Schmitshausen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 18′ N, 7° 31′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Südwestpfalz | |
| Verbandsgemeinde: | Thaleischweiler-Wallhalben | |
| Höhe: | 375 m ü. NHN | |
| Fläche: | 4,49 km² | |
| Einwohner: | 403 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 90 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 66484 | |
| Vorwahl: | 06375 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PS, ZW | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 40 224 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Hauptstraße 52 66987 Thaleischweiler-Fröschen | |
| Website: | www.vgtw.de | |
| Ortsbürgermeisterin: | Sabrina Engel | |
| Lage der Ortsgemeinde Schmitshausen im Landkreis Südwestpfalz | ||

Schmitshausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz im Bundesland Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben an und wird oft als „Rosendorf“ bezeichnet.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schmitshausen liegt auf der Sickinger Höhe. Die Entfernung zur Stadt Zweibrücken beträgt 15 km. Zu Schmitshausen gehören zusätzlich die Wohnplätze Am Ochsenberg und Hellborner Hof.[2] Die Wallhalb bildet größtenteils die östliche Gemeindegrenze. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Wallhalben, Herschberg, Reifenberg, Winterbach und Biedershausen. Vor Ort nimmt sie von rechts die Brechersklamm auf.
Durch die Grenzziehung im Osten ergibt sich die ungewöhnliche Situation, dass einige Gebäude an den Straßen Am Ochsenberg und Talstraße, die siedlungsmäßig zu Wallhalben gehören, auf der Gemarkung von Schmitshausen und damit etwa einen Kilometer von der Kerngemeinde entfernt liegen. Dazu gehören auch die katholische Allerheiligenkirche mit Pfarrhaus, die Grundschule Wallhalben und die Realschule Wallhalben sowie das dortige Gebäude der Feuerwehr.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort wurde im Jahr 1685 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte er zu Pfalz-Zweibrücken.
Von 1798 bis 1804, als die Pfalz Teil der Französischen Republik und anschließend bis 1814 Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Schmittshausen – so die damalige Schreibweise – in den Kanton Zweibrücken eingegliedert und war Sitz einer eigenen Mairie, die zusätzlich Oberhausen und Reifenberg umfasste. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Zweibrücken an; aus diesem ging das Bezirksamt Zweibrücken hervor.
Als Folge des Ersten Weltkriegs war Schmitshausen wie die gesamte Pfalz bis 1930 dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. 1939 wurde der Ort in den Landkreis Zweibrücken eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Bundeslandes Rheinland-Pfalz. 1967 erreichte Schmitshausen beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden die Goldmedaille. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort 1972 in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz); im selben Jahr wurde er der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Wallhalben zugeordnet. Seit 2014 gehört Schmitshausen zur Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schmitshausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]
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Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ende 2014 waren 60,0 Prozent der Einwohner katholisch und 30,1 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Schmitshausen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[5]
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sabrina Engel wurde am 1. August 2024 Ortsbürgermeisterin von Schmitshausen.[6] Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat,[7] der sich auf seiner konstituierenden Sitzung einstimmig für Sabrina Engel entschied.[6]
Ihr Vorgänger Markus Schieler hatte das Amt seit Juli 2014 inne und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.[8][6] Schielers Vorgänger waren Willi Hunsicker (2004–2014), Adolf Strauf (1994–2004) und bis 1994 der langjährige Ortsbürgermeister Alois Staab.[9][10]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Blau ein silbernes Hufeisen mit abwärts gekehrten Stollen, mitten darin eine silberne Rose mit blauen Butzen.“[11] | |
| Wappenbegründung: Das Hufeisen steht für die Herleitung des Ortsnamens von einer Schmiede, die auch zur Flurbezeichnung "zedem Smidehusen" geführt hat, die Rose für den Beinamen „Rosendorf“ des Ortes.[12]
Es wurde 1981 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. |
Gemeindepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 1971 schloss Schmitshausen eine dreifache kommunale Partnerschaft im Zeichen der Rose mit Limana in Italien, Longuyon in Frankreich und Walferdange in Luxemburg. Pate dieser Partnerschaften ist der Saarländische Rundfunk in Saarbrücken. Ab 1979 wurden auch die Schulen in diese Partnerschaft mit einbezogen. 1981 verlieh der Europarat in Straßburg der Ortsgemeinde den Titel „Gemeinde Europas“ verbunden mit der Überreichung der Europafahne.[12]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kulturdenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Anwesen Sonnenbergstraße 7 ist als Denkmalzone ausgewiesen. Hinzu kommen insgesamt 14 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das Dorfgemeinschaftshaus, in dem das Heimatmuseum Wallhalben untergebracht ist.
Aussichtsturm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf einer etwa 500 Meter südwestlich des Ortes liegenden Anhöhe (386 m NN)[13] befindet sich ein alter Wasserhochbehälter von 1898,[13] auf dem 1980[14] vom Verein der Rosenfreunde Schmitshausen e.V und dem örtlichen Verschönerungsverein ein 8,4 m[15] hoher hölzerner Aussichtsturm errichtet wurde. Von der oberen, auf 5,8 m[15] Turmhöhe liegenden überdachten Aussichtsplattform hat man einen guten Blick über die Hügellandschaft der Sickinger Höhe bis hin zum Hunsrück.
Natur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einziges Naturdenkmal vor Ort ist eine Europäische Lärche in der Pirmasenser Straße.
