Bonn Hauptbahnhof

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Bonn Hauptbahnhof
Bonn Hauptbahnhof.jpg
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise

5

Abkürzung

KB (Bonn Hbf)
KB G (Bonn Gbf)

IBNR 8000044
Kategorie

2

Eröffnung

22. April 1885

Architektonische Daten
Baustil

Neorenaissance

Lage
Stadt/Gemeinde

Bonn

Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ OKoordinaten: 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i11i16i16i18

Bonn Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof in der Bundesstadt Bonn an der linken Rheinstrecke und westlicher Endpunkt der Voreifelbahn. Er gehört zur Bahnhofskategorie 2 und hat IC-, EC- und ICE-Verbindungen. Unter dem Bahnhof der Deutschen Bahn hält die Stadtbahn Bonn. Täglich verkehren im Hauptbahnhof Bonn zirka 70 Fern- und 165 Nahverkehrszüge. Rund 40.000 Reisende nutzen täglich den Bahnhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn Hbf um 1900

Der erste Bahnhof in Bonn wurde im Jahre 1844 im Zuge des Baus der linken Rheinstrecke zwischen Bonn und Köln durch die Bonn-Cölner Eisenbahn eröffnet.[1] Über zehn Jahre später am 21. Januar 1856 wurde die Verlängerung der linken Rheinstrecke in Richtung Süden von Bonn bis zum Bahnhof Rolandseck in Betrieb genommen. Ab 1870 endete die Trajektbahn auf die rechte Rheinseite am Bahnhof Bonn. Mit der Eröffnung der Voreifelbahn nach Euskirchen im Juni 1880 wurde der Bahnhof endgültig zum Knotenpunkt. In den Jahren 1883 bis 1884 wurde ein neues Empfangsgebäude errichtet, das heute unter Denkmalschutz steht.[2]

Der Bahnhof verzeichnete 1949, als Bonn Bundeshauptstadt wurde, einen signifikanten Bedeutungszuwachs. Viele Politiker und Bundesbedienstete reisten mit der Bahn an, anfangs wurden hier auch Staatsgäste empfangen. So reiste am 8. November 1954 der äthiopische Kaiser Haile Selassie als erster Staatsgast der noch jungen Bundesrepublik in seinem Sonderzug nach Bonn und wurde dort an Gleis 1 von Bundespräsident Heuss empfangen.[3]

Nachdem Bonn 1969 durch Eingemeindungen deutlich gewachsen war und nun auch die Bahnhöfe Bad Godesberg, Beuel, Duisdorf, Oberkassel und Mehlem auf Bonner Gebiet lagen, wurde der Bahnhof im Sommer 1971 in Bonn Hauptbahnhof umbenannt.[4]

Bahnhofshalle Bonn Hbf; Blick auf den Service Point

Nordwestlich des Personenbahnhofs bestand als Bahnhofsteil ein heute stillgelegter Güterbahnhof mit kleinem Rangierbahnhof, der zum 12. Dezember 2001 teilweise durch das Eisenbahn-Bundesamt entwidmet[5] und bis heute teilweise zurückgebaut wurde. Die verbliebenen Gleise werden für Überholungen von Güterzügen und als Abstellanlage für wendende Reisezüge und abgestellte Gruppen von Güterwagen genutzt.

Direkt neben dem Hauptbahnhof befand sich bis 1985 der Rheinuferbahnhof der Köln-Bonner Eisenbahnen. Im Zuge des Stadtbahnbaus wurde Anfang der 1970er Jahre die vorhandene Bebauung vor dem Bahnhof abgerissen und neu gestaltet. Die Sanierungdes Bahnhofsvorplatzes wurde in der Bonner Öffentlichkeit sehr bald Gegenstand heftiger Kontroversen und es gab mehrfach Initiativen zu einer Neugestaltung.

