Karin Lübben

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Karin Lübben (* in Jena als Karin Kratzsch) ist eine deutsche Schauspielerin und Theaterpädagogin sowie die Gründerin und Leiterin des „Marionetten- und Figuren-Theaters Seidenfädchen“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgebildet als Schauspielerin in der Max-Reinhardt-Schule des Landes Berlin, fand Karin Lübben Bühnen-Engagements u.a. im Landestheater Niederbayern, Contra-Kreis-Theater[1], Grenzlandtheater Aachen, Pfalztheater, Grillo-Theater und Theater Bielefeld.

Sie wirkte mit bei Konzerten als Sprecherin, beispielsweise im Folkwang Museum Essen zu der von den Solisten der Philharmonia Hungarica unter der Leitung von Helmut Imig gespielten Musik von Tibor Harsanyi zum Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ der Brüder Grimm[2]. 1986 gründete Karin Lübben — als Figurenbauerin, Schauspielerin, Dramaturgin und Regisseurin in einer Person — das „Marionetten- und Figuren-Theater ‚Seidenfädchen‘“ in Essen/Ruhr. Seine Anfänge nahm das Theater in einem Souterrain an der Essener Rüttenscheider Straße (RÜ). Auf dem Umweg über das Essener Programmkino „Broadway“[3] hat es 1991 dann zunächst im Kinder- und Jugendzentrum Essen-Rüttenscheid und danach — aufbauend auf projektbezogener Zusammenarbeit u.a. bei der durch eine Zuwendung der Allbau-Stiftung Essen geförderten Produktion eines Mitmach-Musik-Theaterstücks — ab 1997 beim Satiricon Theater im Girardet Haus Raum für seine Marionetten- und Figuren-Bühne gefunden. Ab Herbst 2004 hat das Seidenfädchen auch beim neu eröffneten Theater „Katakomben“ im Girardet Haus gastiert.[4][5][6][7][8][9][10][11]

Seit 1999 ist Lübbens Theater in der Bundesstadt Bonn beheimatet, wobei sie u.a. zu Gast im Haus der Familie, im Museum Koenig und im Haus an der Redoute mit Wiederaufnahmen bisheriger sowie Erarbeitung neuer Inszenierungen auftrat. Seit 2000 wird Lübben dabei vor und hinter der Bühne von Francesca Ferretti Bernecker unterstützt.

Das Seidenfädchen hat Gastspiele aus besonderen Anlässen, beispielsweise durch Beteiligung an Veranstaltungsprojekten und Festivals, bisher u.a. in Berlin, Bochum, Osnabrück, Paderborn und Recklinghausen durchgeführt.

Inszeniert werden überwiegend eigens nach Texten der Kinder- und Jugendliteratur erarbeitete Stücke, wie „Die Schneekönigin“, „Peterchens Mondfahrt“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Der Zwerg Nase“ und „Das Gespenst von Canterville“ sowie die Komödie „Strieses Welttheater“, Lübbens Marionetten-Adaption des bekannten Bühnenschwanks „Der Raub der Sabinerinnen“. Bei Bühnenbildern für Seidenfädchen-Produktionen haben neben Karin Lübben Künstlerinnen wie Gretchen Grannemann (beispielsweise zu „Die Schneekönigin“ und „Strieses Weltthater“) und Hanne-Martje Münther (zu „Die Biene Maja“) mitgewirkt. In Zusammenarbeit mit Design-Studenten der Fachhochschule Dortmund wurde das Stück „Die kleinen Leute von Swabedoo“ erarbeitet. Bei diesen Stücken kommen Marionetten zum Einsatz, also an Fäden geführte Gliederpuppen. Masken, Großfiguren und teilweise auch Handpuppen sind neben den Marionetten bisher in den Stücken „Pu der Bär“, „Das kleine Ich bin ich“ und „Die Biene Maja“ zu sehen.

