Liste der Stolpersteine in Bitterfeld-Wolfen

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Die Liste der Stolpersteine in Bitterfeld-Wolfen enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Bitterfeld-Wolfen verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Bitterfeld-Wolfen lebten und wirkten. Bei der bislang einzigen Verlegung wurden am 3. April 2013 vier Steine an einer Adresse verlegt.[1]

Liste der Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Adresse Datum der Verlegung Person Inschrift Bild Bild des Hauses
Burgstraße 40
Erioll world.svg
3. April 2013 Helga Beermann geb. Nussbaum (1915–1996)

Helga Nussbaum floh 1933 nach Dänemark und später nach Schweden. Sie heiratete und bekam einen Sohn. Sie starb 1996.

Hier wohnte
HELGA NUSSBAUM
verh. Beermann
Jg. 1915
Flucht 1933
Dänemark
Schweden
überlebt
BW
Helmut Nussbaum (1911–2005)

Helmut Nussbaum floh 1933 nach Frankreich. Dort arbeitete er in der Landwirtschaft und wurde französischer Staatsbürger. Er heiratete und hatte mit seiner Frau zwei Kinder. Bei Kriegsausbruch wurde er zum Militär eingezogen. Er diente als Soldat und geriet in deutsche Gefangenschaft. 1945 wurde er bei Hannover befreit. Später ließ er sich in Saarbrücken nieder, wo er 2005 starb.

Hier wohnte
HELMUT NUSSBAUM
Jg. 1911
Flucht 1933
Frankreich
französischer Soldat
Kriegsgefangenschaft
befreit/überlebt
BW
Jenny Nussbaum (1885–1955)

Jenny Nussbaum floh mit ihrem Mann 1940 zunächst nach Belgien und später allein nach Frankreich. Sie wurde 1944 verhaftet und interniert, aber noch im gleichen Jahr befreit. Sie starb 1955 in Metz.

Hier wohnte
JENNY NUSSBAUM
geb. Plaut
Jg. 1885
Flucht 1940
Belgien/Frankreich
interniert Gurs
KZ Drancy
befreit/überlebt
BW
Max Meier Nussbaum (1882–1944)

Max Nussbaum kam in Frankfurt (Oder) zur Welt und lebte später in Jeßnitz und Dessau. In Bitterfeld betrieb er zunächst ein Textilgeschäft und ab 1928 ein Manufakturgeschäft. Ab 1933 war er häufigen Repressalien ausgesetzt und musste 1938 sein Geschäft zwangsverkaufen. Gegen eine Zahlung von 10.000 Reichsmark konnte er 1940 mit seiner Frau nach Belgien fliehen. Max Nussbaum ging nach Brüssel, wurde aber 1944 verhaftet und über Mechelen und Gurs nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde.

Hier wohnte
MAX MEIER
NUSSBAUM
Jg. 1882
Flucht 1940 Belgien
interniert Malines
deportiert 1944
Auschwitz
ermordet 4.4.1944
BW

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lisa Garn: Mahnmal. Neue Stolpersteine in Bitterfeld. In: mz-web.de. 28. März 2013. Abgerufen am 10. Februar 2017.