Paccar

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PACCAR
PACCAR-logo.svg
Rechtsform Corporation
ISIN US6937181088
Gründung 1905
Sitz Bellevue, Washington

Leitung

  • Mark C. Pigott, Vorsitzender & CEO
  • Thomas E. Plimpton, Präsident
Mitarbeiter 22.800[1]
Umsatz 17,06 Mrd. US-Dollar[1]
Branche Nutzfahrzeugbau
Website www.paccar.com
Stand: 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012

Paccar Inc. ist einer der größten Lkw-Hersteller aus den Vereinigten Staaten. Der Hauptsitz des an der Nasdaq und im S&P 500 gelisteten Unternehmens befindet sich nahe Seattle in Bellevue im US-Bundesstaat Washington.

Paccar beschäftigte 2012 rund 22.800 Mitarbeiter weltweit.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

William Pigott Senior gründete 1905 die Seattle Car Manufacturing Company in Bellevue, die zunächst Eisenbahn- und Holzfäller-Ausstattung herstellte. Nach dem Zusammenschluss mit dem Unternehmen Twohy Brothers aus Portland in Oregon wurde die Firma in Pacific Car and Foundry Company geändert.

Das Unternehmen stellte von Pferd oder Ochsen gezogene Holzfahrzeuge her, die insbesondere für die Holzindustrie der dichten, hügeligen Wälder im Nordwesten der USA geeignet waren. In den folgenden Jahren spezialisierte sich das Unternehmen auf Luftbremsen, offene Autos, Kühlwagen für den Versand von leicht verderblichen Produkten und Anhänger bzw. Auflieger, die von einer Zugmaschine gezogen werden konnten. Das Unternehmen stellte auch Baustahl für die Verwendung in Säulen und Trägern her. Im Jahr 1924 verkaufte der Gründer, William Pigott, eine Mehrheitsbeteiligung an der Firma „American Car und Foundry Company“. Doch sein Sohn, Paul Pigott kaufte diese Anteile 1934 zurück.

Während der Großen Depression im Jahr 1930 nach dem Börsencrash 1929 stiegen die Gewinne des Unternehmens zunächst noch, aber in deren weiterem Verlauf wurde Pacific Car and Foundry Company schwer getroffen. In den späten 1930er Jahren erhielt der Konzern Regierungsaufträge für die Lacey V. Murrow Memorial Bridge und auch Aufträge von anderen Unternehmen.

Im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs partizipierte Pacific Car and Foundry Company an der großen Nachfrage nach Stahl für Flugzeuge, Flughäfen, Brücken, Kriegsschiffe, Autobahnen und anderem, das dazu beigetrug, die amerikanische Infrastruktur für die Beteiligung am Zweiten Weltkrieg zu unterstützen. Der Konzern baute für Boeing die Aluminiumflügel für die Boeing B-17^-Bomber. Im Jahr 1942 baute das Unternehmen Ford Motor Company den M4-Panzer für die US-Armee[2]. Das Unternehmen war in der Lage, fast alle Teile für die Panzer in der eigenen Gießerei herzustellen. Andere Militärfahrzeuge, die gebaut wurden, waren die M25-Panzertransporter und der T28. Ein anderes kriegswichtiges Unternehmen “Everett Pacific Shipbuilding and Dry Dock Company“ wurde nach der Gründung 1942 von Pacific Car and Foundry im Jahre 1944 gekauft. Es baute Schiffe für die US-Marine in Port Gardner Bay in Everett.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war „Pacific Car and Foundry Company“ ein Generalunternehmer, der während des Korea-Konflikts Panzer produzierte. Im Jahr 1945 kaufte das Unternehmen die „Kenworth Motor Truck Corporation“ [3]. Kenworth produzierte seit 1923 Lastwagen in Seattle. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion auf Militär-LKW und Flugzeug-Baugruppen für die US-Armee verlagert. Nach dem Krieg wurde der Schwerpunkt auf zivile Nutzfahrzeuge und Busse gelegt.

Im Jahr 1954 erwarb Pacific Car and Foundry Company die „Dart Truck Company” in Kansas City, Missouri, und die “Peterbilt Motors Company”, in Oakland, Kalifornien. Die Firma Dart baute in erster Linie schwere LKW und Spezialfahrzeuge. Peterbilt war ein wichtiger Wettbewerber von Kenworth, der viele Arten von LKWs und Busse produzierte. Die Steel Division lieferte den Stahl für den Bau der Seattle-First National Bank Zentrale und das Space Needle in Seattle im Jahr 1961. Die Firma stellte insgesamt 5668 Stahlplatten her, die für das World Trade Center in New York City verwendet wurden.

