M29 Weasel

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M 29 Weasel
M29 Weasel 3.jpg

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Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 2 Mann
Länge 3,20 m
Breite 1,78 m
Höhe 1,52 m
Masse 1,8 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung keine
Hauptbewaffnung keine
Sekundärbewaffnung keine
Beweglichkeit
Antrieb Studebaker 6-Zylinder-Otto-Reihenmotor, wassergekühlt
56 kW (75 hp)
Geschwindigkeit 58 km/h
Leistung/Gewicht 30,6 kW/t
Reichweite ca. 250 km

Der M29 Weasel war ein von der Studebaker Corporation hergestelltes US-amerikanisches ungepanzertes Vollkettentransportfahrzeug des Zweiten Weltkrieges.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung für die Entwicklung des M29 Weasel waren die Ideen des britischen Erfinders Geoffrey Pyke. Dieser hatte im März 1942 Angriffe auf deutsche Truppen und industrielle Anlagen in Norwegen vorgeschlagen. Die deutsche Kern-Forschung des Zweiten Weltkrieges war an dem in Norwegen produzierten „Schweren Wasser“ interessiert. Das war den Alliierten bekannt und man ging davon aus, dass es ein deutsches Atombomben-Programm gäbe, welches um jeden Preis gestoppt werden müsse.[1]

Der Erfinder Pyke wollte helfen eine solche Entwicklung zu stoppen und schlug für die Operationen gegen das norwegische Kraftwerk Vemork in dem das „Schwere Wasser“ gewonnen wurde vor, die Anlagen mit Kommandotruppen zu zerstören. Hierbei sollten, nach Anpassung der ursprünglichen Planung durch den amerikanischen Stabschef, George C. Marschall, kleine Kampfgruppen mit geländegängigen Kettenfahrzeugen eingesetzt werden, die auch in der Schneelandschaft Norwegens zuverlässig mehrere Ziele erreichen können sollten. Das entsprechende Entwicklungs-Project Plough, sollte die kombinierte US-amerikanisch-kanadische Spezialeinheit, die First Special Service Force, noch vor dem Winter 1942–43 mit diesem Fahrzeug ausrüsten. Hierzu sollte es leicht genug sein, um in einem Flugzeug transportiert werden zu können und dann über dem Ziel per Fallschirm abgeworfen zu werden. Gleichzeitig sollte es gut genug motorisiert sein um durch allen Arten von Schnee fahren zu können.[1]

Die Briten aus deren Reihen die Idee kamen, wendeten sich an die Amerikaner, da man in Großbritannien nicht über die nötigen technischen Ressourcen verfügte, um ein solches Fahrzeug zu entwickeln. Die Amerikaner ihrerseits gaben das Projekt an die kanadischen Alliierten, die besonders erfahren mit Schneefahrzeugen waren. Der technische Ingenieur Georg Johann Klein, der später auch als Erfinder des elektrischen Rollstuhls galt, wurde in Ottawa vom National Research Council (NRC) mit dem Projekt betraut.[1]

Bei der US-Army wurde der M29 Weasel vom M76 Otter abgelöst, dem seinerseits der M116 Husky, der M733 Amphibious Personnel Carrier von der Pacific Car and Foundry Company und endlich der Bandvagn 206 folgte.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1942 trafen sich Georg Klein und Geoffrey Pyke im historischen Chateau Laurier in Ottawa, um einen Entwurf auszuarbeiten. Dieser wurde in Kanada vom Ottawa NRC Research Labs als Prototyp gebaut und unter größter Geheimhaltung den amerikanischen Streitkräften vorgestellt. Von dem Entwurf überzeugt, wurden basierend auf den Plänen aus Ottawa eine Kleinserie für die Operation Plough bei dem US-amerikanischen Fahrzeughersteller Studebaker Corporation bestellt.[1]

Die Ingenieure von Studebaker folgten nur bedingt der Konzeption von Klein und ersetzten die von ihm vorgesehene Gummikette und Gummilaufrollen durch Metallteile. Als Klein davon erfuhr entwickelte er mit Rubber Labs in Ottawa eine eigene Gummikette. Beim Test des Studebaker Prototypen passierte was Klein schon erwartet und gewusst hatte. Eis und Schnee froren an der Kette und im Laufwerk fest und blockierten das Fahrwerk, so dass das Fahrzeug ausfiel. Letztlich wurde das von Klein entwickelte Fahrwerk mit Gummikette übernommen.[1]

  • Der Light Cargo Carrier T-15 wurde Anfang 1943 als bei der US Army eingeführt[2] und später M28 Cargo Carrier (T15) genannt.[3][4]
  • Der Light Cargo Carrier T24 wurde im Juli 1943 als nächstes Modell von der US-Army beschrieben.[5][6]
  • Der M28 Cargo Carrier (T15) wurde im September 1943 als nächstes Modell von der US-Army beschrieben.[7][8]

Im Jahr 1943 wurde der weiterentwickelte Typ Light cargo carrier T 24 auch als M29 Cargo Carrier bekannt und anstelle des M28 produziert. In späteren Dokumenten wie das United States Army Field Manual Nr. FM 70-15 wurde als Kurzbezeichnung des Fahrzeuges „M29“ genutzt.[9]

Angesichts vieler Herausforderungen auf dem pazifischen Kriegsschauplatz und den bevorstehenden Landungsoperationen auf dem europäischen Festland, entwickelten die Studebaker Ingenieure eine amphibische Variante bei der vorne und hinten am Fahrzeug große Auftriebskörper an der Fahrzeugwanne montiert waren. Diese spezielle Variante wurde als Cargo Carrier M29C eingeführt.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein M29 als Fahrzeug für den Einsatz in der Arktis

