Militärbezirk III

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kommando Militärbezirk III
Regimental colours of NVA (East Germany).svg

Truppenfahne
Aktiv 1. März 1956 bis 2. Oktober 1990
Land Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
Streitkräfte NVA
Teilstreitkraft Emblem of the Ground Forces of NVA (East Germany).svg NVA Landstreitkräfte
Truppengattung * Motorisierte Schützentruppen
Typ Armee
Grobgliederung siehe Tabelle
Stärke ca. 400 Soldaten und 120 Zivilangestellte
Unterstellung Kommando Landstreitkräfte
Garnison
Gefechtsstand
Leipzig
Letzter Befehlshaber/ Chef des Stabes
Generalmajor
Klaus Wiegand
Chef Militärbezirk III
Dienstgrad
N.N.
Chef des Stabes
Stationierung der Landstreitkräfte der NVA auf dem Gebiet der DDR

Der Militärbezirk III (kurz: MB III) war eine administrative territoriale Gliederung der Landstreitkräfte der NVA. Ihr unterstanden im Frieden eine Panzer- und zwei motorisierte Schützendivisionen sowie mehrere Unterstützungseinheiten und -truppenteile. Im Mobilmachungsfall sollte aus den Einheiten, Truppenteilen und Verbänden des Militärbezirkes die 3. Armee und ein territorialer Militärbezirk gebildet werden. Der Sitz des Kommandos des Militärbezirkes befand sich in Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Militärbezirk III entstand mit Schaffung der NVA aus der Kasernierten Volkspolizei der DDR. Ihm wurden die 7. Panzerdivision, die 4. motorisierte Schützendivision und die 11. motorisierte Schützendivision zugeordnet.

Dem Kommando des Militärbezirkes waren weiterhin unterstellt:[1]

  • 3. Raketenbrigade
  • Artillerieregiment 3
  • Artillerieaufklärungsregiment 3
  • Geschoßwerferabteilung 3
  • Panzerjägerabteilung 3
  • Fla-Raketen-Regiment 3
  • Bewegliche Fla-Raketentechnische Basis 3
  • Kampfhubschraubergeschwader 3
  • Nachrichtenregiment 3
  • Leitungsbauregiment 3
  • Pontonregiment 3
  • Pionierbrückenbaubataillon 44
  • Pionierregiment 3
  • Funktechnisches Bataillon 3
  • Funk- und Funktechnisches Aufklärungsbataillon 3
  • Spezialaufklärungsbataillon 3
  • Wach- und Sicherstellungsbataillon 3
  • Instandsetzungsbataillon 3
  • Bataillon materielle Sicherstellung 3

Ausbildungszentren und Mobilmachung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden im Frieden vom Kommando Militärbezirk III geführten Ausbildungseinrichtungen bildeten die Basis für die Aufstellung der Mobilmachungsdivisionen:

Für den Kriegsfall war die Ausgabe von Kernwaffen an Einheiten des Militärbezirks III vorgesehen, die durch die GSSD im Sonderwaffenlager Stolzenhain verwahrt wurden.[2]

Befehlshaber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefs des Militärbezirkes III waren:

  • Generalmajor Fritz Johne (1. März 1956 bis 31. Juli 1957)
  • Generalmajor Kurt Wagner (1. Dezember 1957 bis 15. Oktober 1959)
  • Generalmajor Arthur Kunath (15. Oktober 1959 bis 17. Oktober 1961)
  • Generalmajor Hans-Georg Ernst (17. Oktober 1961 bis 30. November 1973)
  • Generalmajor Heinz Handke (1. Dezember 1973 bis 30. November 1976)
  • Generalmajor Horst Skerra (1. Dezember 1976 bis 31. Oktober 1982)
  • Generalmajor Manfred Grätz (1. November 1982 bis 9. Februar 1986)
  • Generalmajor Wolfgang Steger (10. Februar 1986 bis 30. September 1987)
  • Generalmajor Klaus Wiegand (1. Oktober 1987 bis 2. Oktober 1990)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Froh, Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA. Ein biographisches Handbuch. Christoph Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3.
  • Wilfried Kopenhagen: Die Landstreitkräfte der NVA. Spezialausgabe. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02297-4.
  • Hans-Werner Deim, Hans-Georg Kampe, Joachim Kampe, Wolfgang Schubert: Die militärische Sicherheit der DDR im Kalten Krieg. Inhalte, Strukturen, verbunkerte Führungsstellen, Anlagen. Meißler, Hönow 2008, ISBN 978-3-932566-80-6.
  • Rüdiger Wenzke (Hrsg.): Die Streitkräfte der DDR und Polens in der Operationsplanung des Warschauer Paktes (= Potsdamer Schriften zur Militärgeschichte. 12). Militärgeschichtliches Forschungsamt, Potsdam 2010, ISBN 978-3-941571-09-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rüdiger Wenzke: Die Nationale Volksarmee (1956–1990). In: Torsten Diedrich, Hans Ehlert, Rüdiger Wenzke (Hrsg.): Im Dienste der Partei. Handbuch der bewaffneten Organe der DDR. Christoph Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-160-7, S. 423–535, hier S. 469.
  2. Matthias Uhl: Atomraketen für die NVA? Zur Erstausstattung der Nationalen Volksarmee der DDR mit Kernwaffeneinsatzmitteln. In: Hans Ehlert, Matthias Rogg (Hrsg.): Militär, Staat und Gesellschaft in der DDR. Forschungsfelder, Ergebnisse, Perspektiven (= Militärgeschichte der DDR. 8). Christoph Links, Berlin 2004, ISBN 3-86153-329-4, S. 187–204, hier S. 196.