1970 bis 1990

1972 wurde der Firmenname offiziell in Paccar Inc. geändert, der Name Pacific Car and Foundry Company bezeichnete weiterhin einen Unternehmensbereich. Trotz der Rezession in 1974 gelang es Paccar, den Umsatz im Laufe der 1970er Jahre zu erhöhen. Paccar kaufte 1973 „Wagner Mining Company“, die Bergbaufahrzeuge herstellte [4]. Im Jahr 1975 wurde „International Car Company“ und 1980 „Foden Trucks“, ein britischer Lkw-Hersteller, gekauft. Foden verkaufte Lastwagen in Europa und Afrika. Das Paccar Technical Center wurde 1980 in Mount Vernon, Washington, als Forschungs- und Testanlage aufgebaut. Die Anlage besitzt Teststrecken, Motortestzellen, Materialien Prüflaboratorien und Strukturlabors. In der Mitte der 1980er Jahre fiel der Anteil von Paccar von an schweren Lkw in den USA auf etwa 18% wegen des aggressiven Wettbewerbs des Mitbewerbers Freightliner Trucks, eine Tochtergesellschaft der Daimler AG. Wegen dieser Situation war Paccar gezwungen, im Jahre 1986 sein Kenworth Montagewerk in Kansas City und sein Peterbilt Werk in Newark, Kalifornien, zu schließen. Paccar erwarb 1986 „Trico Industries“, einen Hersteller von Öl-Explorations-Ausrüstungen mit Sitz in Gardena, Kalifornien, um seine Abhängigkeit von Markt der schweren Lkw zu reduzieren. Paccar interessierte sich für die Lkw-Sparte von British Leyland, die im Eigentum der Rover-Gruppe stand. Jedoch entschied sich das Rover Management für einen Verkauf an DAF (Automobile) Trucks. Die Dart Truck Company und Wagner Mining Equipment Company wurden in den Jahren 1984 und 1989 verkauft, um profitabel zu bleiben.

Nach 1990

Paccar Parts wurde in Seattle, Washington, 1992 ins Leben gerufen. Im selben Jahr erwarb Paccar eine 21-prozentige Beteiligung an der „Wood Group ESP“, um seine Ölfeldausrüstungssparte zu stärken. Im Jahr 1993 kaufte Paccar das Seilwindengeschäft des Baumaschinenherstellers Caterpillar. Im Jahr 1994 begann das Unternehmen mit dem Verkauf seiner LKW in Neuseeland und betrat neue Absatzmärkte in Asien und Mittel- und Südamerika. 1995 gründete das Unternehmen sein mexikanische Tochtergesellschaft Vilpac S.A. Inzwischen war die Seilwindenabteilung zu einem der größten Anbieter der Welt aufgestiegen.

Paccar Fahrzeuge werden mittlerweile in mehr als 40 Ländern vertrieben. Mit seinem Marken Peterbilt, Kenworth und DAF belegt Paccar 2014 den zweiten Platz bei den Produktionszahlen in den Vereinigten Staaten / Kanada / Mexiko[5].


Zeitleiste der PACCAR-Nutzfahrzeugmarken von 1896 bis heute
Seattle Car Pacific Car an ACF unabhängig PACCAR Inc.
Marke 1890er 1900er 1910er 1920er 1930er 1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er
Kenworth Gerlinger Kenworth
Dart Trucks KW Dart Dart an Unit Rig an Terex
Peterbilt Fageol an ACF Peterbilt
Foden Foden S.E. Foden
DAF (LKW)
Leyland (LKW) Lancashire Leyland zu BLMC Leyland DAF DAF
Freight Rover Leyland DAF LDV
  •  Marke einer eigenständigen Firma mit LKW-Produktion, ggf. vorher schon in anderen Bereichen tätig
  •  Marke der PACCAR Inc.
  •  Marke verkauft

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Paccar Announces First Quarter Revenues and Earnings. Paccar Inc., 23. April 2013, abgerufen am 27. April 2014 (PDF-Datei (408 kB), englisch).
  2. Museum "the-boeing-center"
  3. about-us/history. www.paccar.com, abgerufen am 10. September 2016.
  4. atlas_copco__atlas_copco_wagner_inc. www.atlascopco.com, abgerufen am 10. September 2016.
  5. lkw-markt_eine_profitable _Nische. wiwo.de, abgerufen am 10. September 2016.