Der M29 ist ein sehr kleines Fahrzeug. Es wurde für den Einsatz in kalten und schneereichen Gegenden entworfen. Das ungepanzerte und unbewaffnete Fahrzeug hatte keine Fahrerkabine. Das Raupenfahrwerk war breiter als bei anderen Kettenfahrzeugen dieser Zeit, um in Schnee und Schlamm gute Fahreigenschaften zu gewährleisten. Der Studebaker-Motor erwies sich als sehr robust und zuverlässig. Ursprünglich war eine Bewaffnung zwar nicht vorgesehen, dennoch wurde bei einigen M28 und M29 am Heck ein schweres Maschinengewehr installiert. Ähnlich wie bei den auf Straßen eingesetzten Jeeps diente das MG zur Selbstverteidigung.

M28 Cargo Carrier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersten Variante mit Motor hinten im Fahrzeug. Es ist in den Technical Manuals TM 9-893, TM 9-1893A und TM 9-1893B beschrieben.[3]

Für den Carrier, Light Cargo, T15 wird im Handbuch zu Fahrzeugen der US Army von 1943 beschrieben, dass für die zweiköpfig Besatzung zwei .30-Zoll-Karabiner M1 im Fahrzeug mitgeführt wurden. Zusätzlich war als Bewaffnung ein Maschinengewehr .30 Browning M1918, ein Maschinengewehr .45 M1928 A1 oder ein Panzerabwehr-Raketenwerfer M1 möglich.

Das Fahrzeug hatte ein Leergewicht 1.568 kg und konnte eine Zuladung von 572 kg transportieren. Wodurch das zulässige Gesamtgewicht bei 2,2 t (2,4 ST) lag.

Der T15 war 3350 m (132 in) lang, 1520 mm (60 in) breit und 1700 mm (67 in) hoch.

Angetrieben wurde das Fahrzeug von einem Studebaker-6-Zylinder-Ottomotor Model 6-170 mit 169,6 in³ (2780 cm³) Hubraum und einer Motorleistung von 75 hp (56 kW).

Auch wenn das Fahrzeug nicht als Amphibienfahrzeug konzipiert war, war bereits bei diesem Modell eine hohe Watfähigkeit von 1040 mm und eine Schwimmfähigkeit ab 1110 mm Wassertiefe vorgesehen.

M29 Cargo Carrier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterentwickelte Variante mit dem Motor rechts vom Fahrer.

M29C Cargo Carrier (Amphibische Variante)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M29C Weasel mit Heckverlängerung und Ruderanlage für den Schwimmbetrieb

Er war vollständig amphibisch, ließ sich aber aufgrund seiner kantigen Bauweise, vor allem im Bugbereich, im Wasser schlecht steuern.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die M28, M29 und M29 C wurde von 1942 bis 1945 in einer Stückzahl von insgesamt 15.124 Exemplaren gebaut.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der M29 Weasel wurde in verschiedenen Varianten eingesetzt. Neben den leichten Transportfahrzeugen für die Nachschubtruppen gab es Kommandofahrzeuge zur Mobilisierung der Kommandoposten, Funkwagen, Sanitätsfahrzeuge sowie Signalfahrzeuge.

Die Fahrzeuge waren nie offiziell an Kampfeinsätzen beteiligt, sondern erfüllten eine logistische Aufgabe.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die M29 weiterhin im Bestand der US-Streitkräfte und einiger verbündeter Nationen.

Zivil fand das Fahrzeug allgemein in der Polarforschung Verwendung, da es ursprünglich für dieses Gelände entwickelt wurde. Auch Norwegen kaufte einige der Fahrzeuge, die dort bis in die 1980er-Jahre ihren Dienst versahen.[10]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M28: Vorserienmodell und erstes Baulos
  • M29: Geländefahrzeuge
  • M29C: Amphibisches Geländefahrzeug

Weiterentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine nennenswerte Weiterentwicklung auf Basis des M29 Weasel wurde 1957 als Polecat bekannt. Dabei wurden 2 Fahrzeuge gekoppelt. Weiterhin entstand in den 1970er-Jahren für das schwedische Militär bei Hägglunds der ebenfalls aus zwei gekoppelten Fahrzeugen bestehende Bandvagn 206.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: M29 Weasel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e OPERATION PLOUGH: Top secret vehicle designed in Ottawa to take on Nazis. In: Ottawa Rewind. 29. März 2016, abgerufen am 21. August 2022 (englisch).
  2. TM 9-893 Light Cargo Carrier T-15 veröffentlicht am 5. Februar 1943
  3. a b War Department: US Army Standard Military Motor Vehicles 1943 1979 S.42-43
  4. TM 9-1893A M28 Cargo Carrier (T15) veröffentlicht am 14. September 1943
  5. TM 9-1772A Light Cargo Carrier T24 veröffentlicht am 2. Juli 1943
  6. TM 9-1772B Light Cargo Carrier T24 veröffentlicht am 2. Juli 1943
  7. TM 9-1893A M28 Cargo Carrier (T15) veröffentlicht am 14. September 1943
  8. TM 9-1893B M28 Cargo Carrier (T15) veröffentlicht am 14. September 1943
  9. FM 70-15 Operations in Snow and Extreme Cold veröffentlicht am 4. November 1944
  10. Weasel bei transportation.army.mil (Archivversion vom 1. Dezember 2017; englisch)