Licibořice

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Licibořice
Wappen von Licibořice
Licibořice (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Pardubický kraj
Bezirk: Chrudim
Fläche: 926[1] ha
Geographische Lage: 49° 53′ N, 15° 46′ OKoordinaten: 49° 52′ 37″ N, 15° 45′ 36″ O
Höhe: 403 m n.m.
Einwohner: 249 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 538 21 – 538 23
Kfz-Kennzeichen: E
Verkehr
Straße: Rabštejnská LhotaKřižanovice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Jiří Blažek (Stand: 2018)
Adresse: Licibořice 17
538 23 Licibořice
Gemeindenummer: 547832
Website: www.liciborice.cz
Kirche des Erzengels Michael
Glockenturm
Boušovka

Licibořice (deutsch Litziborschitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt fünf Kilometer nordwestlich von Nasavrky und gehört zum Okres Chrudim.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Licibořice befindet sich am Bach Licibořický potok im Eisengebirge (Železné hory). Das Dorf liegt am Rande des Landschaftsschutzgebietes CHKO Železné hory. Östlich erstreckt sich das Slawitzer Wildgehege (Slavická obora). Im Norden erhebt sich die Jedlina (415 m n.m.), südöstlich die Na Vyhlídce (452 m n.m.) und im Nordwesten die Na Chocholce (452 m n.m.).

Nachbarorte sind Čejkovice, Rabštejn, Smrkový Týnec und Týnecká hájovna im Norden, Šiškovice im Nordosten, Výškov und Práčov im Osten, Mešiny, Slavice und Hradiště im Südosten, České Lhotice, Kopáčov, Křižanovice, Mezisvětí 1. díl und Požáry im Süden, Spáleniště, Samařov und Nové Lhotice im Südwesten, Liboměřice und Petříkovice im Westen sowie Mladoňovice, Pohořalka und Lipina im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung von Lycyboricz erfolgte 1329, als der Abt Jaroslav und der Prior Všeslav des Benediktinerklosters Wilmzell den wüsten Bojanover Sprengel mit Ausnahme von Křižanovice an Heinrich von Lichtenburg zur Wiederbesiedlung überließen. Der Bojanover Sprengel kam damit unter die Verwaltung der Lichtenburg. Seit 1349 ist in Lucziboricz eine dem Bistum Litomyšl zugeordnete Pfarrei nachweislich; der Ort war neben Bojanov eines der beiden Pfarrdörfer des Sprengels.

Zum Ende des 14. Jahrhunderts erwarb das Kloster das Gebiet zurück, im 15. Jahrhundert kam Licibořice zu den Gütern der Burg Oheb. Die Herren Trčka von Lípa veräußerten die Oheber Güter 1555 an Wenzel Robenhaupt von Sucha. 1564 teilten die Söhne des Sigismund Robenhaupt von Sucha, Wenzel und Albrecht, die Güter der wüsten Burg Oheb unter sich auf. Das Gut Bojanov wurde dabei an die Herrschaft Seč angeschlossen. 1628 verkaufte Johann Záruba von Hustířan die Herrschaft Seč mit Bojanov an den kaiserlichen Oberstleutnant Franz de Cuvier, der sie mit seiner Herrschaft Nassaberg vereinigte. Nach dem Tod seines Sohnes und Erben Emanuel de Cuvier († 1663) fiel die Herrschaft Nassaberg mit Seč und Bojanov dessen Mutter, Rosina de Cuvier, geborene von Heiden zu, die in zweiter Ehe mit Nikolaus von Schönfeld verheiratet war. 1753 fiel die Herrschaft Nassaberg Johann Adam von Auersperg als Universalerben des mit Joseph Franz von Schönfeld († 1737) erloschenen Grafengeschlechts von Schönfeld zu.

Die Pfarrei Licibořice erlosch während des Dreißigjährigen Krieges, die Kirche St. Michael wurde zur Filiale des Bojanover Pfarrers. Im Zuge der Josephinischen Reformen erfolgte die Erhebung der Kirche zur Lokalkirche, 1785 wurde auf Rechnung des Religionsfonds der erste Lokalist angestellt. Der Genuss des Zehnts und der Grundstücke der ehemaligen Pfarrei verblieb beim Pfarrer von Bojanov.

Im Jahre 1835 bestand das im Chrudimer Kreis gelegene Dorf Litzibořitz bzw. Ličibořiče aus 17 Häusern, in denen 112 Personen, darunter 5 protestantische und eine jüdische Familie, lebten. Unter dem Patronat des Religionsfonds standen die Lokalkirche des hl. Michael, die Lokalie und die Schule. Litzibořitz war Pfarrort für Schischkowitz (Šiškovice), Křižanowitz, Teinitz (Smrkový Týnec), Liboměřitz, Petřikowitz (Petříkovice), Deblau (Deblov), Rabstein (Rabštejn), Lipina, Slawitz (Slavice), Mladonowitz, Megtka (Mýtka) und Pohořalka mit den zugehörigen Einschichten.[3] Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Litzibořitz der Herrschaft Nassaberg untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Lícibořice ab 1849 mit den Ortsteilen Deblov, Křižanovice, Liboměřice, Lipina, Mladoňovice, Mýtka, Petříkovice, Pohořalka, Rtenín, Šiškovice und Slavice eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Nassaberg. Ab 1868 gehörte die Gemeinde zum politischen Bezirk Chrudim. 1869 hatte Licibořice 128 Einwohner. Im Jahre 1900 lebten in dem Dorf 131 Personen, 1910 waren es 138. 1910 wurde die Aufteilung der Gemeinde Licibořice in die vier Gemeinden Licibořice, Deblov, Křižanovice und Liboměřice genehmigt; bei Licibořice verblieben die Ortsteile Slavice und Šiškovice 1. díl. 1964 erfolgte die Eingemeindung nach Liboměřice. Seit dem 31. August 1990 besteht die Gemeinde Licibořice wieder.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Licibořice besteht aus den Ortsteilen Licibořice (Litziborschitz), Slavice (Slawitz) und Šiškovice (Schischkowitz).[4] Zu Licibořice gehört zudem die Einschicht Mešiny. Grundsiedlungseinheiten sind Licibořice und Šiškovice.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche des Erzengels Michael, die seit 1350 bestehende, ursprünglich spätgotische Kirche wurde im 18. Jahrhundert barock umgestaltet.
  • Barocker Glockenturm neben der Kirche
  • Wildgehege Slavická obora mit zahlreichen Teichen. Der Teich Boušovka mit seiner Seerosenpopulation ist als Naturdenkmal ausgewiesen.
  • Das südlich des Wildgeheges befindliche Chrudimkatal ist als Naturreservat Krkanka unter Schutz gestellt.
  • Turm mit Windrad der ehemaligen Wasserversorgung
  • Babiččin dvoreček (Großmutterhof), das 400-jährige Bauerngut wurde 2011–2012 saniert, um Kindern die frühere Haltung von Haustieren wie Ziegen, Kühe, Pferde und Trudhühnern erlebbar zu machen. Angeschlossen ist die Dědečkova obůrka, ein kleines Wildgehege mit Mufflons, Hirschen, Wildschweinen und Fasanen.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/547832/Liciborice
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen; statistisch-topographisch dargestellt. Band 5: Chrudimer Kreis. Prag 1837, S. 268
  4. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/547832/Obec-Liciborice
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/547832/Obec-Liciborice
  6. http://www.dvorecek-liciborice.cz/