Nana Abrokwa

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Nana 2015 beim RPR1 90er Festival in Mannheim

Nana Kwame Abrokwa (* 5. Oktober 1968 in Accra, Ghana), bekannt unter seinem Künstlernamen Nana (dabei handelt es sich hier nicht um seinen Vornamen; „Nana“ ist ein Verehrungsname der ghanaischen Akanvölker) oder dem Künstlernamen Darkman Nana, ist ein deutscher Rapper und DJ. Bekannt wurde er in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre. Seine Texte drehen sich meistens um seine Beziehungen zu Gott und seiner Familie, behandeln aber auch Themen wie Rassismus und den Holocaust.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gebürtige Ghanaer zog im Alter von zwölf Jahren mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Hamburg-Steilshoop.

Nach seinem Schulabschluss war Abrokwa zunächst als DJ in Hip-Hop-Clubs aktiv und wirkte Anfang der 90er bei einigen Songs von DJ David Fascher als Rapper und Co-Produzent mit (Here We Go, Make The Crowd Go Wild), damals noch unter dem Pseudonym MC Africa True.

Im Jahr 1990 fügte Abrokwa einer Frau bei einem Streit einen doppelten Trümmerbruch sowie einem Mann einen mehrfachen Armbruch mit einem Baseballschläger zu. Das Landgericht Hamburg verurteilte Abrokwa zu dreieinhalb Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes. Abrokwa stellte ein Gnadengesuch und wies auf seine günstige Sozialprognose aufgrund seiner musikalischen Aktivitäten hin. Die Strafe wurde für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt.[1][2]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 trat MC Africa-True als Rapper dem Eurodance-Projekt Darkness bei, das von Bülent Aris und Toni Cottura produziert wurde. Der Song In My Dreams wurde ein Clubhit; da Nana sich mit dieser Musikrichtung jedoch nicht identifizieren konnte, trennte sich die Gruppe wieder. Sein Künstleralias Darkman stammt aus dieser Zeit.

1996 gründeten Aris und Cottura das Black-Music-Label Booya Music, dem Nana als erster Künstler beitrat. Die erste Single Darkman schaffte es auf Anhieb in die Top-Ten der deutschen Verkaufscharts; der Nachfolger Lonely wurde der erfolgreichste Song der Eurorap-Ära und hielt sich mehrere Wochen auf Platz 1. Das 1997 erschienene Album Nana bewegte sich stilistisch zwischen Mainstream-Rap und US-Hip-Hop; als Gäste waren zahlreiche andere Mitglieder der Booya-Family wie Jan van der Toorn und Alex Prince zu hören.

Das zweite Album Father von 1998 enthält eher langsame Stücke mit sehr persönlichen Texten. Beteiligt war der Nachwuchsproduzent Neco Tiglioglu, der kurz daraufhin seine erste goldene Schallplatte erhielt. Parallel nahm Nana die Songs Too Much Heaven und War für die Tributealben We Love The Bee Gees und Hands On Motown auf.

Nanas Ende 1999 erschienene Single I Wanna Fly floppte, nachdem die Öffentlichkeit mittlerweile das Interesse an Eurorap verloren hatte und sich stattdessen deutschsprachiger Hip-Hop-Musik zuwandte. Trotzdem nahm Nana noch zwei weitere Alben bei Booya Music auf, die aufgrund rechtlicher Probleme (die anderen beteiligten Produzenten und Künstler hatten das Label inzwischen verlassen) jedoch nicht mehr veröffentlicht wurden.

Anfang 2001 veröffentlichte Nana den deutschsprachigen Song Du wirst sehen, der von der internationalen Fangemeinde eher kritisch aufgenommen wurde. Auch diese Single wurde ein kommerzieller Flop, und die Arbeiten am geplanten zweisprachigen Album Global Playa wurden auf Drängen der Plattenfirma eingestellt.

Im Sommer 2004 konnte Nana schließlich auf seinem zwischenzeitlich gegründeten Label Darkman Records die CD All Doors In Flight No. 7 herausgeben. Das Album entstand in Zusammenarbeit mit Jan van der Toorn und Manuell und wurde zunächst ausschließlich im Versandhandel über Nanas Website vertrieben. Später wurde eine Veröffentlichung durch Sony BMG angekündigt, die jedoch aus unbekannten Gründen nicht erfolgte. 2005 war Nana auf einer Kompilation des Underground-DJs „Dj Desk“ auf dem „Essenz Finezt Pt. II Mixtape“ vertreten.[3]

