Lea

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Lea, Léa oder Leah ist ein weiblicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Namen Lea gibt es verschiedene Herkunftserklärungen. Hypothesen erschließen sich aus sprachfamiliären und/oder religiösen Hintergründen.

Bibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tanach ist Lea (hebräisch לֵאָה, Le'ah) die erste Frau des Stammvaters Jakob und die Mutter von sechs Söhnen, die zu den Stammvätern der Zwölf Stämme Israels zählen, sowie der Tochter Dina. Für die Ableitung des Namens Lea/Leah gibt es mehrere Auffassungen. Einserseits kann der Name die Bedeutung des hebräischen „(Wild-)Kuh“ haben, (akkadischen lītu, littu (*li’tu), arabischen lu’lu’a)[1]. Andere Personennamen wie Hulda, Debora, Rahel und vermutlich auch Rebekka sind ebenfalls auf Tiernamen zurückzuführen. Dies sollte auch als Verweis auf die Stämmegruppen gelten. Leas Söhne waren (nomadische) Rindzüchter, Rahels Söhne (sesshafte) Schafzüchter. (Noth, M., 1980, Die israelitischen Personennamen im Rahmen der gemeinsemitischen Namengebung, Hildesheim / New York, 2. reprographischer Nachdruck der Ausgabe Stuttgart 1928, S. 10). Eine andere Möglichkeit ist der Bezug auf die Jungkuh Anat aus Ugarit, Lea als „kanaanäische“ Fruchtbarkeitsgöttin zu sehen. (Mowinckel, S., 1958, „Rahelstämme“ und „Leastämme“, in: J. Hempel / L. Rost (Hgg.), Von Ugarit nach Qumran. Beiträge zur alttestamentlichen Forschung (FS O. Eißfeldt), Berlin, S.123). In Frage kommt auch die Ableitung von der Wurzel *L’J „stark sein“ (akkadisch le’û) mit theophorem Element (vgl. Akkadisch GN-le’i): „[die Gottheit xy] ist stark“. [2]

Ableitungen vom hebräischen Wortstamm לאה laʾah („ermüden“, „sich vergeblich bemühen“, „zurückgehen“) gelten als Volksetymologie. Es handelt sich wohl um einen paronomastischer Bezug des hebräischen Wortes laʾah. [3]

Aus dem Assyrischen soll Lea als die Herrscherin oder Herrin abgeleitet werden können.[4]

Im romanischen Sprachraum kann der Vorname Lea aus der lateinischen Bedeutung für Löwin[5] (Synonym zu Leaena[6]) abgeleitet werden und ist damit das weibliche Pendant zu dem männlichen Vornamen Leo.[7]

Tradition und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dantes Göttlicher Komödie (14. Jahrhundert) ist Lea die Verkörperung der aktiven und fruchtbringenden Liebe (Purgatorio, 27er Gesang, Absatz 34).[8]

Seit den 1980er Jahren gehört Lea zu den beliebtesten weiblichen Vornamen und erreichte 1996 erstmals die vordersten 10 Plätze dieser Auflistung.[9]

Namenstag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

22. März: Hl. Lea von Rom († 22. März 384). Ihr Name geht auf die lateinische Namenstradition zurück.[10] In der katholischen Kirche ist die Heilige die Mutter der Jungfrauen und Schutzheilige der Witwen. Aus ihrem Todestag leitet sich der Namenstag Leas am 22. März ab.

Namensträgerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lea:

  • Lea, ältere Schwester von Rahel und erste Frau von Jakob
  • Lea (eigentlich Lea Marie Becker; * 1993), deutsche Musikerin

Léa:

Leah:

  • Leah Ayres (* 1957), US-amerikanische Schauspielerin
  • Leah Baird (1883–1971), US-amerikanische Drehbuchautorin und Schauspielerin
  • Leah Cairns (* 1974), kanadische Schauspielerin
  • Leah Dizon (* 1986), US-amerikanisches Fotomodell und J-Pop-Sängerin
  • Leah Fortune (* 1990), brasilianisch-amerikanische Fußballspielerin
  • Leah Gibson (* 1985), kanadische Schauspielerin
  • Leah Goldberg (1911–1970), israelische Schriftstellerin, Übersetzerin und Sprachwissenschaftlerin
  • Leah Pipes (* 1988), US-amerikanische Schauspielerin
  • Leah Rabin (1928–2000), israelische Politikerin, Ehefrau von Jitzchak Rabin
  • Leah Remini (* 1970), US-amerikanische Schauspielerin

Kunstfigur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leah als Familienname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Beyerle: Lea. In: Neues Bibellexikon. Band 2. Zürich / Düsseldorf 1995, S. 594.
  2. Lea. Abgerufen im 10. Oktober 2017.
  3. Stefan Beyerle: LEA. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 1283–1286.
  4. Esther Keller-Stocker: II. Mose 3: Der brennende Dornbusch. Kapitel 2: II. Mose 3,6–11. theologie-vision.eu – Aufsätze zu einer ganzheitlichen Theologie, 3. Februar 2010, archiviert vom Original am 18. März 2011; abgerufen am 26. Januar 2017.
  5. lea. Latin Dictionary University of Notre Dame, abgerufen am 26. Januar 2017 (englisch).
    lea -ae, f – Löwin: Vorkommen nach Autoren. Website „Navigium“ von Philipp Niederau, archiviert vom Original am 8. Juni 2015; abgerufen am 26. Januar 2017.
  6. Eintrag im Wiktionary (Victionarium Latinum)
  7. Eintrag im Namenslexikon Nordic Names (englisch)
  8. Skript Dantes Göttlicher Komödie
  9. Eintrag im Namenslexikon
  10. Kirchenseiten des Bistums von Münster

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Beyerle: Art.: Lea, in: Neues Bibellexikon. Band II, H-N, Zürich, Düsseldorf 1995, Sp. 594–595 ISBN 3-545-23075-9.
  • Caroli Egger: Lexicon nominum virorum et mulierum. Romæ : Studium, 1963.
  • Catholic Church: Martyrologium Romanum: Gregorii papae XIII jussu editum, Urbani VIII et. Typis Polyglottis Vaticanis, 1956.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Lea – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen