Monte Verità – Der Rausch der Freiheit

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Film
OriginaltitelMonte Verità – Der Rausch der Freiheit
Produktionsland Schweiz, Deutschland, Österreich
Erscheinungsjahr 2021
Stab
Regie Stefan Jäger
Drehbuch Kornelija Naraks
Produktion Katrin Renz,
Christine Kiauk,
Herbert Schwering,
Neshe Demir,
Barbara Pichler,
Gabriele Kranzelbinder
Musik Volker Bertelmann
Kamera Daniela Knapp
Schnitt Noemi Preiswerk
Besetzung

Monte Verità – Der Rausch der Freiheit ist ein schweizerisch-deutsch-österreichischer Spielfilm von Stefan Jäger aus dem Jahr 2021 über den Monte Verità mit Maresi Riegner, Joel Basman als Hermann Hesse, Max Hubacher als Otto Gross, Hannah Herzsprung als Lotte Hattemer und Julia Jentsch als Ida Hofmann.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machen sich einige Aussteiger auf die Suche nach ihrem Paradies. Sie finden es in der freien Luft, unter dem offenen Himmel, auf dem Monte Verità bei Ascona in der Schweiz, wo Ida Hofmann ein Sanatorium gründet. Dem gegenüber stehen die schweren Holztäfelungen und unter Kraftaufwand zu öffnenden Türen in einer gehobenen Wiener Wohnung, der häuslichen Sphäre der Frau.

Die gesellschaftlichen Erwartungen an eine Frau von Stand sind somit vorgezeichnet. Die 29-jährige Hanna Leitner, Mutter zweier Mädchen, leidet an Ohnmachtsanfällen und wird von ihrem Ehemann Anton, der auf sein „Recht“ pocht und einen Sohn zeugen will, sexuell genötigt. Die junge Frau folgt nach einer Entgleisung ihres Mannes fluchtartig dem Psychoanalytiker Otto Gross in das neu eröffnete Sanatorium Monte Verità, um Abstand von ihrem Gatten zu gewinnen. Was Hanna nicht weiß, ist dass ihr Arzt aufgrund eines Drogenproblems das Sanatorium aufsucht.

Dort fasst sie Mut und findet zu einer eigenständigen Identität als Frau. Auch verwirklicht sie ihre Faszination für die Photographie, die ihr von ihrem Mann, einem erfolgreichen Porträitfotografen, verboten worden war. Hanna trifft auf Hermann Hesse, Isadora Duncan und Lotte Hattemer. Ursprünglich war sie auf den Monte Verità gereist, um geheilt zu ihrer Familie zurückzukehren, allerdings verstärkt sich hier ihr Wunsch, sich als Künstlerin zu verwirklichen und im Leben eigene Wege zu gehen. So kommt es in Ascona zum endgültigen Bruch mit ihrem Mann.[1][2][3][4]

Produktion und Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden an 34 Drehtagen von August bis Oktober 2020 im Tessin, im Piemont, in den MMC Studios in Köln und in Wien statt.[2][3][5] Aufgrund der COVID-19-Pandemie starteten die Dreharbeiten drei Monate später als ursprünglich geplant. Auf einer Wiese im Maggiatal wurde das Haupthaus der Aussteigersiedlung nachgebaut.[6]

Unterstützt wurde die Produktion vom Bundesamt für Kultur (BAK), der Zürcher Filmstiftung, blue, FISS, IFFG / Kanton Luzern Kulturförderung, Ticino Film Commission, Kanton Tessin DECS, Suissimage, FOCAL Stage Pool, vom Österreichischen Filminstitut, vom Filmfonds Wien, vom Deutschen Filmförderfonds und der Film- und Medienstiftung NRW. Beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und das Schweizer Radio und Fernsehen/Radiotelevisione Svizzera.[2][4]

Produziert wurde der Film von der Schweizer tellfilm (Produzentin Katrin Renz), in Koproduktion mit der deutschen Coin Film Köln (Produzenten Christine Kiauk und Herbert Schwering), der deutschen MMC Movies Köln (Produzentin Neshe Demir) sowie der österreichischen KGP Filmproduction (Produzentinnen Barbara Pichler und Gabriele Kranzelbinder).[2][4]

Die Kamera führte Daniela Knapp. Für den Ton zeichnete Reto Stamm verantwortlich, für das Kostümbild Veronika Albert, für das Szenenbild Katharina Wöppermann und Nina Mader, für die Maske Helene Lang und für das Casting Lisa Oláh.[3][2][4]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2021 wurde ein erster Trailer veröffentlicht.[7] Premiere war am 7. August 2021 beim Locarno Film Festival.[8][9][10][11] Der Kinostart ist in der Schweiz für den 25. August 2021 geplant.[12]