„Der Hund und das Eichhörnchen“ – Marionettenstück von Karin Lübben nach dem „Verzellsche für Blahge: Dä Hond on dat Eechhohn“ von Johanna Kinkel.[12]

Zu den Bonner Neuproduktionen zählen „Des Kaisers neue Kleider“, „Das Schneemädchen“, „Der Bart vom Nikolaus“, „Frau Holle“, „Die Nachtigall[13] und „Der Froschkönig[14]. Für das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig verfasste und realisierte sie die Marionetten- und Figuren-Stücke „Eine Maus will hoch hinaus“ und „Setz dich nicht in das Ameisennest!“ wie auch das 2010 aus Anlass des 200. Geburtstags von Johanna Kinkel nach deren „Verzellsche für Blahge: ‚Dä Hond on dat Eechhohn‘“ von Karin Lübben verfasste und im Bonner Ernst-Moritz-Arndt-Haus uraufgeführte Marionettentheater-Stück „Der Hund und das Eichhörnchen“.[15][16][17][18]

Als Theaterpädagogin und Regisseurin hat Lübben u.a. in Bonn am Clara-Fey-Gymnasium jahrgangsübergreifend mit den Schülerinnen Inszenierungen erarbeitet nach Texten von Michael Ende („Das Gauklermärchen“), Molière („Die gelehrten Frauen“), Cornelia Funke („Die Wilden Hühner und das Glück der Erde“), Raymond Queneau („Autobus S“), Dario Fo („Anstreicher sind vergesslich“) und Aristophanes („Die Vögel“); diese Arbeit wurde mehrmals in Wettbewerben und Festivals prämiert.[19][20][21][22][23][24][25][26][27][28][29]

