575 die Reformation nach dem lutherischen Bekenntnis eingeführt wurde, waren ab diesem Zeitpunkt ihre Einwohner evangelisch, die Einwohner der zur Herrschaft Illingen und zum Herzogtum Lothringen gehörenden Orte des späteren Kreisgebiets blieben katholisch. Durch Zuzug katholischer Familien während der Reunionszeit im 17. Jahrhundert und durch Zuzug von katholischen Bergleuten und Hüttenarbeitern im Laufe des 19. Jahrhunderts verschob sich das konfessionelle Verhältnis; schließlich überwog im Kreisgebiet das römisch-katholische Bekenntnis.

Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehörte seit der Saarbrücker Union im Jahre 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (ab 1922 nannte sie sich Evangelische Kirche der Altpreußischen Union; APU), und dort zur Kirchenprovinz der Rheinprovinz mit dem Provinzialkonsistorium in Koblenz. 1947 wandelte sich die Kirchenprovinz in eine selbständige Landeskirche, die Evangelische Kirche im Rheinland, blieb danach aber Gliedkirche der APU, die 1953 bis 2003 unter dem vereinfachten Namen Evangelische Kirche der Union fortbestand.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuldverschreibung des Landkreises Ottweiler vom 1. April 1920, signiert von Landrat Dr. Friedrich Vogeler

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor seiner Umbenennung am 1. Januar 1974 umfasste der Landkreis Ottweiler 2 Städte und 33 weitere Gemeinden:

Während seines Bestehens hatten auch die folgenden Gemeinden dem Landkreis angehört:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1957 wurde dem Landkreis anlässlich des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland das Unterscheidungszeichen OTW zugewiesen. Es wurde bis zum 28. Februar 1974 ausgegeben. Im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung wird OTW seit dem 18. Oktober 2021 im Landkreis Neunkirchen ausgegeben.

Am 1. Januar 1968 wurde das Unterscheidungszeichen NK gültig, zunächst nur in der damaligen Mittelstadt Neunkirchen. Seit dem 1. März 1974 führt es der gesamte in Landkreis Neunkirchen umbenannte Landkreis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Krajewski: Landkreis Ottweiler, Monographie, Neunkirchen 1961.
  • Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann. 2., unveränderte Auflage von 1934, Saarbrücken 1976.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Strohm: Preußen und die Saar 1814/15 Der Weg der Eingliederung in den preußischen Staat. In: Historischer Verein Stadt Neunkirchen e. V. Abgerufen am 25. Februar 2021.
  2. a b c d e Die Geschichte des Landkreises. In: Landkreis Neunkirchen. Abgerufen am 25. Februar 2021.
  3. Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Jahrgang 1946, Nr. 47, S. 198: „Anordnung über die verwaltungsmäßige Organisation des Saargebietes“ vom 1. Oktober 1946 (Universität des Saarlandes)
  4. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Landkreise des Saarlandes vom 19. Dezember 1973. In: Amtsblatt des Saarlandes. Band 1973, Nr. 48, S. 852, § 55 Umbenennung des Landkreises Ottweiler (Digitalisat [PDF; 487 kB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 805 f.
  6. Beiträge zur Statistik der Königl. Preussischen Rheinlande. 1829, S. 20, abgerufen am 11. November 2017.
  7. Beschreibung des Regierungsbezirks Trier. 1849, S. 297, abgerufen am 11. November 2017.
  8. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  9. a b c d Michael Rademacher: Ottweiler. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  11. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
  12. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  13. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  14. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  15. Scherer Peter in der Datenbank Saarland Biografien
  16. Schwehm Günter in der Datenbank Saarland Biografien