Lothar von Wurmb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Polizeipräsidenten von Berlin und Regierungspräsidenten Günther Karl Lothar von Wurmb. Zum Generalmajor siehe Lothar von Wurmb (Militär).
Lothar von Wurmb

Günther Karl Lothar von Wurmb (* 30. Januar 1824 in Kölleda; † 28. Juli 1890 in Wiesbaden) war ein deutscher Verwaltungsjurist, Polizeipräsident von Berlin und Regierungspräsident in Wiesbaden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte dem alten thüringischen Adelsgeschlecht von Wurmb und war der Sohn des späteren preußischen Generalleutnants Carl von Wurmb (1795–1890) und dessen Ehefrau Wilhelmine Christiane, geborene von Hopffgarten (1800–1865).

Wurmb heiratete am 6. Juni 1854 in Rudolstadt Emma Freiin von Gleichen genannt von Rußwurm (* 5. März 1833 in Rudolstadt; † 12. Januar 1901 ebenda), die Tochter des fürstlich Schwarzburg-Rudolstädter Kammerherrn und Oberst Alfred Freiherr von Gleichen genannt von Rußwurm und der Sophie Gräfin zu Spaur und Flavon.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurmb studierte Rechtswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Mit Hilmar von Leipzig wurde er 1843 im Corps Guestphalia Heidelberg aktiv.[1] 1850 bestand er das Referendarexamen. Er trat 1853 in die innere Verwaltung des Königreichs Preußen und kam als Regierungsassessor nach Potsdam. 1854 wurde er nach Merseburg in der Provinz Sachsen versetzt. Ab 1857 war er Landrat im Kreis Weißenfels.[2]

Im Deutschen Krieg war er 1866 Zivilkommissar des Königreichs Sachsen. 1867 wurde er Polizeipräsident in Berlin. Schließlich wurde Wurmb 1872 für 18 Jahre Regierungspräsident im Regierungsbezirk Wiesbaden. Dort wurde er 1886 zum Wirkl. Geh. Oberregierungsrat ernannt. Von 1874 bis 1890 war er Direktor des Nassauischen Vereins für Naturkunde.

Wurmb war Major in der Preußischen Armee, Dechant des Merseburger Doms und Ehrenritter des Johanniterordens.[3]

Parlamentarier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Parlamentarier wirkte er 1867 im Reichstag des Norddeutschen Bundes und von 1884 bis 1890 im Reichstag in Berlin.[4] In den Jahren 1882 bis 1885 war er als Abgeordneter der Reichs- und Freikonservativen Partei Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.[5] Von 1885 bis zu seinem Tod saß er im Preußischen Herrenhaus.[3]

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 112, 532
  2. Kreis Weißenfels (territorial.de)
  3. a b Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann (Bearb.): Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. Droste Verlag, Düsseldorf 1989. Foto S. 363. Kurzbiographie S. 490. (Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 2)
  4. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904. S. 103, 156.
  5. Bernhard Mann (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867-1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 427. (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3)