Im September 2021 soll der Film am Festival des deutschen Films in Ludwigshafen gezeigt werden.[13] In Deutschland soll der Film am 2. Dezember 2021 in die Kinos kommen.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isabel Pfaff schrieb auf Sueddeutsche.de, dass der Film die realen Schicksale und die reiche Geschichte des Bergs nur andeuten würde, die Kämpfe und die Zerrissenheit der Protagonistin Hanna erzähle er dagegen ausführlich und manchmal nahe am Kitsch. Jägers Film vermittle vor allem ein sinnliches Bild von den Geschehnissen auf dem Monte Verità. Ihm und Drehbuchautorin Kornelija Naraks sei es gelungen, in oft sonnendurchfluteten Bildern die Geschichte des Bergs vor allem über das Frauen-Dreieck aus Hanna, Ida und Lotte zu erzählen. Die Gespräche der Frauen hätten vor allem mit ihnen, ihren Nöten und Überlegungen zu tun, selten mit Männern. Insbesondere in diesen Momenten sei der Film so modern wie die Gründerinnen.[14]

Simon Eberhard vergab auf OutNow.ch 2,5 von 6 Sternen und meinte, dass der Mix zwischen Fiktion und Nacherzählung tatsächlicher Ereignisse reizvoll hätte sein können, hier jedoch vor allem langatmig sei. Zwar greife der Film ein Thema auf, das 120 Jahre später aktueller ist denn je, allerdings könne die fantasielose Inszenierung mit der gesellschaftlichen Relevanz nicht ganz mithalten.[15]

Walter Rohrbach vergab auf cineman.ch 3.5 von 5 Sternen. Wer einen historisch korrekten Dokumentarfilm erwarte, werde enttäuscht sein. Wer hingegen das Lebensgefühl der Anti-Bourgeoisie des frühen 20. Jahrhunderts erleben möchte, für den sei der Kostümfilm genau das Richtige. Joel Basman, Max Hubacher und vor allem die Hauptprotagonistin Maresi Riegner machten den Film zu einem interessanten Vergnügen.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Monte Verità. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 12. Juni 2021.
  2. a b c d e Monte Verità. In: Österreichisches Filminstitut. Abgerufen am 4. Juni 2021.
  3. a b c Monte Verità bei crew united, abgerufen am 12. Juni 2021.
  4. a b c d Monte Verità. In: tellfilm.ch. Abgerufen am 12. Juni 2021.
  5. John Hopewell: ‘Blue My Mind’ Producer Tellfilm to Roll on Woman’s Emancipation Feature ’Monte Verità’ (EXCLUSIVE). In: variety.com. 11. August 2020, abgerufen am 12. Juni 2021 (englisch).
  6. Cynthia Ringgenberg: Ende der Corona-Zwangspause: Max Hubacher & Joel Basman: Feuer und Flamme fürs Schweizer Kino. In: srf.ch. 10. August 2020, abgerufen am 12. Juni 2021.
  7. Christoph Schelb: Erster Trailer zur Schweizer Grossproduktion «Monte Verità» mit Max Hubacher und Joel Basman. In: outnow.ch. 11. Juni 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.
  8. Jubel in Locarno für Maresi Riegners "Monte Verità". In: Salzburger Nachrichten/APA/sda. 8. August 2021, abgerufen am 8. August 2021.
  9. Locarno 2021 - Die Filme. In: critic.de. 1. Juli 2021, abgerufen am 2. Juli 2021.
  10. Locarno Film Festival: Monte Verità. In: locarnofestival.ch. 1. Juli 2021, abgerufen am 2. Juli 2021 (englisch).
  11. «Monte Verità»-Weltpremiere und eine gesunde Rückkehr aus der Krise. In: suedostschweiz.ch. 1. Juli 2021, abgerufen am 2. Juli 2021.
  12. Monte Verità – Der Rausch der Freiheit. In: outnow.ch. Abgerufen am 12. Juni 2021.
  13. Monte Verità – Der Rausch der Freiheit. In: festival-des-deutschen-films.de. Abgerufen am 3. August 2021.
  14. Isabel Pfaff: "Monte Verità" in Locarno: Versuch einer Utopie. In: Sueddeutsche.de. 10. August 2021, abgerufen am 11. August 2021.
  15. Simon Eberhard: Filmkritik – Monte Verità - Der Rausch der Freiheit (2021) – Movies – OutNow. In: outnow.ch. 23. August 2021, abgerufen am 26. August 2021.
  16. Walter Rohrbach: Monte Verità: Die persönliche Wahrheit der Hanna Leitner. In: cineman.ch. 23. August 2021, abgerufen am 26. August 2021.