Microsoft Flight Simulator

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Microsoft Flight Simulator
Ms-fs-logo.svg
Logo der Serie seit Version 5.0
Entwickler Microsoft
Publisher Microsoft
Designer Bruce Artwick
Erster Titel Flight Simulator (1982)
Letzter Titel Microsoft Flight (2012)
Plattform(en) MS-DOS, Windows, Mac OS, PC-98
Genre(s) Flugsimulation
Informationen Fortführung des SubLOGIC Flight Simulator

Microsoft Flight Simulator (MSFS) ist ein Flugsimulator von Microsoft für die Betriebssysteme DOS und spätere Microsoft-Windows-Versionen. Es zählt zu den ältesten und erfolgreichsten Produkten im Bereich Computer-Entertainment. Die aktuelle Version – Microsoft Flight – wurde im Frühjahr 2012 veröffentlicht.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Die erste Version des Flight Simulator entwickelte Bruce Artwick für den Apple II. Später wurde der Flight Simulator von Microsoft aufgekauft, weiterentwickelt und erschien von nun an für die Betriebssysteme Mac OS und MS-DOS, später ausschließlich für Windows. Der Microsoft Flight Simulator ist ein erfolgreiches Computerspiel und hat auch eine Vielzahl von Begeisterten und eine große Benutzergemeinde, die ihn mit Freeware und kommerziellen Add-ons verbessert.

Am 22. Januar 2009 wurde von Microsoft-Seite bestätigt, dass das interne Entwicklungsstudio des Flight Simulators "Aces Game Studio" geschlossen wurde. PR-Sprecherin Kelda Rericha gab aber bekannt, man wolle auch zukünftig "Flying Games" entwickeln, inwiefern es sich dabei um ernstzunehmende Simulationen handeln wird, ist dabei allerdings unklar. Deshalb ist die Zukunft der mittlerweile 27 Jahre alten Flight-Simulator-Historie derzeit ungewiss.

Versionen[Bearbeiten]

Flight Simulator[Bearbeiten]

Die im November 1982 erschienene erste Version wurde unter der Federführung von Bruce Artwick und seinem Unternehmen subLOGIC entworfen und vertrieben. Sie bot bereits das Standard-Cessna-Cockpitdesign mit acht Zeigerinstrumenten sowie einem Block für die Einstellungen der Funkfrequenzen für den Funkverkehr wie auch für die Navigationsinstrumente. Es wurden in sich geschlossene, rudimentäre Szenerien für die Städte Chicago, Seattle, Los Angeles und New York/Boston mitgeliefert. Es konnten Wolken dargestellt und Turbulenzen simuliert werden.

Flight Simulator II[Bearbeiten]

erschienen: 1984

Aus lizenzrechtlichen Gründen (Microsoft hatte die Rechte für Flight unter MS-DOS erworben) konnte der Flugsimulator nicht unter diesem Namen für Nicht-MS-DOS-Systeme erscheinen. Aus dem Grunde wurde diese Version von Sublogic als Flight Simulator II vertrieben und war für nahezu alle 8- und 16-Bit-Plattformen der damaligen Zeit (1985–1989) erhältlich. Der FS bot zum ersten Mal den Learjet als zusätzliches Flugzeug, unterstützte mehrere Fenster und den Multiplayerbetrieb über Modem oder Kabel – nicht jedoch über Netzwerke. Zu dieser Version gab es damals auch die Software Flight-Teacher, die mit dem Simulator vertraut machte.

Flight Simulator 3.0[Bearbeiten]

erschienen: 1988

1984 übernahm Microsoft den „Flusi“ vollständig, wie er unter Anhängern inzwischen liebevoll genannt wurde, und brachte ihn als Flight Simulator 3 auf den Markt. Er enthielt eine ganze Reihe neuer Funktionen, die bis dato jedoch bereits bei den nicht MS-DOS-Versionen des Flight II zu finden waren. Dazu gehörten die Fenstertechnik sowie die Multiplayeroption über Modem. Das Militär-Flugzeug Sopwith Camel ist hinzugekommen. Es sind auch Szenarien verfügbar, bei denen bestimmte Aufgaben erfüllt werden müssen, nämlich eine Luftschlacht (mit MG und Bomben) gegen computergesteuerte Gegner bestreiten, sowie Pestizide über einem Feld versprühen. Auch das Himmelsschreiben mittels Rauch ist jetzt möglich. Der FS3 war nur noch für MS-DOS und den Apple Macintosh erhältlich.