„Rosendorf“
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1967 verlieh der Verein Deutscher Rosenfreunde dem blumengeschmückten Ort den Titel Rosendorf. Am Dorfplatz, im sogenannten Rosengärtchen, in Anlagen sowie in privaten Anwesen sind in der Blütezeit noch immer alle Arten von Rosen zu sehen. Im Jahre 1976 wurde beim vierten Rosenfest eine Kletterrose auf den Namen „Rosendorf Schmitshausen“ getauft.[16]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wasserversorgung wurde früher durch die in Maßweiler ansässige Kneispermühle gewährleistet.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch Schmitshausen führt die Landesstraße 466. Über die nahegelegenen A 6, A 8 und A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr.
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben einem Jugendheim und einer Gemeindebücherei verfügt die Gemeinde über mehrere Naherholungseinrichtungen in Form von Jugendzeltplatz, Waldlehrpfad und Rasthütte mit Grillanlage. Zudem führen der Radweg Südwestpfalz-Tour und der mit einem gelben Balken markierte Fernwanderweg Saar-Rhein-Main mitten durch Schmitshausen.
Ehrenbürger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Erich Henkes (1933–2025), Dorferneuerer, von 1959 bis 1986 Grundschullehrer in Schmitshausen und anschließend bis 1996 Rektor der Franz-von-Sickingen-Schule Wallhalben; er betätigte sich ehrenamtlich in vielfältiger Weise für die Gemeinde, darunter für ihre Entwicklung zum Rosendorf, ihre internationalen Partnerschaften, das Heimatmuseum im Gemeinschaftshaus, den Waldlehrpfad und den von der Deutschen Gartenbaugesellschaft 2002 prämierten Landfriedhof.[17][18]
- Karl Höchst (1926–2005), Journalist beim Saarländischer Rundfunk, engagierte sich nach einer Reportage im Jahre 1967 zum Sieg Schmitshausens im Bundeswettbewerb nachhaltig in der Gemeinde und wurde auch Ehrenmitglied des örtlichen Vereins der Rosenfreunde.[19]
- Oskar Scheerer (1906–1971), Zweibrücker Gartenbaudirektor und Präsident des Vereins Deutscher Rosenfreunde, hatte maßgeblich Anteil daran, dass Schmitshausen den Titel „Erstes Rosendorf der Bundesrepublik“ verliehen wurde.[20][21]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Ortsgemeinde Schmitshausen
- Ortsgemeinde Schmitshausen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben
- Literatur über Schmitshausen in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Februar 2022[Version 2025 liegt vor.]. S. 168 (PDF; 3,3 MB).
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 5. Januar 2022.
- ↑ Gemeindestatistik KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
- ↑ Markus Schieler (Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Schmitshausen am 9. Juni 2024. In: Mitteilungsblatt VG Thaleischweiler-Wallhalben, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 12. Juni 2024, abgerufen am 2. März 2025.
- ↑ a b c Sabrina Engel (Ortsbürgermeisterin): Unterrichtung der Einwohner gemäß § 41 Abs. 5 GemO über die Ergebnisse der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates der Ortsgemeinde Schmitshausen vom 01.08.2024. In: Mitteilungsblatt VG Thaleischweiler-Wallhalben, Ausgabe 37/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 25. August 2024, abgerufen am 2. März 2025.
- ↑ Schmitshausen, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Schmitshausen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 2. März 2025.
- ↑ Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates der Ortsgemeinde Schmitshausen. (PDF) Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, 15. Juli 2014, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2021; abgerufen am 29. März 2020.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 29. März 2020 (siehe Thaleischweiler-Fröschen-Wallhalben, Verbandsgemeinde, 18. Ergebniszeile).
- ↑ Norbert Schwarz: Markus Schieler einstimmig Bürgermeister. Pfälzischer Merkur, 4. August 2019, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2020.
- ↑ Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
- ↑ a b Schmitshausen. Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ a b Angaben laut Gedenktafel am Wasserhochbehälter
- ↑ Angaben laut Informationen des Vereins der Rosenfreunde Schmitshausen e. V.
- ↑ a b Höhenangaben laut privat durchgeführten Messungen
- ↑ Rosenadressenverzeichnis - Rosenfirmen, Rosengärten und mehr: Deutschland Postleitzahlbereich 6. In: Welt der Rosen: Rosenwelt Rosenzauber Rosenlust Rosenfaszination – (fast) alles über Rosen. Abgerufen am 5. Januar 2022.
- ↑ Martina Benkel: Schmitshausen: Ehrenbürger Hans Erich Henkes macht sich große Sorgen um sein Heimatdorf. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, 2. Juli 2019, abgerufen am 15. November 2023 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Mario Moschel: Hans Erich Henkes aus Schmitshausen ist tot. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, 23. April 2025, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Höchst Karl Eduard. In: Saarländische Biografien. Joachim Conrad, Püttlingen, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Barbara Sittinger: Oskar-Scheerer-Stiftung und Wildrosengarten: Große Jubiläumsfeier. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, 9. Mai 2025, abgerufen am 16. November 2025 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Volker Baumann: Vieles dreht sich um die Rose. In: Saarbrücker Zeitung. Saarbrücker Zeitung Medienhaus GmbH, 13. Oktober 2020, abgerufen am 16. November 2025.

