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Monsieur Klein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Monsieur Klein
Originaltitel Mr. Klein[1]
Produktionsland Frankreich, Italien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 123 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Joseph Losey
Drehbuch Franco Solinas
Produktion Raymond Danon,
Alain Delon,
Norbert Saada
Musik Egisto Macchi,
Pierre Porte
Kamera Gerry Fisher
Schnitt Henri Lanoë,
Marie Castro-Vasquez,
Michèle Neny
Besetzung

Monsieur Klein ist ein französischer Spielfilm von Joseph Losey aus dem Jahr 1976. In Frankreich erschien der Film am 27. Oktober 1976, in den DDR-Kinos am 10. Juli 1977 und in Westdeutschland als Fernsehpremiere am 14. Oktober 1978.

1942: Der Elsässer Robert Klein lebt als Kunsthändler im von den Deutschen besetzten Paris und macht Geschäfte mit Juden, die in Not geraten sind. Eines Tages wird ihm eine Ausgabe einer jüdischen Zeitung zugestellt. Durch sein Bemühen, seinen Namen von der Abonnentenliste des Magazins löschen zu lassen, gerät er ins Fadenkreuz der Präfektur, die sich der Abonnentenliste bedient. Klein beginnt Recherchen und findet heraus, dass ein jüdischer Widerstandskämpfer seinen Namen benutzt hat und in den Untergrund abgetaucht ist. Kleins Versuche, seine nichtjüdische Abstammung zu beweisen, bestärken die Polizei in ihrem Verdacht. So wird auch er Opfer der groß angelegten Razzia, bei der tausende Pariser Juden im Vélodrome d’Hiver vor ihrem Abtransport nach Deutschland versammelt und festgesetzt werden. Der mit ihm befreundete Anwalt kann den Ariernachweis, um den sich Klein in seiner elsässischen Heimat bemüht hat, nicht mehr rechtzeitig übergeben, und Klein findet sich in dem Waggon mit jenem Juden, mit dem er zu Beginn des Films Geschäfte gemacht hat, zusammen auf dem Weg ins Konzentrationslager.

Synchronisation

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Der Film wurde dreimal synchronisiert. Die erste Synchronfassung entstand im DEFA Studio für Synchronisation in Ost-Berlin.[3] Erika Hirsch schrieb das Dialogbuch und Margot Seltmann führte Regie. Die zweite Synchronisation wurde bei der West-Berliner Interopa Film aufgenommen.[4] Die dritte Fassung entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Henning Stegelmann bei der DMT in Hamburg.[5]

Rolle Darsteller Synchronsprecher (DDR 1977) Synchronsprecher (BRD 1978) Synchronsprecher (2005)
Robert Klein Alain Delon Ezard Haußmann Joachim Ansorge Stephan Schwartz
Florence Jeanne Moreau Gisela Rimpler Eva Katharina Schultz Marion Martienzen
Nicole Francine Bergé Margarete Taudte Helgard Bruckhaus N. N.
Jeanine Juliet Berto Hellena Büttner Liane Rudolph N. N.
Concierge Suzanne Flon Ruth Glöss Ilse Ranft N. N.
Charles Massimo Girotti Wilfried Ortmann Eric Vaessen N. N.
Pierre Michael Lonsdale Fritz Decho Wolfgang Hess N. N.
Beamter Michel Aumont Karl Sturm Hans Nitschke N. N.
Der Kommissar Fred Personne Klaus Mertens Horst Schön N. N.
Verkäufer Jean Bouise Gerry Wolff Helmut Wildt N. N.
Polizist Étienne Chicot N. N. Uwe Paulsen N. N.
Fotograf Gérard Jugnot Arnim Mühlstädt Hans-Werner Bussinger N. N.
Redakteur Roland Bertin Eckhard Bilz N. N. N. N.
Radiosprecher Jean Topart N. N. N. N.
Leichenbeschauer Jean Champion Albert Hetterle Hermann Wagner N. N.
Lola Magali Clement Helga Piur Margot Rothweiler N. N.
Zeitungsmann Pierre Frag Walter Wickenhauser Otto Czarski N. N.
Michelle Dany Kogan Friederike Aust Barbara Stanek N. N.
Professor Montandon Jacques Maury Jürgen Hentsch Joachim Kerzel N. N.
Nathalie Francine Racette Roswitha Hirsch Alexandra Lange Traudel Sperber
Vater Klein Louis Seigner Robert Trösch Kurt Mühlhardt Eckart Dux
Auktionator Christian de Tilliere Wolfgang Lohse Manfred Schuster N. N.
Polizist Pierre Vernier Jürgen Zartmann Erich Nieswandt N. N.
Der andere Klein (Telefon) N. N. Jürgen Kluckert N. N. N. N.

Der film-dienst feierte Loseys Film in seiner zeitgenössischen Kritik als „kafkaeske Parabel über die Schuld des einzelnen am Überleben des Faschismus“. Monsieur Klein sei „meisterhaft inszeniert, fotografiert und gespielt“.[6]

Der Film lief 1976 bei den Filmfestspielen von Cannes im Wettbewerb um die Goldene Palme, wo er gegenüber Martin Scorseses Taxi Driver das Nachsehen hatte. Ein Jahr später war Monsieur Klein siebenmal für einen César nominiert und gewann den wichtigsten französischen Filmpreis in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Szenenbild. Auch Alain Delon war nominiert als bester Hauptdarsteller, gewonnen aber hat Michel Galabru für die Rolle des Joseph Bouvier in Der Richter und der Mörder.

Einzelnachweise

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  1. Internet Movie Database, Name der Titelrolle
  2. Freigabebescheinigung für Mr. Klein. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2008 (PDF; Prüf­nummer: 113 694 DVD).
  3. Monsieur Klein. In: synchrondatenbank.de. Abgerufen am 10. Dezember 2025.
  4. Monsieur Klein (neu). In: synchrondatenbank.de. Abgerufen am 10. Dezember 2025.
  5. Monsieur Klein (3. Synchro). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 10. Dezember 2025.
  6. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)