Flight Simulator 4.0[Bearbeiten]

erschienen: 1989

Die Version 4 brachte einen Szenerie- und einen Aircraft-Editor, der es ermöglichte, den Simulator zu erweitern bzw. völlig neue Flugzeuge zu entwerfen. Diese Version ist die letzte, die auch für die Apple-Macintosh-Computer veröffentlicht wurde. Alle nachfolgenden Versionen erschienen ausschließlich für MS-DOS bzw. MS Windows.

Flight Simulator 5.0[Bearbeiten]

erschienen: 1993

Ein Meilenstein war die fünfte Version; sie läutete die zweite Generation des FS ein. Es wurden fotorealistische Instrumentenbretter entworfen, außerdem wirkte die 3D-Szenerie viel realistischer als in den Vorgängerversionen, da zum ersten Mal 256 Farben unterstützt wurden. Die wichtigste Neuerung war die Verwaltung der Szenerien. Bis zu dieser Version wurde ein planares Koordinatensystem verwendet und die Landschaft ähnlich einer Landkarte verwaltet. Das Fliegen war immer nur innerhalb einer Szenerie möglich, nicht jedoch über deren Grenzen hinaus. Mit dem FS 5 führte MS das sogenannte Tile-Modell ein. Zwar waren die Landschaften ebenfalls noch eben, jedoch wurde die Erde analog zu einer Diskokugel in viele kleine Flächen unterteilt, die sogenannten Tiles. Insbesondere an den Übergängen zweier Tiles konnte man dabei eigenartige Effekte beobachten – die Landschaft hob sich plötzlich oder senkte sich.

Flight Simulator 5.1[Bearbeiten]

erschienen: 1994

5.1 war die erste Version, die auf CD-ROM ausgeliefert wurde. Die Szenerien waren erheblich detailreicher, die Anzahl der Flughäfen wuchs von 82 beim FS 5 auf über 300 in aller Welt. Darüber hinaus wurden einige Detailverbesserungen vorgenommen und Patches eingearbeitet.

Flight Simulator für Windows 95[Bearbeiten]

erschienen: November 1996

Als Windows 95 auf den Markt kam und das neue System auch als Spielplattform etabliert werden sollte, brachte Microsoft als erstes Unterhaltungsprogramm den Flight Simulator 6 als MS Flight Simulator for Windows 95 auf den Markt. Allerdings handelte es sich nicht um eine Neuentwicklung für Windows 95, sondern um eine hastig umgestrickte DOS-Version des 5.1. Einige liebgewordene Features wie die Multiplayer-Unterstützung fehlten völlig, andere funktionierten mehr schlecht als recht. In der Fachpresse wurde zum Kauf der alten Version geraten, da diese stabiler lief und leistungsstärker war.

Flight Simulator 98[Bearbeiten]

erschienen: Oktober 1997

Die wesentlichen Neuerungen des FS 98 waren die Unterstützung von 3D-Beschleunigerkarten und die Umstellung auf die DirectX-Technik. Des Weiteren wurde die Anzahl der Flughäfen auf 3000 erhöht und eine ganze Reihe von Details verbessert. Mit dem FS 98 stieg auch die Verbreitung von Add-on-Szenen an, da das Szenerie-System erheblich modularer aufgebaut war als bei der Vorgängerversion und seitens Microsofts ein SDK zur Verfügung gestellt wurde. Hinzugekommen ist auch wieder die Multiplayerfähigkeit über Netzwerk. Ebenfalls neu war ein Hubschrauber.