Während der Planungsphase der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main wurde in den 1980er und frühen 1990er Jahren eine Führung der Neubaustrecke über den Bonner Hauptbahnhof diskutiert. Vorgesehen war dazu eine Untertunnelung der Stadt. Dieser Tunnel sollte in der nördlichen Peripherie beginnen und in 35 m Tiefe unter dem Straßenniveau Zügen den Halt ermöglichen. Nach Unterquerung von Bundesviertel und Rhein sollte die Trasse das Siebengebirge erreichen und von dort auf der von der damaligen Deutschen Bundesbahn favorisierten Variante 0 über Limburg an der Lahn nach Frankfurt am Main folgen. Die Mehrkosten dieser Variante wurden auf etwa eine halbe Milliarde Euro geschätzt.[6] Darüber hinaus wurde auch eine Führung über den Bahnhof Bonn-Beuel diskutiert. Dabei wäre die Strecke im Logebachtal bei Aegidienberg, nahe der A 3, in einem 14 km langen Tunnel gebaut worden.[6] Heute ist Bonn indirekt über den, ab Bonn Hbf per Stadtbahn (Linie 66) erreichbaren, Bahnhof Siegburg/Bonn an die Schnellfahrstrecke angebunden. Trotz dieser an Bonn vorbeiführenden ICE-Strecke mit dem Bahnhof Siegburg/Bonn ist Bonn Hbf nach wie vor ein wichtiger Fernverkehrshalt.

Im Dezember 2012 wurde auf dem Hausbahnsteig (Gleis 1) in einer abgestellten Tasche ein Sprengsatz gefunden. Der Bahnhof wurde daraufhin gesperrt und der gefährliche Gegenstand entschärft.[7]

Das Gebäude heute von vorne

Im Zuge des Ausbaus und der Aufwertung der Voreifelbahn wurden im zweiten Halbjahr des Jahres 2013 im ehemaligen Bonner Güterbahnhof zwei neue Gleise und sechs neue Weichen verlegt, um die Züge der Voreifelbahn mit den Zügen der linken Rheinstrecke zu entflechten.[8] Nach Vorarbeiten ab Mitte November 2015 wird das Bahnhofsdach voraussichtlich ab Herbst 2016 bei Kosten von 8,7 Millionen Euro saniert und dabei auch ein neues Entwässerungssystem installiert und die Oberleitungen erneuert.[9][10][11][12]

Am 28. November 2015 fuhr ein Thalys-Sonderzug mit rund 100 Mitarbeitern des in der Bundesstadt Bonn angesiedelten Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von Bonn Hauptbahnhof zur UN-Klimakonferenz in Paris.[13]

Bahnbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleise 1 und 2 unter der Halle
Bahnsteighalle mit neuen LED-Zugzielanzeigern

Der Bonner Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof Bonns. Er besitzt fünf Bahnsteiggleise; die Bahnsteige haben eine Höhe von 76 cm. Ihre Länge beträgt an den Gleisen 1 bis 3 über 400 Meter. Die zwei Bahnsteige an den Gleisen 4 und 5 haben eine Länge von 200 Metern beziehungsweise 255 m. Daher wird an diesen Gleisen kein Fernverkehr abgewickelt. Im Normalfall halten an Gleis 1 alle Nah- und Fernverkehrszüge in Richtung Köln. Die einzigen Ausnahmen sind der im Bonner Hauptbahnhof auf Gleis 2 endenden ICE sowie in Bonn endende Umläufe der Mittelrheinbahn aus Köln. Außerdem endet an Gleis 2 die Rhein-Ahr-Bahn. Von Gleis 3 fahren alle Nah- und Fernverkehrszüge in Richtung Koblenz ab, mit Ausnahme der Rhein-Ahr-Bahn, die von Gleis 4 aus über Remagen nach Ahrbrück fährt. An Gleis 5 starten und enden alle Nahverkehrszüge der Voreifelbahn.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es war geplant, dass Züge vom Bonner Hauptbahnhof direkt bis zum Köln/Bonn Flughafen fahren durch die Konstruktion einer neuen Rheinbrücke zwischen Niederkassel und Wesseling/Köln-Godorf. Somit gebe es eine weitere Verbindung der Linken Rheinstrecke und der Rechten Rheinstrecke, sodass der Beueler Bahnhof nicht der einzige Einstiegsort innerhalb Bonns wäre, um den Flughafen zu erreichen. Jedoch beschloss Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei seinem neuen Bundesverkehrswegeplan 2030, dass die Erbauung der Rheinbrücke nicht vorrangig ist. Aus diesem Grund werden die erforderlichen finanziellen Mittel bis 2030 für dieses Projekt nicht zur Verfügung gestellt.[14]

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täglich halten rund 80 Fernzüge am Hauptbahnhof Bonn. Der Bahnhof ist an folgende Fernverkehrslinien angebunden:

Intercity-Express[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf
ICE 10 Berlin – (Wolfsburg) – Hannover – Bielefeld – Hamm (Westf) DortmundBochumDuisburgDüsseldorf – (Köln Messe/Deutz – Köln/Bonn Flughafen)
HagenWuppertalKöln – (BonnKoblenz)
ICE 31 Hamburg-Altona - Hamburg - Münster - Dortmund - Hagen - Wuppertal - Solingen - Köln - Bonn - Koblenz - Frankfurt - Nürnberg -
HagenWuppertalSolingen Mannheim - Karlsruhe – Freiburg – Basel -
ICE 91 Hamburg - Hamburg-Harburg - Bremen - Osnabrück - Münster - Dortmund - Bochum - Essen - Duisburg - Düsseldorf - Köln - BonnKoblenz - Mainz - Frankfurt Flughafen – Frankfurt - Hanau - Würzburg - Nürnberg – Regensburg – Plattling - Passau – Wels - Linz - St. Pölten - Wien Meidling - Wien Hbf – (Wien Flughafen -)
1 Zugpaar (ICE 26) fährt täglich über Solingen - Wuppertal - und Hagen -

Intercity und Eurocity[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Zuglauf Takt
IC/EC 30 Hamburg-Altona – (einzelne Züge Westerland –) Hamburg – Bremen – Münster (Westf) – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart (einzelne Züge Mannheim – Karlsruhe – Freiburg (Breisgau) – Basel – Schweiz) 2-Stunden-Takt
IC/EC 31 (Fehmarn-Burg oder Kiel –) Hamburg – Bremen – Münster (Westf) – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Solingen – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt (Main) – Hanau – Würzburg – Nürnberg – Passau 2-Stunden-Takt
IC/EC 32 ((Seebad Heringsdorf / Ostseebad Binz – )Fr/So: Berlin – Hannover – Bielefeld – Hamm –) / (Münster – Recklinghausen – ) Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Remagen – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart (ein Zugpaar Ulm – Augsburg – München – Salzburg – Klagenfurt, ein Zugpaar Ulm – Lindau – Innsbruck, ein Zug Plochingen – Reutlingen – Tübingen) einzelne Züge
IC 35 (Norddeich Mole) – Emden – Rheine – Münster (Westf) – Recklinghausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Remagen – Koblenz – (Mainz – Mannheim – Stuttgart / – Karlsruhe – Offenburg – Singen (Hohentwiel) – Konstanz) einzelne Züge
IC 55 ((Leipzig – Halle/Saale –) Magdeburg – Braunschweig –) Hannover – Bielefeld – Hamm – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Remagen – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Oberstdorf ein Zugpaar

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn Hbf wird von einer Regional-Express-Linie, mehreren Regionalbahn-Linien und eine S-Bahnlinie:

Linie Zuglauf Takt
RE 5 Rhein-Express:
Emmerich – Praest (seltener Halt, jew. in Lastrichtung) – Millingen (b Rees) (zweistdl.) – Empel-Rees – Haldern (Rheinl) (zweistdl.) – Mehrhoog – Wesel-Feldmark – Wesel – Friedrichsfeld (Niederrhein) (zweistdl.) – Voerde (Niederrhein) – Dinslaken – Oberhausen-Holten (zweistdl.) – Oberhausen-Sterkrade – Oberhausen Hbf – Duisburg Hbf – Düsseldorf Flughafen – Düsseldorf Hbf – Düsseldorf-Benrath – Leverkusen Mitte – Köln-Mülheim – Köln Messe/Deutz – Köln Hbf – Köln Süd – Brühl – Bonn Hbf – Bonn-Bad Godesberg – Oberwinter – Remagen – Sinzig (Rhein) – Bad Breisig – Andernach – Koblenz Stadtmitte – Koblenz Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
MRB 26 MittelrheinBahn:
Köln Messe/Deutz – Köln Hbf – Köln West – Köln Süd – Hürth-Kalscheuren – Brühl – Sechtem – Rolsdorf – Bonn Hbf – Bonn-Bad Godesberg – Bonn-Mehlem – Rolandseck – Oberwinter – Remagen – Sinzig (Rhein) – Bad Breisig – Brohl – Namedy – Andernach – Weißenturm – Urmitz – Koblenz Stadtmitte – Koblenz Hbf
weiter als MRB 32 Koblenz – Bingen – Mainz
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RB 30 Rhein-Ahr-Bahn:
Bonn Hbf – Bonn-Bad Godesberg – Bonn-Mehlem – Rolandseck – Oberwinter – Remagen – Bad Bodendorf – Heimersheim – Bad Neuenahr – Ahrweiler – Ahrweiler Markt – Walporzheim – Dernau – Rech – Mayschoß – Altenahr – Kreuzberg (Ahr) – Ahrbrück
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RB 48 Rhein-Wupper-Bahn:
Wuppertal-Oberbarmen – Wuppertal-Barmen – Wuppertal Hbf – Wuppertal-Vohwinkel – Gruiten – Haan – Solingen Hbf – Leichlingen – Opladen – Leverkusen-Schlebusch – Köln-Mülheim – Köln Messe/Deutz – Köln Hbf – Köln West – Köln Süd – Hürth-Kalscheuren – Brühl – Sechtem – Roisdorf – Bonn Hbf – Bonn-Bad Godesberg – Bonn-Mehlem
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
30 min
S 23 Bonn Hbf – Bonn-Endenich Nord – Bonn Helmholtzstraße – Bonn-Duisdorf – Alfter-Impekoven – Alfter-Witterschlick – Kottenforst – Meckenheim Industriepark – Meckenheim – Rheinbach Römerkanal – Rheinbach (– Odendorf – Kuchenheim – Euskirchen)
Durchbindung einiger Züge als RB 23 bis Bad Münstereifel
15(/30/60) min
HKX Hamburg-Altona – Osnabrück – Münster Hbf – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Bingen – Frankfurt je 1 Zug Fr. und Mo. // Do. und Sa.
(seit Fahrplanjahr 2015/2016)

