Nanga Parbat (2010)

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Filmdaten
Originaltitel Nanga Parbat
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 6[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie Joseph Vilsmaier
Drehbuch Reinhard Klooss,
Sven Severin
Produktion Joseph Vilsmaier
Musik Gustavo Santaolalla
Kamera Joseph Vilsmaier,
Peter von Haller
Schnitt Sandy Saffeels,
Uli Schön,
Max Zandanel
Besetzung

Nanga Parbat ist ein Film des deutschen Filmregisseurs Joseph Vilsmaier aus dem Jahr 2010. Der Film thematisiert die Sigi-Löw-Gedächtnisexpedition zum Nanga Parbat im Jahr 1970, bei der Reinhold Messners Bruder Günther ums Leben kam. Der Film zeigt die Ereignisse aus Sicht von Reinhold Messner, weshalb es einige Kontroversen bezüglich der Richtigkeit mancher seiner Angaben gibt. Die Umstände, unter denen Günther Messner ums Leben kam, sind seit 1970 Gegenstand mehrerer Gerichtsprozesse, Buchveröffentlichungen und zahlreicher Diskussionen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drama um die Nanga-Parbat-Besteigung und den Tod Günther Messners wurde auf Grundlage der Erinnerungen Reinhold Messners und ohne Beteiligung der anderen damaligen Expeditionsteilnehmer verfilmt. Reinhold Messner fungierte bei den Dreharbeiten als Berater des Regisseurs. Der Spielfilm wurde ab Mitte Januar 2010 in den Kinos gezeigt und ist keine vollständig authentische Dokumentation der damaligen Ereignisse. Mehrere Expeditionsmitglieder von 1970 und der Sohn des damaligen Expeditionsleiters Karl Herrligkoffer kritisieren die Darstellung Herrligkoffers im Film massiv;[3] dieser erscheint dort als einerseits autokratischer, unsympathischer Tyrann und andererseits als zögerlich, was er nach der Aussage mehrerer Zeitzeugen nicht war. Dem steht die Aussage von Georg Kirner entgegen, der Karl Maria Herrligkoffer ebenfalls von einer Expedition kannte und dessen Darstellung im Film als „zu schön“ empfindet.[4] Von ehemaligen Expeditionsmitgliedern wird überdies die bewusst nicht den historischen Tatsachen folgende Darstellung verschiedener Szenen im Film kritisiert, so etwa die Szene, als Reinhold Messner und Felix Kuen in der Merklrinne Rufkontakt haben, oder die Gipfelszene mit Felix Kuen und Peter Scholz.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das bis heute in seinen Ursachen umstrittene Unglück wird aus zwei Perspektiven aufgerollt, aus der Reinhold Messners und der des im Basislager verbliebenen Expeditionsführers. Daraus entwickelt sich ein mäßig spannendes, breit ausgewalztes Schuldkomplex-Drama, dem zudem das inszenatorische Gespür für die imposante Landschaft des Hochgebirges abgeht.“

film-dienst 1/2010[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Nanga Parbat. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Dezember 2009 (PDF; Prüf­nummer: 120 809 K).
  2. Alterskennzeichnung für Nanga Parbat. Jugendmedien­kommission.
  3. Nanga Parbat – Ein Film von Joseph Vilsmaier auf herrligkoffer-stiftung.de, abgerufen am 21. Mai 2013. (Homepage des Deutschen Instituts für Auslandsforschung, Herrligkoffer-Stiftung)
  4. B5 für Bergsteiger vom 16. Januar 2010@1@2Vorlage:Toter Link/gffstream-8.vo.llnwd.net (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  5. Die WELT vom 15. Januar 2010: Herrligkoffer-Sohn attackiert Messner-Film scharf auf welt.de; Der Focus vom 16. Januar 2010: Absurder und kleinteiliger Streit um Messner-Film auf focus.de; Hamburger Abendblatt vom 16. Januar 2010: „Ich erkenne meinen Vater nicht wieder“ auf abendblatt.de; Interview mit Gerhard Baur im Spiegel vom 17. Januar 2010: Bergsteiger-Drama “Nanga Parbat”: „Das ist nicht die Wahrheit“ auf spiegel.de, abgerufen am 21. Mai 2013.
  6. Filmkritik – Nanga Parbat auf lichtspielkunst-segeberg.de (ausführliche Kritik)