Lendorf (Drautal)

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Lendorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lendorf
Lendorf (Drautal) (Österreich)
Lendorf (Drautal)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 34,37 km²
Koordinaten: 46° 50′ N, 13° 25′ OKoordinaten: 46° 50′ 0″ N, 13° 25′ 0″ O
Höhe: 584 m ü. A.
Einwohner: 1.696 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 49 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9811
Vorwahl: 0 47 62
Gemeindekennziffer: 2 06 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Feicht 2a
9811 Lendorf
Website: www.lendorf.at
Politik
Bürgermeisterin: Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
7
5
3
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Lendorf im Bezirk Spittal an der Drau
Bad KleinkirchheimBaldramsdorfBerg im DrautalDellach im DrautalFlattachGmünd in KärntenGreifenburgGroßkirchheimHeiligenblut am GroßglocknerIrschenKleblach-LindKrems in KärntenLendorfLurnfeldMallnitzMaltaMillstatt am SeeMörtschachMühldorfOberdrauburgObervellachRadentheinRangersdorfReißeckRennweg am KatschbergSachsenburgSeeboden am Millstätter SeeSpittal an der DrauStallSteinfeld (Kärnten)TrebesingWeißenseeWinklernKärntenLage der Gemeinde Lendorf (Drautal) im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Kirche mit Pfarrhof und Pfarrstadel, in dem sich das Römermuseum Teurnia befindet.
Kirche mit Pfarrhof und Pfarrstadel, in dem sich das Römermuseum Teurnia befindet.
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Blick von der Ruine Ortenburg auf Lendorf und das Gmeineck
Maria Bichl nahe der Ortschaft Feicht
Kirche St. Peter in Holz
St Peter in Holz: Innenansicht

Lendorf ist eine Gemeinde mit 1696 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lendorf liegt auf dem Lurnfeld und grenzt im Osten an Spittal an der Drau und im Westen an die Gemeinde Lurnfeld. Das Gemeindegebiet reicht von den Hohen Tauern (Hohe Leier) im Norden über die Hangterrassen des Hühnersbergs bis in den Talgrund der Drau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist in die zwei Katastralgemeinden Lendorf und Hühnersberg gegliedert, das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Feicht (98)
  • Feichtendorf (51)
  • Freßnitz (26)
  • Hühnersberg (412)
  • Lendorf (907)
  • Litzlhof (0)
  • Rojach (93)
  • St. Peter in Holz (81)
  • Windschnurn (28)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde am Holzer Berg im Ortsteil Sankt Peter in Holz haben ergeben, dass es hier schon zur Bronzezeit Ansiedlungen gab.

Zu Zeiten der Römer wuchs hier ab etwa 50 v. Chr. die Stadt Teurnia heran, die ab dem 5. Jahrhundert Hauptstadt der römischen Provinz Noricum war und bis etwa ins Jahr 600 bestand. Umfangreiche Ausgrabungen haben hier zahlreiche Anlagen und Funde aus dieser Zeit freigelegt, die im 1913 eröffneten „Museum Teurnia“ zu sehen sind.

Teurnia wurde 591 letztmals als Bischofssitz genannt, danach ging es im Zuge der Slaweneinwanderung unter. Im Hochmittelalter entstand bei den antiken Ruinen die wichtige Mutterpfarre St. Peter in Holz. Diese Kirche war im Mittelalter neben Molzbichl, St. Athanas bei Berg im Drautal und Kühweg im Gailtal ein Ort der Verehrung des Heiligen Nonnosus.

Eine Ortsgemeinde Lendorf konstituierte sich erstmals 1850, wurde aber schon 1864 nach Spittal eingemeindet. Am 12. Februar 1887 verselbständigte sich Lendorf wieder und ist seither eigenständige Gemeinde.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hat Lendorf 1.776 Einwohner, davon sind 96,1 % österreichische und 1,5 % türkische Staatsbürger. 88,0 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 7,3 % zur evangelischen Kirche und 1,9 % zum Islam, 4,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lendorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist traditionell stark landwirtschaftlich geprägt und besitzt im Litzlhof eine landwirtschaftliche Fachschule.

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Drautal Straße (B 100) sowie ein Zubringer zum Knoten Spittal/Millstätter See der Tauern Autobahn (A 10). Von der Drautalbahn, die in Lendorf eine Bahnstation hat, zweigt bei Pusarnitz die Tauernbahn in Richtung Tauerntunnel ab.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Lendorf hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Direkt gewählte Bürgermeisterin ist Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen von Lendorf zeigt die Motive zweier Fundstücke aus der Spätantike und spielt damit auf die Bedeutung Teurnias zu dieser Zeit an. Das Flechtband stammt von einer Schrankenplatte aus der Friedhofskirche, die den Priester- von dem Gemeindebereich trennte. Der auffliegende Adler ist ein Motiv aus der östlichen Reihe im Mosaik der Kirche und ein Symbol Christi, der seine Kinder wie ein Adler im Nest schützt. Das T in den Fängen des Adlers steht für das untergegangene Teurnia.

Das Wappen wurde der Gemeinde am 22. Mai 1987 mit folgender Blasonierung verliehen: „Im schwarzen Schildhaupt ein silbernes, zweistrangiges, kreisförmig verschlungenes und mit silbernen Rosetten gefülltes Flechtband, durch einen silbernen Faden abgesetzt unten in Rot ein silberner, dem Mosaik von Teurnia nachgebildeter auffliegender Vogel mit linksgewendetem Haupt, in seinen Fängen ein silbernes T haltend.“[3]

Die Flagge ist Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lendorf im Drautal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Statistik Austria, Volkszählung, Demografische Daten. 15. Mai 2001, abgerufen am 3. März 2019.
  3. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 168