Markersdorf (Claußnitz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Markersdorf
Gemeinde Claußnitz
Koordinaten: 50° 55′ 50″ N, 12° 52′ 0″ O
Höhe: 235–323 m ü. NN
Fläche: 5,25 km²[1]
Einwohner: 999 (9. Mai 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 09236
Vorwahl: 037202
Markersdorf (Sachsen)
Markersdorf

Lage von Markersdorf in Sachsen

Markersdorf im Chemnitztal ist ein Ortsteil der Gemeinde Claußnitz im Landkreis Mittelsachsen. Bis zum Zusammenschluss mit Claußnitz trug der Ort den amtlichen Namen Markersdorf b. Burgstädt zur besseren Unterscheidung vom knapp 15 Kilometer (Luftlinie) entfernt gelegenen Markersdorf bei Penig im selben Landkreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort erstreckt sich zwischen Taura im Westen und Claußnitz im Osten in Westsüdwest-Nordnordost-Richtung. Die von Claußnitz kommende Bundesstraße 107 führt längs durch das Dorf und knickt vor der nordwärts fließenden Chemnitz, die zugleich die Gemeindegrenze zu Taura bildet, südlich in deren Tal ab und endet 15 Kilometer weiter an der Bundesstraße 173 in der Großstadt Chemnitz.

Weitere umliegende Ortschaften sind Mohsdorf und Schweizerthal im Nordosten, Diethensdorf im Norden, Garnsdorf im Südosten und Köthensdorf im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumsbahnhof Markersdorf-Taura (2016)

Markersdorf wurde als Waldhufendorf beidseits des zur Chemnitz fließenden Dorfbaches angelegt. Die bekannte urkundliche Ersterwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1489 als Marckerstorff. Eine Wassermühle am Chemnitzfluss, heute als Alte Mühle bezeichnet, fand 1528 Erwähnung.

Das sächsische Amt Wechselburg, zu dem Markersdorf als Amtsdorf gehörte, wurde 1543 eine Schönburgische Lehnsherrschaft und blieb dies bis 1835, als es dem Amt Rochlitz angegliedert wurde. Bei einer Verwaltungsreform in den 1870er Jahren im Königreich Sachsen wurde die Amtshauptmannschaft Rochlitz (seit 1939: Landkreis) gebildet und Markersdorf dieser zugeschlagen.

Ein Burgstädter Fabrikbesitzer kaufte 1831 das Gelände einer 1557 erwähnten Mühle und errichtete darauf eine Wollspinnerei. Diese wurde 1865 von G. F. Grosser erworben und zur Maschinenwerkstätte für die Spezialmaschinen der wachsenden Textilindustrie umgebaut,[3] später wurden bei der Groma (= Grosser Markersdorf) die gleichnamigen Schreibmaschinen gefertigt. Im Jahr 1882 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Markersdorf.

Im Zuge der weiteren Industrialisierung entlang der Chemnitz wurden Forderungen nach einer Bahnstrecke laut. Der Sächsische Landtag genehmigte 1896 eine Nebenbahn, die in Wechselburg von der Bahnstrecke Glauchau–Wurzen abzweigen, durch das Chemnitztal verlaufen und in Chemnitz in das dortige Netz einfädeln sollte. Infolge des schweren Hochwassers 1897 wurde die Strecke umgeplant, sodass sich der Baubeginn bis März 1900 verzögerte. Schließlich konnte die Chemnitztalbahn Ende Juni 1902 eröffnet werden. Relativ mittig befand sich am Streckenkilometer 11,75 der Bahnhof Markersdorf-Taura.

Infolge der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR kam das Dorf am 25. Juli zum neugebildeten Kreis Rochlitz, wurde allerdings nur wenige Monate später am 4. Dezember des Jahres zum Kreis Chemnitz-Land umgegliedert, der kurz darauf mit der namensgebenden Stadt in Kreis Karl-Marx-Stadt-Land umbenannt wurde.

Zum 1. März 1994 schlossen sich die Gemeinden Diethensdorf und Markersdorf mit Claußnitz zusammen. Infolge der sächsischen Kreisreform kam diese Gemeinde im August des gleichen Jahres zum neugebildeten Landkreis Mittweida und 14 Jahre später nach einer weiteren Kreisreform zum heutigen Landkreis Mittelsachsen.

Auf der Chemnitztalbahn wurde 1998 der Personen- und 1999 der Güterverkehr eingestellt und die Strecke im Jahr 2002 stillgelegt. Der Bahnhof Markersdorf-Taura wurde zum Museumsbahnhof umgestaltet. Anders als entlang der restlichen Trasse nördlich von Chemnitz, die zum Radweg umgestaltet wurde, blieben die Gleise als Museumsbahn bis zum etwa zwei Kilometer entfernten Haltepunkt Schweizerthal-Diethensdorf mit den Stationen Amselgrund und Neuschweizerthal erhalten. Zum Fahrzeugpark der Eisenbahnfreunde Chemnitztal e. V. gehört neben Dieselloks V 10 B und V 22 ein Zweiwege-Traktor RS 09/GT 124.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1834[5] 385
1871 703
1890 1168
1910 1520
1925 1877
1939 1804
1946 2133
1950 1928
1964 1781
1990[1] 1261
1993 1202
2001[6] 1092
2011[2] 999

Im Jahr 1551 wurden in Markersdorf 36 besessene Mann (Landwirte) und 64 Inwohner gezählt. Rund 210 Jahre später waren es nach dem Siebenjährigen Krieg noch 26 besessene Mann und 22 Häusler.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl enorm an. Während 1834 noch 385 Einwohner gezählt wurden, waren es 90 Jahre später fast fünfmal so viele. Danach stagnierte die Zahl, wuchs infolge von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg auf über 2000 an. Innerhalb von 20 Jahren fiel diese Zahl wieder um rund 20 %, sodass 1964 die Einwohnerzahl von 1781 bereits unter dem Vorkriegsniveau lag. Der allgemeine Bevölkerungsrückgang in der DDR sowie im Speziellen im ländlichen Raum traf Markersdorf besonders, sodass der Ort innerhalb von 25 Jahren nochmals über 500 Einwohner verlor. Ende 1990 hatte Markersdorf somit einen Bevölkerungsstand von 59 % des Jahres 1946.

Beim Zensus 2011 wurden noch etwa 1000 Einwohner ermittelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museumsbahnhof
  • Umgebindehaus[7]
  • Hockstein
  • Bärenhöhle
  • Strudeltöpfe
  • Naturlehrpfad

Quellen und weiterführende Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Angaben für 14 0 18 220 Gemeinde Markersdorf b. Burgstädt. In: Regionalregister Sachsen. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 12. November 2015.
  2. a b Kleinräumiges Gemeindeblatt. Zensus 2011 – Claußnitz. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, S. 5, abgerufen am 27. April 2017 (PDF; 234 KB).
  3. Geschichte (2). In: markersdorf-chemnitztal.de. Abgerufen am 12. November 2015.
  4. Fahrzeuge des Vereins. Eisenbahnfreunde Chemnitztal e. V., abgerufen am 26. Februar 2016.
  5. Markersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  6. Website der Gemeinde Claußnitz. Abgerufen am 12. November 2015.
  7. Sehenswertes. Gemeinde Claußnitz, abgerufen am 12. November 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]