Flight Simulator 2000[Bearbeiten]

erschienen: November 2000

Mit der Version 2000 wurde die dritte Generation eingeläutet, die bis heute aktuell ist. Die wesentlichste Neuerung betraf wiederum die Szenerie. Zwar hatte sich das Tile-Modell der zweiten Generation langsam bewährt, allerdings ließ es keine Darstellung von Schluchten zu, und die Berge und Hügel waren 3D-Objekte, auf denen nicht gelandet werden konnte. Mit der Version 2000 wurde das Mesh-Terrain eingeführt. Die gesamte Erde wurde mit einem Gitternetz überzogen, das mit Höhenpunkten versehen ist. Die Maschenweite ist nicht festgelegt und kann von Szenerie zu Szenerie variieren, was eine sehr detaillierte Geländedarstellung ermöglicht. Der virtuelle Pilot konnte mit den Flugzeugen, welche um die Concorde und die Boeing 777 erweitert wurden, über 20.000 Flughäfen in aller Welt anfliegen. Außerdem gab es eine realistischere Wetterdarstellung und die Möglichkeit, über das Internet die realen Wetterverhältnisse herunterzuladen.

Neu war auch die Unterteilung in eine Standard- und eine Professional-Version. Letztere beinhaltete Zusatzmaterial sowie zwei zusätzliche Flugzeuge. Als problematisch erwiesen sich beim FS 2000 allerdings die Hardware-Voraussetzungen – gegenüber dem FS 98 war für die gleiche Leistung ein vierfach schnellerer Rechner erforderlich. Weiterhin war es beim FS 2000 möglich, virtuelle Fluglizenzen und eine Instrumentenflugberechtigung zu erwerben, welche man sich ausdrucken und als Andenken aufbewahren konnte.

Flight Simulator 2002[Bearbeiten]

erschienen: Spätherbst 2001 (verschoben aufgrund der Ereignisse des 11. Septembers 2001)

Mit der Version 2002 wurde eine 3D-Cockpit-Ansicht mit funktionsfähigen Instrumenten eingeführt. Erstmals bot sich die Möglichkeit, Wasserflugzeuge zu steuern. Zur Steigerung des Realitätsgrades wurde eine virtuelle Flugsicherung implementiert, sodass man Flüge nach VFR- oder IFR-Regeln mit Funkverkehr bewerkstelligen konnte. Des Weiteren war der Pilot nun nicht mehr alleine in der Luft – es gab nun weltweit zusätzlichen Flugverkehr. Eingeführt wurde zudem die sogenannte Autogen Scenery, welche die Landschaft mit zusätzlichen, automatisch generierten 3D-Objekten versah, was den Realitätseindruck verstärkte.

Microsoft verbesserte beim FS 2002 auch die Leistung: Für die gleiche Darstellungsqualität war die benötigte Rechenleistung niedriger als beim FS 2000. Obwohl der Flight Simulator 2002 nur kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erschienen ist, wurden die beiden Türme des World Trade Centers aus der mitgelieferten Szenerie entfernt. Gleichzeitig wurde auch die generelle Kollisionserkennung mit Gebäuden abgeschaltet um die virtuelle Nachahmung möglichst zu unterbinden.

Microsoft Flight Simulator 2004[Bearbeiten]

erschienen: Herbst 2003

Der Microsoft Flight Simulator 2004 trägt aus Anlass des hundertsten Jubiläums des Erstflugs der Brüder Wright den Untertitel „Das Jahrhundert der Luftfahrt“. Diese Version enthält 24 Flugzeuge und zwei Hubschrauber. Neu hinzugekommen sind historische Modelle wie Ford 5-AT und Douglas DC-3. Das Wetter kann online von realen Wetterstationen abgerufen und alle 15 Minuten aufgefrischt werden. Ferner können die virtuellen Panels im 3D-Cockpit nun auch mit der Maus direkt bedient werden. Die Szenerie wurde nochmals verbessert und um eine Vielzahl von Effekten erweitert. Die Flugschule wurde außerdem deutlich verbessert, so dass auch ein Anfänger nach wenigen Stunden ein Flugzeug grundlegend bedienen kann. Erstmals wurde auch eine interaktive Flugsicherung mit eingebaut.[1] Damit können Luftraumfreigaben angefordert und quittiert werden, die Flugsicherung warnt vor anderen Flugzeugen und fordert Sichtmeldungen an. Zudem wird der Sprechfunk der Fluglotsen mit anderen Flugzeugen übertragen. Im Automode wechseln die Frequenzen automatisch; der Realität nachempfunden ist die manuelle Funkfrequenzsteuerung.

Der FS 2004 (FS 9) erschien nur in einer Version. Für Microsoft relativ ungewöhnlich, war für den FS 2004 ein Patch erhältlich, der einige Schwächen der Darstellung ausmerzte und insbesondere 160 Brücken nachlieferte. Insgesamt war diese Version aber weniger ein Meilenstein als eine Detailverbesserung des Vorgängers.

