Natal (Brasilien)

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Natal
Koordinaten: 5° 48′ S, 35° 13′ W
Karte: Brasilien
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Natal

Natal auf der Karte von Brasilien

RioGrandedoNorte Municip Natal.svg

Lage von Natal in Brasilien

Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rio Grande do Norte
Stadtgründung 25. Dezember 1599
Einwohner 803.739 (2010)
   – im Ballungsraum 1,3 Millionen
Stadtinsignien
Brasão de Natal.png
Bandeira-natal.png
Detaildaten
Fläche 167,273 km²
Bevölkerungsdichte 4.805 Ew./km²
Stadtgliederung 4 Verwaltungsregionen
Gewässer Potenji, Südatlantik
Postleitzahl 59010–59139
Vorwahl (84)
Zeitzone UTC-3
Stadtvorsitz Carlos Eduardo Alves (PDT)
Stadtpatron Unsere Liebe Frau in Jerusalem
Website www.natal.rn.gov.br
Blick auf Natal
Blick auf Natal
Natal bei Nacht (Ponta Negra)
Natal bei Nacht (Ponta Negra)

Natal ist die Hauptstadt des Bundesstaats Rio Grande do Norte im Nordosten von Brasilien. Sie hat rund 860.000 Einwohner. Der Ballungsraum Região Metropolitana de Natal hat über 1,4 Millionen Bewohner.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natal liegt an der Mündung des Flusses Rio Potengi („Rio Grande“) in der Nähe der Esquina Brasileira (Nordostkap Brasiliens und Südamerikas). Die Stadt liegt 550 km südöstlich von Fortaleza, 180 km nördlich von João Pessoa und 290 km nördlich von Recife. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 167,273 km².[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natal ist in vier Verwaltungsregionen (portugiesisch Regiãos administrativas) eingeteilt, die nach den Himmelsrichtungen benannt sind, im alltäglichen Sprachgebrauch werden sie auch als Zonen (Zonas) bezeichnet. Die Verwaltungsregionen sind in Stadtteile (Bairros) und diese wiederum in Wohnkomplexe (Conjuntos habitacionais) eingeteilt. Der Parque das Dunas („Park der Dünen“) wird vom Bundesstaat verwaltet und ist keiner Verwaltungsregion zugeteilt.

Das Stadtzentrum befindet sich in der Zona Leste (Osten). Die Zona Oeste hat als einzige keinen direkten Zugang zum Meer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französische Piraten unter Jacques Riffault trieben Handel mit dem Tupi-Volk der Potiguar im Gebiet von Natal. 1597 befahl der Gouverneur Francisco de Sousa die Vertreibung der Seeräuber. Erfolgreich durchgeführt wurde dieses Unternehmen von Manuel de Mascarenhas Homem und Jerônimo de Albuquerque Maranhão, der am 6. Januar 1598 mit dem Bau des Forte dos Reis Magos begann. Gegründet wurde die Stadt von den portugiesischen Kolonialherren am 25. Dezember 1599, sie wurde um das heute noch existierende Fort erbaut. Natal bedeutet auf portugiesisch Weihnachten, daher der Name. Holländer der niederländischen Westindien-Kompanie besetzten die Stadt zwischen 1633 und 1654 und nannten sie Neu-Amsterdam. Indigener Widerstand gegen die Sklaverei am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts manifestiert sich in der Confederação dos Cariri und wurde erst durch die Bandeirantes niedergeschlagen. Die Stadt wuchs in den ersten Jahren ihres Bestehens sehr langsam. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Natal jedoch bereits mehr als 16.000 Einwohner.[3] Wegen der strategischen Lage von Natal wurde während des Zweiten Weltkriegs im benachbarten Parnamirim ein amerikanischer Luftwaffenstützpunkt gebaut. Unter anderem diente dieser Stützpunkt auch 1942 für die Operation Torch als Zwischenstation der amerikanischen Luftwaffe auf dem Weg nach Nordafrika. Später diente er auch bis 2014 als ziviler Flughafen.

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 wurde die Bevölkerung von dem Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) mit 803.739 Einwohner angegeben. 377.947 Männer und 425.792 Frauen. Für das Jahr 2014 schätzt das IBGE die Bevölkerungszahl auf 862.044 Einwohner.[4] Im Großraum Natal, bestehend aus Ceará Mirim, Extremoz, Monte Alegre, São Gonçalo do Amarante, Macaíba, Parnamirim, São José de Mipibu, Vera Cruz und Nísia Floresta, leben nach aktuellen Schätzungen (2014) 1.462.045 Menschen.[1]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Bürgermeister von Natal ist Carlos Eduardo Alves (PDT). Er wurde am 31. Dezember 2012 im zweiten Wahlgang mit 58,3% der gültigen Stimmen gewählt. Das Stadtparlament (Câmara Municipal) umfasst 29 Sitze.

