Niederehe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Niederehe
Ortsgemeinde Üxheim
Koordinaten: 50° 18′ 43″ N, 6° 45′ 18″ O
Höhe: 413 (410–500) m ü. NHN
Fläche: 8,36 km²
Einwohner: 460
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1968
Postleitzahl: 54579
Vorwahl: 02696
Niederehe (Rheinland-Pfalz)
Niederehe

Lage von Niederehe in Rheinland-Pfalz

Niederehe mit den Weilern und Wohnplätzen Eichenhof, Fohnhof, Marienhof und Wag(e)nerhof[1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Üxheim (Landkreis Vulkaneifel) in Rheinland-Pfalz mit etwa 460 Einwohnern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft befindet sich in der Vulkaneifel nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Der Ort liegt erhöht über dem Tal des Niedereher Bachs, der etwa 1,7 Kilometer Luftlinie weiter östlich in den Ahbach, einen rechten Zufluss der Ahr, mündet. Südlich der Ortschaft und teilweise jenseits der Gemeindegrenze erhebt sich der 570 Meter hohe Hönselberg, der den Mittelpunkt des gleichnamigen Naturschutzgebiets (NSG) bildet.[2]

Üxheim befindet sich gut drei Kilometer nördlich, Daun 14 Kilometer südsüdöstlich und die Stadt Trier etwa 60 Kilometer südlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besiedlung der Umgebung ist seit der Zeit der Kelten und später durch die Römer anhand diverser Funde und Ausgrabungen nachgewiesen. Eine erstmalige Erwähnung von Niederehe als Hiea erfolgt in einem Tauschvertrag des Prümer Klosterabts Ingramnus aus der Zeit zwischen 947 und 971.[3] Das Kloster wurde von 1162 bis 1175 erbaut und 1803 säkularisiert.[3]

Niederehe gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zur reichsunmittelbaren Herrschaft Kerpen, die im Besitz der Herzöge von Arenberg war.[4]

Am 1. Januar 1968 schlossen sich die bis zu diesem Zeitpunkt selbständigen Gemeinden Niederehe (mit seinerzeit 339 Einwohnern), Leudersdorf (527) und Üxheim-Ahütte (508) zur neu gebildeten Gemeinde Üxheim zusammen. Am 1. Februar 1968 kam noch Heyroth (98) hinzu.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straße
Die nächste Autobahn ist die A 1 mit den Auffahrten Nr. 114 „Blankenheim“ im Norden und Nr. 118 „Gerolstein“ im Süden. Nach Fertigstellung des Lückenschlusses der A 1 in der Eifel wird die Autobahn nur wenige Kilometer östlich der Ortschaft verlaufen und sie über die zukünftigen Anschlussstellen „Adenau“ und „Kelberg“ anbinden. Die Bundesstraße 421 verläuft einige Kilometer südwestlich und die B 410 südlich. Es gibt regelmäßige Busverbindungen in die umliegenden Orte.
  • Schiene
In Niederehe befand sich ein Bahnhof an der seit 1973 stillgelegten (oberen) Ahrtalbahn.
An der Eifelbahn gibt es in Lissendorf und Oberbettingen-Hillesheim Regionalbahnhöfe; in Jünkerath und Gerolstein befinden sich die nächstgelegenen Regional-Express-Bahnhöfe und Bonn Hauptbahnhof, Koblenz Hauptbahnhof und Trier Hauptbahnhof sind Fernbahnhöfe mit IC/ICE-Verbindungen.
  • Flugverkehr
Die nächstgelegenen Verkehrslandeplätze sind der Flugplatz Dahlemer Binz und der Flugplatz Bitburg; internationale Flughäfen sind der Flughafen Köln/Bonn und der Flughafen Luxemburg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Kleinere Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen in diversen Branchen sind im Ort ansässig. Eine touristische Infrastruktur ist vorhanden; es gibt Unterkunftsmöglichkeiten in einem Landgasthof mit Gästehaus, einer Pension und mehreren Ferienwohnungen. Nördlich des Ortszentrums entstand in den 1970er-Jahren eine Siedlung mit etwa 30 Wochenendhäusern.[6]

Im Ort gibt es ein Gemeinde- und Vereinshaus, einen Sportplatz, die Freiwillige Feuerwehr und diverse weitere Vereine. Durch den Ort verlaufen etliche Wanderwege, unter anderem auch der Geo-Pfad Hillesheim[7] und der Eifelkrimi-Wanderweg.[8]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Denkmalschutz stehen:

  • Als Einzeldenkmäler sind ausgewiesen in der „Gartenstraße“ 2 ein verputzter Backofenvorbau (wohl von 1868), die ehemalige Schule „Im Auel“ 1, ein 1912–13 errichteter Walmdachbau, die Katholische Pfarrkirche St. Leodegar (ehemalige Klosterkirche, s. o.), ein barockes Schaftkreuz aus Sandstein von 1759, in der aus Bruchstein erbauten Kirchhofsmauer die Reste alter Grabkreuze, in der „Loogher Straße“/Ecke „Im Auel“ ein barocker Kreuzigungsbildstock aus Sandstein aus dem Jahr 1721 sowie das Quereinhaus in der „Stroheicher Straße“ 1: von 1875.
  • In der Gemarkung sind als Baudenkmale aufgeführt ein Wegekreuz (barockes Schaftkreuz) aus Sandstein nördlich der Ortslage an der Straße nach Üxheim aus dem Jahr 1786, ein weiteres aus Basalt bestehendes Wegekreuz (Balkenkreuz) östlich der Ortslage an der Straße nach Heyroth, gegenüber der Zufahrt zum Eichenhof, etwa von 1700 sowie das aus Schiefer erbaute Wegekreuz (Sockelkreuz) westlich der Ortslage an der Straße nach Kerpen von 1841.[9]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Üxheim

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Niederehe befindet sich das etwa 48 Hektar (ha) große NSG Hönselberg mit Wacholderheide, Schiffelheide und Laubwaldbestand, dass u. a. zahlreiche Orchideenarten aufweist.[10][11] Nördlich (und teilweise außerhalb der Gemarkung) liegt das Naturschutzgebiet Ahbachtal mit Bachlauf des Ahbachs, Talgrund und bewaldeten Talhang mit einer Fläche von gut 56 ha und dem Dreimühlen-Wasserfall.[12] Als Naturdenkmale ausgewiesen sind die Linde an der Klosterkirche, ein Wacholderheidegebiet am Niedereher Bachhang sowie ein weiteres nördlich des Ortes.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 73 (PDF; 2,2 MB).
  2. a b LANIS Rheinland-Pfalz
  3. a b Geschichte der Pfarrei Niederehe von Professor Dr. Ferdinand Pauly auf der Homepage des Bistums Trier
  4. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 501.
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 199 (PDF; 2,6 MB). i Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  6. Homepage der Gemeinde Üxheim
  7. geopark-vulkaneifel.de - Pfade Geopark Vulkaneifel
  8. Webseite über den Eifelkrimi-Wanderweg
  9. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.), Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Vulkaneifel, Koblenz 2010, PDF-Datei (1,0 MB), Seite 34
  10. Rechtsverordnung der Bezirksregierung Trier über das Naturschutzgebiet Hönselberg vom 24. November 1983 (PDF)
  11. [1] Homepage des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal e.V.
  12. Rechtsverordnung der Bezirksregierung Trier über das Naturschutzgebiet Ahbachtal vom 9. Mai 1955 (PDF)