Microsoft Flight Simulator X[Bearbeiten]

Logo des MS Flight Simulator X

erschienen: Oktober 2006

Die zehnte Version des Flight Simulators wurde speziell für das neue Betriebssystem Windows Vista programmiert. Sie war jedoch auch unter Windows XP lauffähig, wobei als Mindestvoraussetzung aber das Service Pack 2 erforderlich war. Der Microsoft Flight Simulator X läuft unter anderem auch mit dem Betriebssystem Windows 7. Windows Vista ermöglichte durch DirectX-10-Vorschau eine verbesserte grafische Darstellung.

Microsoft hatte den Flight Simulator X („FS Zehn“) vor allem in puncto Detailgenauigkeit vollständig überarbeitet, wobei sie sich in einigen Teilen der Erde gegenüber dem FS 2004 nicht sehr verbessert, teilweise sogar auch verschlechtert hat. Allerdings stellte der Flight Simulator X die Erde erstmals als eine komplette Kugel dar. In älteren Versionen wurde der „Raum“ um das Flugzeug auf einen bestimmten Bereich begrenzt und der Boden (MSL) dabei linearisiert. Im Flight Simulator X flog das Flugzeug nun in einem virtuellen Raum mit der kompletten Erdkugel. So war es nun z. B. möglich, bei sehr guter Sicht und entsprechender Flughöhe von Süddeutschland aus über die Alpen hinweg die Ansätze des Mittelmeeres zu sehen. Der Flight Simulator X bot somit einen neuen Grad an Realismus in der Landschaftsdarstellung, was nun erstmals in der Geschichte des Microsoft Flight Simulators das Fliegen nach Sichtflugbedingungen (VFR) erlaubte, bei dem man, ohne zusätzliche Add-ons installieren zu müssen, die Landschaft, die man überfliegt, tatsächlich wiedererkennen konnte. Des Weiteren waren unter anderem eine um ein Vielfaches dichtere automatisch generierte Vegetation und Gebäude (Autogen) sowie die Aufwertung der Weltdarstellung durch zusätzliche bewegliche Objekte wie auf Autobahnen fahrende Autos, Schiffe auf dem Meer und Tierherden am Boden hinzugekommen.

Eine Erweiterung stellen im Speziellen auch erstmals verfügbare Missionen dar, welche sich von den bisherigen voreingestellten Flugmissionen deutlich abhoben. Die Missionen waren in verschiedene Kategorien eingeteilt, so ließ sich zum Beispiel das Red Bull Air Race auf einer Strecke nachfliegen oder man bekam die Aufgabe, Regierungsmitarbeiter zur Area 51 zu fliegen, wobei dem Piloten mysteriöse Flugobjekte entgegen flogen und Funksprüche mitgehört werden konnten. Je nachdem, wie man die Mission absolviert hatte, bekam man spezielle Auszeichnungen, Medaillen oder Erinnerungsstücke. Erstmals wurden auch die Gesamtflugstunden gezählt und dadurch zusätzliche Auszeichnungen verteilt.

Wie üblich erforderte die neueste Version zum Zeitpunkt ihres Erscheinens höchste Rechenleistung auf aktuellem Stand der Technik. Bei der von Microsoft angegebenen Mindestanforderung konnte die Simulation nicht sinnvoll und flüssig betrieben werden. Jedoch waren in den einschlägigen Foren bald zahlreiche Tipps und Tweaks im Umlauf, mit denen der Betrieb des FSX auch auf Mittelklassesystemen noch vernünftig möglich war.

Den MS Flight Simulator X gab es in drei Versionen, als Standard-, Deluxe- und Gold-Edition. Die Deluxe-Edition (in Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz Professional Edition genannt) enthielt zusätzlich ein Software Development Kit (im Anleitungsheft sowie im Programm selbst fehlen jegliche Hinweise auf dieses SDK), drei Flugzeuge mit dem Garmin G1000 Flight Deck sowie die Möglichkeit, die Rolle eines Fluglotsen im Multiplayermodus einzunehmen. Erstmals konnte man (in beiden Versionen) ohne Add-ons Tankwagen, Finger und Gateways an das Flugzeug rollen lassen. Die Gold-Edition beinhaltete neben dem Flight Simulator X Deluxe noch das Acceleration Pack, welches eine Erweiterung für den Simulator war. Diese Erweiterung enthielt drei neue Flugzeuge, neue Missionen, einen neuen Multiplayer-Modus sowie erstmals DirectX-10-Unterstützung.

Im Funkverkehr wurde das Modul des FS 2004 und FS 2002 mit leichten Änderungen verwendet.[2]

Außerdem war es möglich, online zusammen mit einem anderen Spieler ein einziges Cockpit zu nutzen (ein Spieler ist Pilot, der andere Copilot). Des Weiteren konnte man mit dem FSX bei virtuellen Airlines zusammen mit anderen FSX-Piloten Wettkämpfe, Patrouillen-Flüge etc. fliegen und den Multiplayer-Modus erweitern.

Microsoft Flight[Bearbeiten]

erschienen: 29. Februar 2012[3]

Im August 2010 kündigte Microsoft einen neuen Simulator mit dem Namen Microsoft Flight an. Eine Webseite mit Videos, Screenshots und Nachrichten (monatliche Updates) wurde eingerichtet.[4]

Seit dem 29. Februar 2012 steht eine kostenlose Basis-Version zur Verfügung, bei der man Teile des Spiels (Hawaii, Big Island) kostenlos spielen kann und weitere Add-Ons wie Flugzeuge und neue Missionen (nur für die restlichen hawaiianischen Inseln) käuflich erwerben kann.[5]

Ende Juli 2012 gab Microsoft bekannt, die Weiterentwicklung von Flight einzustellen.[6]

Systemvoraussetzungen[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Systemvoraussetzungen stammen vom November 2011[7]

Minimum:

  • CPU: Dual Core 2.0 GHz
  • GPU: 256 MB Speicher (VRAM), Shader 3.0 und DirectX 9.0c
  • Festplatte: 10 GB freier Speicher
  • Betriebssystem: Windows XP SP3
  • Arbeitsspeicher: 2,0 GB

Empfohlen:

  • CPU: Intel Core i7 960 @ 3.20 GHz oder AMD Phenom II X6 1100T 3.3 GHz oder besser
  • GPU: ATI Radeon HD 5870, NVIDIA GeForce GTX 560 oder besser
  • Festplatte: 30 GB freier Speicher
  • Betriebssystem: Windows 7 64-bit
  • Arbeitsspeicher: 6,0 GB

Lockheed Martin Prepar3D[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lockheed Martin Prepar3D

Prepar3D ist eine Simulationssoftware von Lockheed Martin und eine Weiterentwicklung des Microsoft Flight Simulator X. Im Gegensatz zu früheren Versionen ist Prepar3D nun nicht mehr als Computerspiel verfügbar, sondern ausschließlich für den Einsatz als Trainings-, Ausbildungs-, und Simulationssoftware gedacht.

Erweiterungen[Bearbeiten]

Für kaum ein Softwareprodukt sind so viele Erweiterungen (Add-ons) erhältlich wie für den Microsoft Flight Simulator. Die Schwerpunkte der Erweiterungen betreffen insbesondere die Bereiche Flugzeuge und Szenarien. Von einigen Herstellern, wie z. B. PMDG, sind Produkte im Angebot, welche sich z. B. mit einem Flugzeugtyp beschäftigen und diesen besonders akkurat – weit präziser als die mitgelieferten Modelle – nachbilden. Die Qualität dieser Add-ons – insbesondere einer Erweiterung für den FS2000 – war nach dem 11. September Grund für Diskussionen über den Flugsimulator. Im Bereich Szenarien sind Produkte verfügbar, welche die Geländeauflösung erheblich verfeinern oder die Landschaft mit Satellitenbildern überlagern und so zum Teil ein extrem realistisches Luftbild vermitteln.

Der Grund, dass es vor allem für dieses Produkt so viele Erweiterungen gibt, wird durch den modularen Aufbau des Simulators und die weiten Eingriffsmöglichkeiten selbst für einen Laien begünstigt. So sind beispielsweise die Flugparameter in einer Textdatei abgelegt, welche nach eigenem Bedarf verändert und angepasst werden kann. Oftmals wird der Simulator selbst nur als Basis verwendet, und es wird manchmal sogar von einem "Simulator-Betriebssystem" gesprochen. Die Schnittstelle nach außen liegt in Form eines SDK offen und in einigen Versionen wird ein Editor für die Erstellung eigener Objekte mitgeliefert.

Realitätsnähe[Bearbeiten]

Es steht außer Zweifel, dass aufgrund der Komplexität des Flugvorganges kein Simulator alle Aspekte vollkommen nachbilden kann – dies gelingt selbst den teuersten Full-Motion-Simulatoren der Fluggesellschaften nicht zur Gänze. Allerdings kann man mit kleinen Einschränkungen sehr gut den Instrumentenflug üben, das heißt die Anzeigen ablesen und interpretieren sowie in Steuereingaben umsetzen. Bei Simulationssoftware für Heimcomputer begehen die Hersteller stets eine Gratwanderung zwischen Unterhaltung und realitätsnaher Darstellung.

Wichtige Faktoren wie Beladung und Balance des Flugzeuges spielen nur eine untergeordnete Rolle und einige Wettereffekte (z. B. Schnee) werden zwar visuell dargestellt, haben jedoch keinerlei Einfluss etwa auf die Bremseigenschaften bei der Landung. Erst bei der Version X vereisen die Landebahnen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und die Räder des Flugzeugs blockieren – vor allem bei Schneefall –, was eine erhebliche Verlängerung der Bremsstrecke zur Folge hat.

Hardwareanforderungen[Bearbeiten]

Jede Version des Flight Simulator bedarf einer Abwägung zwischen dem Wünschenswerten und dem mit gegebener Hardware technisch Machbaren. Schon die erste Version nutzte die Hardware derart intensiv aus, dass die Lauffähigkeit des Simulators damals als Maßstab für die Kompatibilität genutzt wurde. Grundsätzlich war es bei jeder Version der Fall, dass mit der zum jeweiligen Zeitpunkt verfügbaren Hardware der Flugsimulator nur in mittleren Detailgraden flüssig betrieben werden konnte.

Drei Versionen fallen durch einen besonders hohen Leistungsbedarf gegenüber dem Vorgänger auf: die Versionen 5.0, 2000 und X. Bei Letzterer weichen die Herstellerangaben für die Minimalanforderungen und die Ausstattung, mit der ein sinnvoller Betrieb möglich ist, sehr weit voneinander ab. Während Microsoft eine CPU mit 1 GHz und 256 MB RAM unter Windows XP angibt, wird ein sinnvoller Betrieb erst mit einem 2-GHz-Rechner und mindestens 1,5 GB RAM erreicht.

Betrachtet man diese drei Versionen jedoch einmal genauer, so bleibt festzustellen, dass die Anforderungen trotz aller Kritik nicht ganz unberechtigt sind. So wurde mit Version 5 die texturierte 3D-Grafik eingeführt, während man sich bei den Vorgängern noch mit einer reinen Polygon-/Vektordarstellung begnügte. Zu diesem Zeitpunkt (1992) gab es jedoch noch keine 3D-Grafikkarten. Version 2000 führte wie bereits oben erwähnt das Elevated Mesh Terrain ein und betrachtete die Landschaft nicht mehr als Ebene mit aufgesetzten Polygonen, was zu einem immensen Anstieg des Rechenleistungsbedarfs führte. Der Flight Simulator X unterscheidet sich insbesondere in der Darstellungsqualität und der Anzahl der Szenerieobjekte erheblich von seinen Vorgängern.

Trivia[Bearbeiten]

  • Mit der ersten Version des Flugsimulators wurde die IBM-Kompatibilität der damaligen Nachbauten von IBMs originalem personal computer getestet. Der Flugsimulator griff so tief auf das BIOS zu, dass er nur mit einem zu 100 % kompatiblen BIOS genutzt werden konnte.
  • In frühen Versionen wurde der Learjet in der Flugzeugauswahl mit Gates Learjet betitelt. Was wie eine Anspielung auf ein Privatflugzeug von Microsoft-Gründer Bill Gates klingt, ist tatsächlich auf den Unternehmensnamen des Flugzeugherstellers zurückzuführen, seinerzeit Gates-Learjet Corporation.
  • Aufgrund der Komplexität der Szenerie ist es nicht möglich, jeden Landstrich manuell zu kontrollieren, weshalb der Flugsimulator auch für seine Fehler berüchtigt ist. Immer wieder erscheinen Flugplätze in tiefen Schluchten, auf hohen Plateaus oder in einer Art Seenlandschaft wie bspw. der Flughafen von Norfolk Island, oder Flüsse fließen über Berge. Im FS 2002 z. B. stehen die beiden höchsten und markantesten Gebäude von Frankfurt am Main nicht in dieser Stadt, sondern in Mainz. Allerdings wurden sehr viele dieser Unstimmigkeiten mit dem FSX bereinigt. Der FSX ist der erste Simulator, welcher als für den Sichtflug geeignet eingestuft werden kann.
  • Ebenfalls im FS 2002 verlief ein hunderte Meter breiter Kanal auf ca. 70° nördlicher Breite einmal rund um die Welt, und Flüge über den Nord- oder Südpol waren bis zum FS 2004 aufgrund der Szeneriearchitektur unmöglich – das Flugzeug flog gegen eine unsichtbare Wand.
  • Einige Versionen bieten ein Easteregg, da die Gebäude des Microsoft-Hauptsitzes in Redmond auch innen texturiert sind. Mit abgeschalteter Kollisionkontrolle kann man in diese Gebäude rollen und Fotos der Entwickler betrachten.
  • Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geriet die Version 2000 in die Schlagzeilen. Es wurde damit argumentiert, dass dieses Programm zum Training der Piloten genutzt wurde. In der Tat war für diese Version ein Add-on erhältlich, das die 767 mit hoher Qualität simulierte. Da die 767 und die 757 über ein ähnliches Cockpit verfügen, wurde seitens der Regenbogenpresse gemutmaßt, die Flugzeugtypen könnten aufgrund dieser Trainingsmöglichkeit ausgewählt worden sein.
  • Auf der Verpackung des FS 3 ist der Learjet abgebildet, wie er nahe am World Trade Center vorbeifliegt.
  • Ebenfalls aufgrund der Anschläge wurden die Türme des WTC aus dem FS 2002 entfernt sowie ein Patch für den Vorgänger FS 2000 angeboten, der auch in dieser Version die Twin Towers entfernte. Kurioserweise wurde sehr schnell von anderen Seiten ein „Gegenpatch“ veröffentlicht, der die beiden Türme wieder in den FS 2002 einfügte. Grund war eine Diskussion, ob es denn sinnvoll sei, die Gebäude so kurz nach den Anschlägen schon „abzuschreiben“.
  • Die Versionen 2002 und 2004 enthielten für die meisten Flugzeuge ein integriertes Schadensmodell durch das dem Flugzeug Flügel abfallen oder es in Flammen aufgehen konnte. Es wurde nach den Anschlägen des 11. September 2001 deaktiviert, lässt sich aber noch durch das Ändern von Flugzeugdaten aktivieren. Beim FSX wurde es völlig entfernt.
  • Die USK hat die Versionen von Microsoft Flight Simulator 5.1 und später ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Alternativen zu Microsoft Flight Simulator[Bearbeiten]

Neben dem Microsoft Flight Simulator gibt es noch weitere zivile Flugsimulationen, die bekanntesten davon sind Flight Unlimited, FlightGear, Flugsimulator für A320, Fly!, Pro Pilot und X-Plane.

Vor allem Ende der 1990er Jahre herrschte ein harter Kampf im Bereich ziviler PC-Flugsimulationen, den – abgesehen von den damaligen Nischenprodukten X-Plane und FlightGear – Microsoft Flight Simulator für sich entscheiden konnte. Ein Wettbewerbsvorteil war hierbei die weite Verbreitung, Etablierung in der "Flusi-Gemeinde" sowie weitgehende Ausgereiftheit.

Vor allem Fly! hätte dem Microsoft Flight Simulator erhebliche Marktanteile entreißen können, da das Produkt in puncto visueller Qualität deutlich überlegen war. Auf den Markt kam jedoch zunächst eine extrem instabile Version; an dem dadurch eingebüßten Image konnten auch ein zügig nachgereichter Patch sowie zwei Nachfolgeversionen nichts mehr retten.