Als Hauptstadt des Bundesstaats Rio Grande do Norte ist Natal auch Sitz des Gouverneur, des Landesparlaments und der Verwaltung des Bundesstaats.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Anfang lebte die Stadt von Salz, Zuckerrohr und Rindfleisch. Ein Export-Bann der portugiesischen Krone Mitte des 18. Jahrhunderts führte zum Niedergang, der bis zur brasilianischen Unabhängigkeit anhielt. Häufige Dürren taten ein Übriges. Heute ist der Tourismus neben dem Dienstleistungssektor und der industriellen Produktion die Haupteinnahmequelle.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist tropisch mit einer mittleren Jahrestemperatur von 26 °C. Über das Jahr unterscheiden sich die Werte kaum, lediglich im Juni bis August liegt die Durchschnittstemperatur bei knapp unter 25 °C. Die am Tage erreichten Höchst- und in der Nacht erreichten Tiefstwerte liegen eng beieinander, die Differenz beträgt im Jahresmittel nur etwa 6 °C. Mittlere monatliche Niederschläge von etwa 100 bis 200 mm fallen in den Monaten Januar bis Juli, von August bis Dezember fällt nur wenig Regen. Ein ständiger leichter Wind vom Atlantik macht das Klima angenehm.

Klimadiagramm-Natal-Brasilien-metrisch-deutsch.png

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strand von Ponta Negra mit Morro do Careca
Denkmal Reis Magos

Im Zentrum (Cidade Alta) befindet sich die Kathedrale von 1599. Das Forte dos Reis Magos liegt auf einer Landspitze an der Praia do Forte. Im Museu do Mar kann man das Meeresleben der Region sehen. Der Stadtstrand Artistas wird von den Bewohnern frequentiert, Touristen finden sich meist am 12 km südlich immer noch im Stadtgebiet gelegenen Strand von Ponta Negra mit der 120 Meter hohen Düne Morro do Careca.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich und südlich gibt es sowohl einsame als auch belebte Strände und Fischerorte. Von Nord nach Süd sind dies São Miguel do Gostoso (erstes portugiesisches Gebäude in Brasilien), Touros (höchster Leuchtturm Brasiliens, 62 m), Genipabu (Dünenlandschaft), Pirangi (Raketenstartplatz, Größter Kaschubaum der Welt mit über 8000 m²), Tibau do Sul (Steilküste), Praia da Pipa (sehr belebt) und Baía Formosa (mit Küstenurwald).

Wissenschaft und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Hauptstadt Rio Grande do Nortes, ist Natal Sitz der Universidade Federal do Rio Grande do Norte (UFRN). Der Hauptcampus befindet sich im Stadtteil Lagoa Nova (Zona Leste). Außerdem befindet sich hier eine Außenstelle des Instituto Internacional de Neurociências de Natal, eines Forschungsinstituts für Neurowissenschaften.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natal verfügt derzeit über zwei Flughäfen. Der ältere Flughafen Natal-Severo in Parnamirim ist 18 Kilometer von dem Stadtzentrum von Natal entfernt und war der wichtigste Flughafen des Bundesstaats. Seit 2014 werden alle kommerziellen Flüge vom neuen Flughafen Natal in São Gonçalo do Amarante abgewickelt, der ehemalige Flughafen wird seitdem ausschließlich militärisch genutzt.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentliche Nahverkehr stützt sich fast ausschließlich auf Busse. Es bestehen 86 Omnibuslinien, die von sechs verschiedenen Unternehmen betrieben werden. Der Fahrpreis wird jedoch einheitlich festgelegt.[6] Neben dem offiziellen Omnibusverkehr gibt es noch 177 durch die STTU konzessionierte kleine Micro-Omnibusse (bis 16 Passagiere), die auf 24 weniger frequentierten Routen fahren.[7]

Seit 2007 verbindet die Newton-Navarro-Brücke den nördlichen Teil des Bundesstaats Rio Grande do Norte mit der Stadt Natal.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luís da Câmara Cascudo: História da cidade do Natal. Editora Civilização Brasileira, Rio de Janeiro, 2. Auflage 1980.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b IBGE sala de imprensa notícias IBGE divulga as estimativas populacionais dos municípios em 2014. saladeimprensa.ibge.gov.br, abgerufen am 24. September 2015.
  2. Portaria interministerial Nº 18, de 22 de janeiro de 2013 Áreas territorial (portugiesisch).
  3. História (Memento vom 19. Februar 2012 auf WebCite) auf der Webseite der Prefeitura de Natal (portugiesisch).
  4. IBGE Schätzung der Bevölkerungszahlen für das Jahr 2013
  5. IBGE 2000, UNDP 2000, Stadtverwaltung
  6. Prefeitura Municipal do Natal Transporte – Ômnibus
  7. Prefeitura Municipal do Natal – Opcionais

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikivoyage: Natal – Reiseführer