Magliaso

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Magliaso
Wappen von Magliaso
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Magliasina
BFS-Nr.: 5193i1f3f4
Postleitzahl: 6983
Koordinaten: 712084 / 93414Koordinaten: 45° 58′ 59″ N, 8° 53′ 6″ O; CH1903: 712084 / 93414
Höhe: 287 m ü. M.
Fläche: 1,1 km²
Einwohner: 1594 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 1449 Einw. pro km²
Website: www.magliaso.ch
Karte
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Magliaso ist eine politische Gemeinde im Kreis Magliasina im Bezirk Lugano des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf 287 m ü. M. am rechten Ufer des Luganersees, 5 km süsweatlich von Lugano und 2,5 km nördlich der Station Ponte Tresa TI der Linie Ponte Tresa-Lugano.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magliaso wird erstmals 769 als Maliacis erwähnt. In 854 wurde es als de vico Maliaci erwähnt.

Während der Langobarden-Ära besass das Kloster San Pietro in Ciel d’Oro in Pavia eine Farm in Magliaso. Der Ursprung der alten Kirche von Sankt Quirico (1033 erwähnt) und die Burg San Giorgio ist nicht bekannt. Es war die Heimat für fast zwei Jahrzehnte (1098–1117) für den schismatischen Bischof von Como, Landolfo Carcano, der von Kaiser Heinrich IV. (HRR) gegen Papst Gregor VII. Bischof ernannt wurde. Das Schloss wurde 1117 von Como und dem Schicksal von Landolfo belagert und erobert, ist unsicher (möglicherweise deportiert oder ermordet). Dies führte zu einem zehnjährigen Krieg zwischen Como und Mailand.[2]

Das romanische Fresko auf dem Südturm stammt aus der gleichen Zeit und ist eines der wenigen weltlichen romanischen Werke in der Schweiz. Im 13. Jahrhundert ging die Burg in den Besitz eines Zweiges der Rusca-Familie von Como[3] über. Carlo Corrado Beroldingen, Kanzler der Knechtschaft von Lugano, erwarb die souveräne Rechte über dem Dorf im Jahre 1668. Er hatte die Pfarrkirche gebaut und ersetzt die verfallenden Ruinen des Schlosses mit einem kunstvollen Palast.[4]

Es gab früher viele isolierte Bauernhöfe und Mühlen entlang des Bewässerungskanals, was typisch für die vorindustrielle Wirtschaft ist. Die Gemeinde erlebte eine starke Migration in die Lombardei, Südamerika und durch den Zweiten Weltkrieg in die Zentralschweiz. Die immer mageren Besitzungen von Vicinia wurden im Jahre 1863 verkauft. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden grosse Schwaden des Tales und entlang des Sees mit neuen, vorwiegend Wohngebieten abgedeckt. Während der Dienstleistungssektor die wichtigste Industrie in Magliaso ist, ist die touristische Infrastruktur bescheiden geblieben. Die Landschaft wird von dem See dominiert, und in einem Gebiet am Fusse des Berges wurde ein Golfplatz gebaut.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf Grund des Gesetzes zur Bekämpfung der Heimatlosigkeit eine jenische Familie eingebürgert.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1696 1721 1808 1900 1950 1970 1980 1990 2000 2005 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2016
Einwohner 129 185 304 419 581 889 975 1171 1384 1387 1453 1463 1452 1450 1467 1501 1516 1594

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss San Giorgio
Relief Hirt und Herde von Rolf Brem vor dem Centro Evangelico Magliaso
  • Pfarrkirche Santi Biagio und Macario[5][6]
  • Pfarrhaus, Innenraum mit Fresken[5]
  • Freitreppe vor der Kirche[5][7]
  • Oratorium Beata Vergine di Caravaggio[5][8]
  • Schloss San Giorgio, erstmals erwähnt 1033[5][9][10]
  • Kapelle Santa Maria Goretti[5][11]
  • Villa Ivy, Liberty (1910)[5]
  • Wohnhaus mit Dekorationsmalereien von Vittorino Albisetti (1935)[5]
  • Villa (1931), Architekt Tomamichel, mit Dekorationsmalereien von Otto Perlasca (1932/1933)[5]
  • Mühle und Pressegebäude[12]
  • Mühle dei Bött
  • Grosmühle (cartiera) (1759–1875)[13][14]
  • Golf- und Gästehaus La Magliasina (heute geschlossen), Via Vedeggi 38, vor 1929 für den Golf Club Lugano erbaut vom deutschen Architekten und Gestalter Fritz August Breuhaus de Groot
  • Palazzo Quadri dei Vigotti (Anfang 19. Jahrhundert)[5][15]
  • Villa La Radura (1943), in Via Muraglione, Architekt: Orfeo Amadò[5]
  • Wohnhaus Wolk (1975/1977), in der Via Lago 3, Architekt: Dolf Schnebli[5]
  • Zoo di Magliaso
  • Relief Hirt und Herde von Rolf Brem vor dem Centro Evangelico Magliaso, Bronze 360 × 110 cm.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unione Sportiva Magliaso-Vernate[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 195–198.
  • Celestino Trezzini: Magliaso. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 4, Liebegg – Mailand., Attinger, Neuenburg 1921, S. 792.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 22, 125, 175, 304, 398–401, 460, 533, 575.
  • Plinio Grossi: Il Malcantone. Guida Galli-Tamburini (2. Auflage), Fontana Print, Pregassona 1984, S. 119–122, 142, 146.
  • Giovanni Maria Staffieri: Magliaso. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 22–25, 29, 31, 63, 95, 99.
  • Enrico Maspoli: Compendio storico di Magliaso. (1944), Bernardino Croci-Maspoli (Hrsg.) (2. Auflage), Edizioni Casagrande, Bellinzona 1991.
  • Hannes Studer, Walter Ritter, Johannes Westermann: Magliaso – Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit, herausgegeben von Genossenschaft Evangelisches Zentrum für Ferien und Bildung, Magliaso 1995, DNB 946946515.
  • Virgilio Chiesa: Lineamenti storici del Malcantone. (2. Auflage) Hrsg. Museo del Malcantone, Curio 2002, S. 80–82.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.
  • Bernardino Croci Maspoli: Magliaso. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Magliaso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]