Der Pro Pilot von Sierra war ebenfalls ein ernstzunehmender Mitbewerber, setzte jedoch für einen grafisch ansprechenden Betrieb eine 3dfx-Grafikkarte voraus, die auf den Systemen der anvisierten Zielgruppe häufig nicht vorhanden war.

Flight Unlimited setzte auf Klasse statt Masse. Anstatt die gesamte Erde in mittlerer Qualität darzustellen, beschränkte man sich bei den einzelnen Versionen jeweils auf verhältnismäßig kleine Regionen, stellte diese jedoch mit einem extrem hohen Detailgrad dar. Allerdings waren die Gebiete für Flugsimulatorverhältnisse sehr klein und einige Add-ons des Microsoft Flight Simulators erreichten alsbald vergleichbare Qualität, so dass auch die Weiterentwicklung von Flight Unlimited eingestellt wurde.

X-Plane bietet gegenüber dem Microsoft Flight Simulator eine weitaus realistischere Flugdynamik bei ähnlich guter Darstellungsqualität. Bei X-Plane kann man von einem echten Simulator sprechen, der das Flugmodell anhand physikalischer Gesetzmäßigkeiten nachbildet. X-Plane erzielt seine bessere Flugdynamik durch Echtzeitberechnungen der komplizierten Flugphysik, während der Flight Simulator für die Berechnung der Flugphysik Ressourcen schont, indem er diese größtenteils aus fertigen Tabellen ermittelt.

Google Earth beinhaltet seit der Version 4.2 einen Flugsimulator. Diesen kann man über die Tastenkombination Strg Alt + A (alternativ Tools → Flugsimulator starten) aufrufen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine DSL-Verbindung mit empfohlenen 2000 kBit/s. Dieser bietet allerdings nur einen sehr begrenzten Umfang. So ist auch nur eine Ansicht aus einer Cockpitperspektive möglich, wobei die Instrumente nur sehr spärlich sind. Die Steuerung per Tastatur ist nicht empfehlenswert.

FlightGear ist ein Open-Source-Produkt und entstand aus der Unzufriedenheit mit dem Microsoft Flight Simulator. Der Quellcode des MS Flight Simulator ist Closed Source, was es unmöglich macht, diesen und damit das Kernprogramm zu ändern. FlightGear wurde im Dezember 2007 in der Version 1.0.0 veröffentlicht.

Marketingtechnisch sehr geschickt hat sich Microsoft mit dem Namen Flight Simulator gleich den Gattungsnamen für alle Flugsimulatoren geschützt, auch wenn er korrekt MS Flight Simulator heißt. Genauso ist Microsoft beim MS Train Simulator vorgegangen.

Einstellung der Entwicklung[Bearbeiten]

Anfang Januar 2009 gab Microsoft an, die Partnerschaft zur Firma Aces aufgelöst zu haben. Aces war für die Hauptproduktion des Microsoft Flight Simulator zuständig. Wie viele andere Firmen musste Microsoft wegen der Finanzkrise Stellen abbauen. Viele Flugsimulatorpiloten waren entrüstet über die Schließung der Firma Aces. In einem offiziellen Statement gab Microsoft bekannt, dass weiterhin in Flugsimulatorprodukte investiert wird.

Ein Nachfolgeprodukt mit dem Namen Microsoft Flight, das Ende 2010 angekündigt wurde, ist schließlich im Februar 2012 erschienen (siehe Microsoft Flight). Die Weiterentwicklung dieser Produktlinie wurde jedoch bereits Ende Juli 2012 ebenfalls eingestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Microsoft Flight Simulator – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. T. Byrl Baker (28. Juli 2003) "Microsoft Flight Simulator 2004: A Century of Flight Review for PC" (engl.)
  2. Zeitschrift „FlightXPress“
  3. [1] News zum Erscheinungsdatum
  4. Microsoft Flight Offizielle Webseite
  5. WinFuture Microsoft Flight: Gratis-Download ab Frühjahr 2012
  6. Hartmut Gieselmann: Microsoft stoppt Free-to-Play-Simulation "Flight". In: heise online. Heise Zeitschriften Verlag, 26. Juli 2012, abgerufen am 26. Juli 2012 (deutsch).
  7. Performance & Hardware. Microsoft. 15. November 2011. Abgerufen am 5. Dezember 2011.