Karin Lübben ist mit dem Autor Gerd Hergen Lübben verheiratet; sie haben zwei gemeinsame Söhne.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Programmheft 53 des Contra-Kreis-Theater, Bonn 1964.
  2. Programmzettel der Veranstalter „Deutsch-Französisches Institut, Kulturamt der Stadt Essen, Wuppertaler Sekretariat für gemeinsame Kulturarbeit NW“, 10. Juni 1990.
  3. „Marionettentheater im Kino: 'Seidenfädchen' in neuem Gewand!“ in: Süd-Anzeiger, Essen, 20. Dezember 1990.
  4. „Erfolgreicher Auftakt mit 'Schneekönigin'. Im 'Seidenfädchen tanzen die Marionetten. Essens kleinstes Theater“ in: „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen, 13. März 1987.
  5. „Marionettentheater Seidenfädchen“ in: „LIVE. Das Essener Stadtmagazin“, Nr. 12, Seiten 6 f; 1987.
  6. „Kinder sollen sehen, daß Unterhaltung nicht nur aus dem Fernseher kommt. Kleinkunst im Keller hängt am seid'nen Faden“ in: „Südanzeiger“, Essen, 5. April 1990.
  7. „Puppen gilt heiße Liebe. Karin Lübben spielt heiteres Märchen“ in: „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen, 18. Oktober 1990.
  8. „Schneekönigin lockt Karl eiskalt in ihr fernes Schloß. Marionetten tanzen am 'Seidenfädchen' für Publikum“ in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen, 30. November 1990.
  9. „Marionetten- und Figuren-Theater ‚Seidenfädchen‘“ in: „ESSEN ZEIGT SICH. ESSENER BÜHNEN“, 1993.
  10. „Neid zerstört den Frieden. Marionettentheater 'Seidenfädchen' spielt wieder“ in: „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen, 24. Februar 1995.
  11. „Essener Marionetten- und Figurentheater ‚Seidenfädchen‘“ in: „Freie Theater in Essen“, 1997
  12. Vgl. Internetseite „10. Oberkasseler Kulturtage 2011“: Das „Marionetten- und Figurentheater SEIDENFÄDCHEN“ beteiligte sich zudem in Oberkassel (Bonn), dem Geburtsort von Johanna Kinkels Ehemann Gottfried, mit der Aufführung des Marionettenstücks „Der Hund und das Eichhörnchen“ von Karin Lübben nach einem „Verzellsche für Blahge: Dä Hond on dat Eechhohn“ (Bonn 1849) von Johanna Kinkel an den „10. Oberkasseler Kulturtagen 2011“.
  13. „Figurentheater Seidenfädchen – ‚Die Nachtigall‘“; in: „Käpt’n Book. Lesefest“, Bonn 2005, Seite 45
  14. Vgl. Jana Hambitzer, Eine fesselnde Reise in die Märchenwelt. Marionetten- und Figurentheater „Seidenfädchen“ führt „Der Froschkönig“ auf: Tanzende Frösche, ein goldener Ball und eine Prinzessin, die ihre Versprechen nicht halten will...; in: General-Anzeiger, Bonn/Bad Godesberg, 14. März 2016 (abgerufen am 16. März 2016).
  15. „Märchenfiguren am seidenen Faden“ in: „General-Anzeiger“, Bonn, 25./26. November 2000.
  16. „Viel schöner als jedes Fernsehen. Beim Marionettentheater ‚Seidenfädchen‘' liegen Figurenbau, Dramaturgie, Spiel und Technik in Händen zweier Frauen“ in: „General-Anzeiger“, Bonn, 25. September 2008.
  17. „Wenn Politiker einen kleinen Vogel haben. Das Figurentheater ‚Seidenfädchen‘ gastiert mit Andersen-Märchen im Haus der Familie“ in: „General-Anzeiger“, Bonn, 4. März 2009.
  18. Bonner Presseblog am 13. September 2011 zu den Aufführungen des Marionetten-Stücks „Der Hund und das Eichhörnchen“ von Karin Lübben nach einem „Verzellsche für Blahge“ von Johanna Kinkel im Bad Godesberger Haus an der Redoute
  19. Karin Lübben, „Vom ‚Autobus S‘ zum ‚Wolkenkuckucksheim‘“; in: „Erzbischöfliches Clara-Fey-Gymnasium Bonn - Bad Godesberg: Jahrbuch 2003/2004“, Seiten 102 f.
  20. Marie-Gabriele von Massenbach, „Theater AG der Mittel- und Oberstufe“; in: „Erzbischöfliches Clara-Fey-Gymnasium Bonn - Bad Godesberg: Jahrbuch 2004/2005“, Seiten 66-68.
  21. „Rückkehr in die Realität wird abgelehnt. Theater-AG des Clara-Fey-Gymnasiums inszenierte Michael Endes 'Das Gauklermärchen'“; in: „Bonner Rundschau“, 19. Mai 2001.
  22. „Gefangen in einer Spiegelwelt und auf der Suche nach Liebe. Theater-AG der Clara-Fey-Schule bringt das 'Gauklermärchen' von Michael Ende auf die Bühne“; in: „General-Anzeiger“, Bonn, 19./20. Mai 2001.
  23. „'Wilde Hühner' sind Kult. Clara-Fey-Schülerinnen inszenieren Buch von Cornelia Funke“; in: „Bonner Rundschau“, 27. April 2002.
  24. „Hühner und Pygmäen auf einem Reiterhof. Theater-AG des Clara-Fey-Gymnasiums spielt 'Die Wilden Hühner und das Glück der Erde'“; in: „General-Anzeiger“, Bonn, 27./28. April 2002.
  25. „Provokantes Stück im Mädchengymnasium. Theater-AG des Clara-Fey-Gymnasiums führt heute nochmals 'Die gelehrten Frauen' von Molière auf“; in: „Bonner Rundschau“, 25./26. Mai 2002.
  26. „Schöngeist gepaart mit Hochnäsigkeit. Gymnasiastinnen spielen Molière-Komödie ein zweites Mal“; in: „General-Anzeiger“, Bonn, 25./26. Mai 2002.
  27. „99 Varianten einer Episode. Theater-AG des Clara-Fey-Gymnasiums inszenierte 'Autobus S' - Banale Geschichte aus dem Alltag“; in: „Bonner Rundschau“, 30. Juni 2003.
  28. „Überraschung im Freudenhaus. Theater-AG des Clara-Fey-Gymnasiums bringt die Komödie 'Anstreicher sind vergesslich' des Nobelpreisträgers Dario Fo auf die Bühne“; in: „General-Anzeiger“, Bonn, 17. Mai 2005.
  29. Preis-Verleihung durch die „Junge Theatergemeinde Bonn“ bei Teilnahmen der von Karin Lübben geleiteten Theater-AG an Schultheater-Festivals der Region Bonn/Rhein-Sieg für „Die gelehrten Frauen“ von Molière (2001/2002), „Autobus S“ von Raymond Queneau (2003) und „Anstreicher sind vergesslich“ von Dario Fo (2005).