Beim dritten RTL Promiboxen siegte Nana gegen den Schauspieler Willi Herren. 2007 schrieb er Musik für einen Werbespot.[4]

2008 erschien als neues Album 12 Y.O. das neue Tracks und Arrangements seiner größten Hits enthält. 2011 wirkte Nana als Gastrapper in dem Song Jesus Loves Me mit, welcher auf dem Album Liebe, Sex und Twilight Zone des deutschsprachigen Rappers Kaas zu hören ist.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5][6]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
1997 Nana
Booya Music
DE4
Gold
Gold

(45 Wo.)DE
AT22
(16 Wo.)AT
CH6
Gold
Gold

(39 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 19. Mai 1997
Verkäufe: + 375.000; PL: PlatinPlatin
1998 Father
Booya Music
DE4
(16 Wo.)DE
AT17
(10 Wo.)AT
CH8
(13 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 18. Mai 1998
Verkäufe: + 50.000; PL: GoldGold
2004 All Doors in Flight No. 7
Darkman Records
Erstveröffentlichung: 26. Juli 2004
2008 12 Y.O.
Darkman Records
Erstveröffentlichung: 5. September 2008
2009 Stand Up!
Darkman Records
Erstveröffentlichung: 14. Dezember 2009
2017 #BetweenLuciferAndGod
7 Zaysan Records
Erstveröffentlichung: 8. Dezember 2017

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: The Black Rhapsody

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
1996 Darkman
Nana
DE9
(17 Wo.)DE
CH20
(11 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 6. Dezember 1996
1997 Lonely
Nana
DE1
Platin
Platin

(20 Wo.)DE
AT2
(12 Wo.)AT
CH1
(18 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. April 1997
Verkäufe: + 500.000
Let It Rain
Nana
DE12
(11 Wo.)DE
AT22
(10 Wo.)AT
CH48
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. Juli 1997
He’s Comin’
Nana
DE4
Gold
Gold

(17 Wo.)DE
AT14
(12 Wo.)AT
CH11
(13 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 1. September 1997
Verkäufe: + 250.000
Too Much Heaven
Father
DE2
Gold
Gold

(16 Wo.)DE
AT6
(12 Wo.)AT
CH7
(12 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 1. Dezember 1997
Verkäufe: + 250.000
1998 Remember the Time
Father
DE6
Gold
Gold

(13 Wo.)DE
AT10
(12 Wo.)AT
CH10
(11 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 6. April 1998
Verkäufe: + 250.000
Dreams
Father
DE18
(9 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: August 1998
1999 I Wanna Fly (Like an Eagle)
DE84
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: November 1999

Weitere Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998: Father
  • 1999: I Close My Eyes (Dust In The Wind) (nur Promo)
  • 2000: Du wirst sehen
  • 2004: Butterfly / Ride With Me
  • 2008: My Get Away (nur Download)
  • 2017: Go Away (feat. Manuellsen & Vessy)
  • 2020: Lockdown (mit Samuel G) [EP]

Kollaborationen und Gastbeiträge für andere Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: U.B.F. (feat. Nana, Pappa Bear, Cottura, Alex & Aleks van der Toorn) - Bible In My Hand
  • 1998: Pappa Bear - D.I.S.C.O.
  • 1998: U.B.F. - Shepherd In The Storm
  • 2001: Architechs - Show Me The Money
  • 2006: Ramsi Aliani (feat. Manuell & Nana) - Geh Mit Dem Beat
  • 2011: Kaas (feat. Nana) - Jesus Loves Me
  • 2013: Houseshaker (feat. Alexandra Prince & Nana Darkman) - Fly With Me
  • 2014: Dess (feat. Nana Darkman & Pappa Bear) - Cotton Cand

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: Comet als bester nationaler Newcomer
  • 1998: RSH-Gold[7]
  • 1998: Echo als erfolgreichster nationaler Newcomer
  • 1998: Echo als erfolgreichster nationaler Künstler
  • 1998: Comet als bester nationaler Act

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Justizskandal – Der Scheinheilige. FOCUS Nr. 14, 1998
  2. Oliver Rohlf: „Letztlich ein guter Mensch“. taz, 14. Mai 1998, abgerufen am 17. Juni 2021.
  3. Euro-Rap.com: New Nana Track on a Mixtape!! 29. November 2005
  4. Youtube.com: NANA – Maxi King ’07 Commercial (dort von Nana eingestellt)
  5. a b Chartquellen: DE AT CH
  6. Auszeichnungen für Musikverkäufe: DE CH PL
  7. RSH-Gold Verleihung 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nana (rapper) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien