Wechselburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wechselburg
Wechselburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wechselburg hervorgehoben
Koordinaten: 51° 0′ N, 12° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 185 m ü. NHN
Fläche: 25,66 km2
Einwohner: 1884 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09306
Vorwahl: 037384
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 580
Gemeindegliederung: 13 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 16
09306 Wechselburg
Webpräsenz: www.wechselburg.de
Bürgermeisterin: Renate Naumann (CDU)
Lage der Gemeinde Wechselburg im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Frankenberg/Sa. Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Wechselburg ist eine Gemeinde im sächsischen Landkreis Mittelsachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

51. Breitengrad in Wechselburg

Wechselburg liegt ca. 12 km westlich der Stadt Mittweida und ca. 25 km nördlich von Chemnitz. Die Gemeinde liegt im Tal der Zwickauer Mulde am Fuße des 353 m hohen Rochlitzer Berges. Unweit des stillgelegten Bahnhofs verläuft der 51. Breitengrad.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile:

  • Nöbeln
  • Seitenhain
  • Wechselburg
  • Zschoppelshain

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Königshain-Wiederau und Seelitz sowie die Städte Lunzenau, Penig und Rochlitz. Im Westen grenzt die zum Landkreis Leipzig gehörende Stadt Geithain an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die romanische Basilika Hl. Kreuz (Kloster- und Pfarrkirche)
Porphyrbrücke über die Zwickauer Mulde bei Wechselburg

Aus slawischer Zeit stammt der nahe gelegene Burgstall Wechselburg.

Der Ort, als Zschillen (Bienenort) gegründet, ist eng verbunden mit der Gründung des Klosters Zschillen im Jahr 1168 durch Graf Dedo von Rochlitz-Groitzsch für die Augustiner-Chorherren. Die dazu errichtete Kirche diente auch als Begräbnisstätte der gräflichen Familie. Im Jahr 1278 wurde es dem Deutschen Orden übereignet. Nach der Reformation wurde es zum Besitz des sächsischen Herzogs Moritz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Gemeinde mehrfach verwüstet. Nach dem Krieg wurde auf dem Gelände des ehemaligen, verfallenen Klosters das jetzige Barockschloss errichtet. Es gab einen Gebiets- (Burgen-)tausch zwischen dem sächsischen Herzog Moritz und den Grafen von Schönburg. Dadurch kam der Ort wahrscheinlich zu seinem heutigen Ortsnamen und wurde Besitz der Adelsfamilie der Grafen und Herren von Schönburg. Im Jahr 1843 gründete die Gräfin Emilie von Schönburg in Wechselburg das erste Diakonissenkrankenhaus in Sachsen.

Die Schlossanlage befand sich bis zur entschädigungslosen Enteignung im Rahmen der Bodenreform 1945 im Besitz der Adelsfamilie der Grafen und Herren von Schönburg-Glauchau.

In den 50er und 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts war im Schloss eine TBC-Heilstätte für Kinder, später ein Kinderkrankenhaus und bis 2005 das Fachkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht.

Seit 1992 beherbergt das Schloss wieder ein Kloster. Die Benediktiner aus dem Kloster Ettal haben im sogenannten "kleinen Schloss" nicht nur ein Kloster, sondern auch eine Familien- und Begegnungsstätte eingerichtet, die sich großen Zuspruchs erfreut.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altzschillen[2] 1. Mai 1967
Carsdorf[2] 20. Juni 1957 Eingemeindung nach Mutzscheroda
Corba[2] 1. April 1974 Eingemeindung nach Göhren
Göhren[3] 1. Januar 1994
Göppersdorf[2][4] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Nöbeln
Hartha[2] 1. Januar 1969 Eingemeindung nach Nöbeln
Meusen[2][4] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Nöbeln
Mutzscheroda[3] 1. Januar 1994
Nöbeln[3] 1. Januar 1994
Seitenhain[2] 6. April 1972 Eingemeindung nach Nöbeln
Zschoppelshain[3] 1. Januar 1994 Eingemeindung ohne den Ortsteil Winkeln (Eingliederung nach Seelitz)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

Jahr Einwohner
1834 1.122
1871 1.427
1890 1.340
1910 1.363
1925 1.323
Jahr Einwohner
1939 1.186
1946 1.620
1950 1.437
1964 1.332
1990 1.222
Jahr Einwohner
2000 2.290
2007 2.142
2010 2.045
2012 1.938
2013 1.929

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 58,8 % (2009: 60,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,4 %
36,2 %
8,9 %
n. k.
3,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-11,3 %p
+13,4 %p
-0,9 %p
-4,7 %p
+3,5 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2015 wurde Renate Naumann im zweiten Wahlgang im Amt bestätigt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkirche
Barockschloss
  • Kloster Wechselburg mit
    • Basilika, katholische Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert
    • Benediktiner-Klosteranlage
    • Barockschloss – zurzeit leerstehend und baufällig
    • 18 Hektar großer Schlosspark, mit 180 Jahre altem seltenem Baumbestand
  • Erstes Diakonissenhaus Sachsens
  • Bäuerliches Museum im so genannten Taubenhaus an der St.-Otto-Kirche
  • Crodo-Tisch (alter Opfertisch an der Eulenkluft – Nachbildung des Originals)
  • Historischer Marktplatz
  • Ortskern mit kleinen, verwinkelten Gassen
  • Paul-Fleming-Wohnhaus
  • Porphyr-Ratsherren (Denkmal an der Muldenbrücke)
  • Porphyrbrücke über die Zwickauer Mulde bei Wechselburg
  • Rathaus von 1924
  • St.-Otto-Kirche auf dem Marktplatz mit Schramm-Orgel (J. J. Schramm war ein Schüler von Gottfried Silbermann)
  • Zusammenfluss der Zwickauer Mulde und der Chemnitz
  • Göhrener Viadukt, einer der imposantesten deutschen Brückenbauten aus der Frühzeit des Eisenbahnbaues, überquert die Zwickauer Mulde
  • Königlich-sächsischer Meilenstein als Abzweigstein und Straßenbauverwaltungsstein im Ortsteil Carsdorf – Grüne Tanne

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Marktfest

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Göhrener Viadukt und Muldentalbahn

Die B 107 führt zwischen den Ortsteilen Göppersdorf und Zschoppelshain durch den Osten des Gemeindegebietes. Wechselburg liegt an der Muldentalbahn von Glauchau nach Großbothen, außerdem zweigte hier die Chemnitztalbahn nach Chemnitz ab. Der Betrieb auf diesen Bahnlinien wurde 2002 bzw. 1998 eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen in Verbindung mit der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Wechselburg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 14. Heft: Amtshauptmannschaft Rochlitz. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 95.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f g Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. a b c d Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  4. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  6. https://www.statistik.sachsen.de/wpr_alt/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm?p_bz_bzid=BM152&p_ebene=GE&p_ort=14522580

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wechselburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien