Luby

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Luby (Begriffsklärung) aufgeführt.
Luby
Wappen von Luby
Luby (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Cheb
Fläche: 3069,3991[1] ha
Geographische Lage: 50° 15′ N, 12° 24′ OKoordinaten: 50° 15′ 8″ N, 12° 24′ 21″ O
Höhe: 518 m n.m.
Einwohner: 2.147 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 351 37
Kfz-Kennzeichen: K (alte CH)
Verkehr
Bahnanschluss: Tršnice–Luby
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Karel Kubeš (Stand: 2013)
Adresse: Nám. 5.května 164
351 37 Luby
Gemeindenummer: 554634
Website: www.mestoluby.cz
Lageplan
Lage von Luby im Bezirk Cheb
Karte

Luby (deutsch Schönbach) ist eine Stadt im Karlovarský kraj in Tschechien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luby liegt im böhmischen Teil des Vogtlandes, an der Grenze zu Sachsen und gehört zum Okres Cheb. Die Straße von Wernitzgrün nach Luby ist seit August 2008 auch im Bereich der Staatsgrenze wieder für Kraftfahrzeuge geöffnet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Luby besteht aus den Ortsteilen Dolní Luby (Unterschönbach), Horní Luby (Oberschönbach), Luby (Schönbach) und Opatov (Absroth).[3] Grundsiedlungseinheiten sind Dolní Luby, Flusárna (Flußhäuser), Horní Luby, Luby, Luby II, Opatov, Výspa (Dürrengrün) und Zálubí (Egetten).[4]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralgemeinden Dolní Luby, Horní Luby, Luby, Luby II, Opatov u Lubů und Výspa.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geigenmacher in Luby

Im Mittelalter galt Schönbach als Zentrum der umliegenden Landschaft, des Schönbacher Ländchens (vergleiche auch Ascher Ländchen). Als Besitzer waren das Kloster Waldsassen und die Familie von Sparneck mit dem Burggrafen von Eger Rüdiger von Sparneck bekannt.

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist in Oberschönbach (Horní Luby) der Abbau von Quecksilbererzen, insbesondere von Zinnober, belegt. Schönbach wurde am 9. Januar 1319 durch König Ludwig IV. zur Stadt erhoben, erhielt einen Wochenmarkt und wurde mit dem Stadtrecht nach dem Vorbild von Eger ausgestattet.[6] Unter dem Abt Franz Kübel wurde es zusammen mit dem umgebenden Schönbacher Ländchen 1348 vom Kloster Waldsassen dem Burggrafen Rüdiger von Sparneck verkauft.

Vor allem um das 16. Jahrhundert galt die Lagerstätte als bedeutendste Mitteleuropas. Im Jahr 1536 arbeiteten über 200 Bergleute in mehreren Gruben, die Jahresproduktion betrug 13,5 Tonnen Zinnober. Während des Dreißigjährigen Krieges kam der Bergbau vollständig zum Erliegen. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Gerichtsbezirk Wildstein bzw. Bezirk Eger.

Die Stadt war seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Zentrum des Geigenbaus und wurde 1897 in einer Publikation als „Österreichs Cremona“ bezeichnet. 1929 waren im Instrumentenbau rund 1500 Menschen beschäftigt.

Am 1. Dezember 1930 hatte die Stadt Schönbach 4770 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 4269 und am 22. Mai 1947 dann 2176 Bewohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die überwiegend deutschböhmische Bevölkerung vertrieben. 1600 Schönbacher siedelten sich in Bubenreuth bei Erlangen an, das seither als ein weiteres Zentrum des Geigenbaus neben Mittenwald in Oberbayern und Markneukirchen im vogtländischen Musikwinkel gilt.

Seit dem Ende des Kommunismus gibt es auch in Luby wieder mittelständische Instrumentenbauer. Im Juni 2005 wurde die Geigenbauschule geschlossen und nach Cheb verlegt.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[7]
1869 2640
1880 2967
1890 3639
1900 4180
1910 4890
Jahr Einwohnerzahl
1921 4544
1930 4770
1950 2244
19611 2252
19702 2551
Jahr Einwohnerzahl
19802 2644
19912 2509
20012 2478
20112 2197
1 Luby mit Dolní Luby, Horní Luby und Opatov
2 Luby mit Dolní Luby, Horní Luby, Opatov und Výspa

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jiří Pátek (Hrsg.): Aus der Geschichte des Egerländer Geigenbaus, Odborná houslařská škola / Integrovaná střední škola - Houslařská škola, Cheb 2014, ISBN 978-80-260-7712-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/554634/Luby
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/554634/Obec-Luby
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/554634/Obec-Luby
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/554634/Obec-Luby
  6. Rudolf Langhammer: Waldsassen - Kloster und Stadt. Waldsassen 1936, S.131.
  7. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 9. Februar 2016 (tschechisch).