Heilbronner Hütte

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Heilbronner Hütte
DAV-Schutzhütte Kategorie I
Neue Heilbronner Hütte mit Winterhaus
Neue Heilbronner Hütte mit Winterhaus
Gebirgsgruppe Verwallgruppe
Geographische Lage: 47° 0′ 26″ N, 10° 8′ 20″ OKoordinaten: 47° 0′ 26″ N, 10° 8′ 20″ O
Höhenlage 2320 m ü. A.
Heilbronner Hütte (Vorarlberg)
Heilbronner Hütte
Besitzer DAV Sektion Heilbronn
Erbaut 1926
Bautyp Schutzhütte
Übliche Öffnungszeiten Mitte Juni bis Ende September (witterungsabhängig)
Beherbergung 26 Betten, 82 Lager
Winterraum 28 Lager
Weblink Website der Heilbronner Hütte
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV

Die Heilbronner Hütte ist eine seit 1926 bestehende Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins. Sie liegt im österreichischen Bundesland Vorarlberg in der Verwallgruppe. Mit 2320 m ü. A. gehört sie zu den höchsten in der Verwallgruppe. Eine frühere Heilbronner Hütte, die 1919 mit Südtirol an Italien fiel, bestand ab 1910 am Tascheljöchl.

Zwischen den Heilbronner Hütten und dem Heilbronner Weg in den Allgäuer Alpen besteht kein geographischer Zusammenhang.

Alte Heilbronner Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der ersten Heilbronner Hütte auf dem Taschljöchl

Die erste Heilbronner Hütte wurde auf Anregung des damaligen Vorsitzenden der Sektion Heilbronn des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DÖAV), Peter Bruckmann, ab 1909 auf dem Taschljöchl in den südlichen Ötztaler Alpen zwischen dem Schnals- und dem Schlandrauntal im heutigen Südtirol, in einer Höhe von 2772 m errichtet. Die Hütte mit damals 20 Plätzen wurde am 19. Juli 1910 durch Bruckmann eingeweiht. In den folgenden drei Jahren wurde das Wegenetz um die Hütte ausgebaut und instand gesetzt, darunter auch der 800 Jahre alte Saumpfad von Schlanders zum Taschljöchl. Die Hütte diente als Stützpunkt für Hochtouren in den Saldurbergen.

1919 wurden sämtliche Alpenvereinshütten im heutigen Südtirol von Italien enteignet und dem CAI übergeben. Unter der Bezeichnung Taschljöchlhütte, später ausschließlich Rifugio Verona bzw. Rifugio Colle Tasca wurde sie weiterhin bewirtschaftet. Das Gebäude fiel 1932 einem Brand zum Opfer und ist nur mehr als Notunterstand wieder aufgebaut worden.

Neue Heilbronner Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die alte Hütte nicht mehr zur Verfügung stand, begann man um 1925 mit Überlegungen zum Bau einer neuen Heilbronner Hütte an einem neuen Standort. Peter Bruckmann wandte sich daher im Februar 1926 an den Hauptausschuss des DÖAV in München, der als Standort das Verbellner Winterjöchl am Scheidsee empfahl. Nach einer Vor-Ort-Besichtigung im Juli 1926 begannen im Herbst noch ohne Baugenehmigung die Bauarbeiten nach Plänen des Architekten Richard Scheffler, die Baugenehmigung erfolgte nachträglich am 7. Dezember 1926. Nach über einjähriger Bauzeit begann Weihnachten 1927 die Bewirtschaftung der noch immer nicht fertiggestellten Hütte. Die offizielle Einweihung erfolgte am 1. Juli 1928 durch Vorstand Peter Bruckmann. Die Baukosten betrugen 81.400 Reichsmark (RM). Für den Verlust der ersten Heilbronner Hütte erhielt die Sektion Heilbronn des DÖAV im Rechnungsjahr 1927/28 rund 4300 RM Entschädigung. Die Hütte erfreute sich großen Zulaufs (jährlich 1000 Übernachtungen und mehr), so dass man bereits 1931 erstmals an eine Erweiterung dachte.

Nach der ab Sommer 1933 verordneten Grenzsperre konnte im Winter 1933/34 nur noch ein Notbetrieb auf der Hütte aufrechterhalten werden. Bis 1935 kam der Betrieb der Hütte ganz zum Erliegen, im Sommer des Jahres wurde auch zwei Mal eingebrochen. Die Sektion Heilbronn hatte unterdessen als Ersatz für die nicht mehr zugängliche Hütte im Jahr 1935 die neu erbaute Sonneckhütte bei Ofterschwang im Allgäu gepachtet. Mit dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 konnte die Heilbronner Hütte im Verwall wieder erreicht werden.

Heilbronner Hütte in Blickrichtung Verbellabachtal gesehen (1981)

In den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs wurde die Heilbronner Hütte zunächst weiter bewirtschaftet, allerdings wurde das Gebäude im Februar 1943 von der Heeresverwaltung, Gebirgsnachrichtenabteilung 18 Bludenz, beschlagnahmt. Nach Kriegsende wurde die Hütte mehrfach aufgebrochen und das Inventar geplündert.

Der Zweig Vorarlberg des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) betreute die Hütte ab 1946 vorläufig und setzte 1950 einen neuen Hüttenwirt ein. 1958 wurde die Hütte an die Sektion Heilbronn zurückgegeben. Die Kapazität betrug damals 36 Betten und 50 Schlafplätze im Matratzenlager. Bis in die Gegenwart hat die Hütte mehrfach Erweiterungen erfahren, so in den Jahren 1961, 1976, 2003 und 2010/11.[1]

Die Hütte verfügt inzwischen über 114 Schlafplätze und ist in der Regel von Mitte Juni bis Anfang Oktober geöffnet. Außerhalb dieser Saison steht mit der Peter-Käß-Hütte (benannt nach dem Vorsitzenden der Heilbronner Sektion ab 1978) noch ein unbewirtschaftetes Selbstversorgerhaus mit 28 Plätzen zur Verfügung.

Die Hütte wird stark von Radfahrern frequentiert und ist im Sommer sehr stark besucht. Sie ist durch einen Fahrweg erreichbar.

Übergänge zu anderen Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Transalp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heilbronner Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt für Unternehmungen im Sinne einer Transalp-Tour mit dem Mountainbike. Seit 1995 wird die Hütte auf der Joe-Route, seit 2004 auch auf der Albrecht-Route angefahren. Diese alpinen Touren beginnen in Bayern und enden am Gardasee.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hauptausschuss des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (Hrsg.): Die Schutzhütten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Innsbruck 1932, S. 58 und Abb. S. 133 (Neue Heilbronner Hütte) sowie S. 65 und Abb. S. 150 (Alte Heilbronner Hütte).
  • 100 Jahre Sektion Heilbronn im Deutschen Alpenverein, Heilbronn 1991
  • Peter Pindur, Roland Luzian, Andreas Weiskopf: Alpenvereinsführer Verwallgruppe. 10. Auflage. Bergverlag Rother, München 2005, ISBN 3-7633-1251-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heilbronner Hütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gross-Investition in die Neue Heilbronner Hütte. In: GaPa-Zitig, Amtliche Mitteilungen Gaschurn-Partenen, Gemeinde Gaschurn, Juni 2011, Seite 12. (pdf, gaschurn-partenen.at)