Mühlenweg (Wallhalbtal)

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Mühlenweg im Wallhalbtal
Mühlenweg mit der Wallhalb im Vordergrund
Mühlenweg mit der Wallhalb im Vordergrund
Daten
Länge 23 kmdep1
Lage Deutschland
Startpunkt Landstuhl
49° 24′ 44,8″ N, 7° 34′ 5,2″ O
Zielpunkt Thaleischweiler-Fröschen
49° 15′ 34,3″ N, 7° 33′ 4,6″ O
Typ Wanderweg
Höhenunterschied 257 m
Höchster Punkt 375 m ü. NHN
Niedrigster Punkt 245 m ü. NHN
Schwierigkeitsgrad leicht
Jahreszeit ganzjährig
Besonderheiten Wallhalbtal, 13 Mühlen, Burg Nanstein

Der Mühlenweg im Wallhalbtal liegt in der Westpfalz (Rheinland-Pfalz). Er verläuft durch die Sickinger Höhe von der Sickingen­stadt Landstuhl im Norden über Wallhalben bis nach Thaleischweiler-Fröschen im Süden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Landstuhl nach rechts auf die Sickinger Höhe hinauf

Der 23 km lange Wander- und Radwanderweg steigt auf den ersten 3 km recht steil an und führt vom Zentrum der Stadt Landstuhl, das auf 251 m Höhe[1] im Landstuhler Bruch liegt, teilweise in Serpentinen hinauf auf die Sickinger Höhe.

Bei der Unterquerung der Autobahn 62 erreicht der Wanderweg mit etwa 375 m () seinen höchsten Punkt. Von dort aus verläuft er nach Mittelbrunn und folgt dann – das leichte Gefälle des Stuhlbachs übernehmend – diesem, bis er in Wallhalben amtlich zur Wallhalb wird. Zwischen Landstuhl und Wallhalben führt der Mühlenweg entlang der Landesstraße 469.

In Wallhalben wechselt der Mühlenweg an die Seite der Landesstraße 475. Auch an der Wallhalb entlang weist er ein leichtes Gefälle auf, das demjenigen des Gewässers entspricht.

Der Mühlenweg endet unterhalb der Wohnbebauung des Ortsteils Thaleischweiler auf 245 m[2] nahe der Stelle, wo die Wallhalb in den Schwarzbach mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krähenberg-Meteorit

Der Mühlenweg wurde 1978 geschaffen und ist ein touristisches Gemeinschaftsprojekt der Stadt und Verbandsgemeinde Landstuhl sowie der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Seit 1996 findet alle zwei Jahre im Frühsommer – und zwar in den geraden Jahren, in denen kein Sickinger Grumbeere-Markt[3] gefeiert wird – der Erlebnistag autofreies Wallhalbtal statt. Das gesamte Tal wird dann für den Kraftverkehr gesperrt, und auch die Straßen sind nur für Radfahrer, Inlineskater und Wanderer frei. Selbst bei weniger gutem Wetter kommen 5000 Gäste, bei Sonnenschein können es bis zu 15.000 sein.

Wenige Kilometer westlich des Mühlenwegs erinnert seit 2009 der Meteoriten-Wanderweg (WinterbachKrähenbergKleinbundenbachGroßbundenbachZweibrücken) an den 1869 auf der Sickinger Höhe niedergegangenen Krähenberg-Meteoriten, dessen „Knall“ in einem Umkreis von bis zu 100 km registriert wurde.[4]

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zur Landstraße führt der Mühlenweg an zehn Wassermühlen direkt vorbei. Zwei liegen in Landstuhl abseits und eine weiter bachabwärts in der Nähe des Wegs, dessen Umgebung teilweise den Status eines Landschaftsschutzgebiets genießt. Einige der Mühlen wurden von Nebenbächen aus dem Einzugsgebiet der Wallhalb und nicht von dieser selbst mit Wasser versorgt.

# Mühlen
von Nord nach Süd
Lage zum Mühlenweg
(d = direkt, a = abseits)
Ehemals versorgte Ortschaften[5]
1. Untere Mühle a Landstuhl
2. Obere Mühle a Landstuhl
3. Mittelbrunner Mühle d Mittelbrunn
4. Scharrmühle d Gerhardsbrunn
5. Knopper Mühle d Knopp-Labach
6. Katzenmühle d Oberhausen
7. Wallhalber Mühle d Wallhalben
8. Würschhauser Mühle d frühere Siedlung Werschhausen
9. Konradsmühle d Herschberg
10. Kneispermühle d Maßweiler, Reifenberg, Schmitshausen, Oberhausen
11. Rosselmühle d Großteil des Wallhalbtals
12. Weihermühle a Herschberg
13. Faustermühle d Thaleischweiler

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Nanstein – Nahe beim nördlichen Ursprung des Wanderwegs liegt die Burg Nanstein, in welcher 1523 der belagerte Ritter Franz von Sickingen den Tod fand.

Wallhalber Mühle – Bemerkenswert an der im Ortskern des namensgebenden Dorfes gelegenen Wallhalber Mühle ist, dass das Wasser über einen 2,5 km langen Graben herangeschafft wurde. Trotz der Betriebsaufgabe der Getreidemühle gibt es die schon frühzeitig angeschlossene Bäckerei immer noch.

Waschbrunnen – Der Waschbrunnen von Wallhalben trägt seinen Namen, weil dort die Dorfbevölkerung, ehe Wasserleitungen gebaut wurden, die Möglichkeit zum Wäschewaschen hatte.

Kneispermühle – Die von 1440 stammende Kneispermühle wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und 1701 wieder aufgebaut. Heute ist sie ein Ausflugslokal, wo die Gäste unter mächtigen Rosskastanien rasten können. Um auch in Trockenzeiten genügend Antriebswasser verfügbar zu haben, wurde die Wallhalb vor der Kneispermühle zu einem größeren Teich, einem Woog, aufgestaut, der bis heute erhalten blieb und zum beschaulichen Gesamteindruck beiträgt.

Rosselmühle – Nur in der ältesten Mühle des Tals, der Rosselmühle, die nach ihrem Betriebsende 1986 zu einem Mühlenmuseum ausgestaltet wurde, ist zu Demonstrationszwecken noch ein originales Wasserrad in Betrieb. Ihre erste Errichtung lag wohl vor 1400, der heutige Bau stammt aus der Zeit um 1720. Anfangs war die Rosselmühle eine Knochenmühle, auch Knochenstampfe genannt, die Knochenmehl als Dünger für die Landwirtschaft erzeugte. Mit dem Aufkommen der chemischen Industrie wurde sie zur Hanf­reibe umgebaut und noch später zur Getreidemühle.

Weihermühle – Die etwas seitlich nach Herschberg zu gelegene Weihermühle wird als Landgasthof mit Pony- und Pferdevermietung betrieben.

Wasserschaupfad und Odenbach-Kessel – Der Wasserschaupfad beginnt gleich hinter der Weihermühle und führt in nordöstlicher Richtung über einige Kilometer zunächst am Schauerbach aufwärts und dann zu den Quellen des Odenbachs. Die Gegend um dessen Kessel, eine hochgelegene Senke, ist gänzlich naturbelassen: Unter dunklen Fichten liegen große mit Moos überzogene Felsbrocken, zwischen denen sich der Pfad emporschlängelt. Durch die Felsformationen bahnen sich die Quellläufe des Odenbachs ihren Weg. In vernehmlich rauschenden Kaskaden überwinden sie die Felsen, das spärliche Sonnenlicht fängt sich in den Nebeltröpfchen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Höhe und Lage des Startpunkts auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 5. Januar 2021.
  2. Höhe und Lage des Zielpunkts auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 5. Januar 2021.
  3. a b Grumbeere-Markt bedeutet im örtlichen Dialekt „Kartoffel-Markt“.
  4. Der große Knall bleibt unvergessen. In: Pfälzischer Merkur. Zweibrücken 20. Juli 2009.
  5. Mühlenweg. (Nicht mehr online verfügbar.) Pfälzer Mühlenland, archiviert vom Original am 23. Juni 2015; abgerufen am 23. Juni 2015.