Stadtbahn – Bonn Hauptbahnhof (tief)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn Hauptbahnhof (tief)
Bonn HauptbahnhofU.jpg
Bahnsteiganlagen der Stadtbahn
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise

4

Eröffnung

1979

Lage
Stadt/Gemeinde

Bonn

Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i11i16i16i18

Unterhalb des Bahnhofsgebäudes befindet sich ein U-Bahnhof der Bonner Stadtbahn. Die viergleisige Station wurde im April 1979 eröffnet – vier Jahre nach dem angeschlossenen Tunnel Richtung Bad Godesberg. Der U-Bahnhof ist als unterirdischer Kreuzungspunkt einer Nord-Süd-Achse mit einer Ost-West-Achse konzipiert und wird täglich von etwa 50.000 Fahrgästen frequentiert. Nach Norden sind zwei Zulaufstrecken (nach Bonn West und zum Stadthaus) vorhanden, nach Süden existieren Anschlüsse für drei Strecken (Richtung Universität/Markt, nach Dottendorf sowie ein bislang ungenutzter für die geplante Hardtbergbahn). Züge in Nord-Süd-Richtung sollten hier Züge in Ost-West-Richtung höhenfrei am selben Bahnsteig kreuzen können. Da von den drei südlichen Anschlüssen derzeit nur einer realisiert ist, wirkt die Anlage gegenwärtig etwas überdimensioniert. Der Tunnelstutzen Richtung Dottendorf wird als Wendeanlage genutzt, der für die Hardtbergbahn zum Abstellen des letzten in Bonn verbliebenen Achtachsers. Die vier Gleise liegen an zwei Mittelbahnsteigen, wobei ursprünglich die Ost-West-Linien (Achse B) an den inneren und die Nord-Süd-Linien (Achse A) an den äußeren Gleisen halten sollten.

Der U-Bahnhof ist nach damaligen Maßstäben futuristisch gestaltet, wobei die Farben silbergrau (Decken und Außenwände) und blau (Boden und Innenwände) dominieren. An den Außenwänden befindet sich die sogenannte Kunstschiene Bonn, die vom Maler Heinz-Joachim Szymczak initiiert sowie durchgeführt und im März 1999 eröffnet wurde.[15][16] Sie umfasst die Logos von Metros aus aller Welt, an den Innenwänden in den 1990er-Jahren angebrachte Symbole der Weltreligionen und Kinderbilder verschiedener Gottheiten. Zudem ist der U-Bahnhof als Schutzbunker für ABC-Notfälle vorgesehen. Er besitzt eine eigene Wasser- und Stromversorgung sowie sanitäre Einrichtungen (Toiletten und Duschen). Jedoch werden nur minimale Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, weshalb diese Zivilschutzeinrichtung derzeit nicht nutzbar ist. Ursprünglich befanden sich nur an den Außengleisen Hochbahnsteige. Da an den Innengleisen auch eine Straßenbahnlinie endete, gab es dort Flachbahnsteige, die für eine spätere Anhebung vorbereitet waren. Nach der Einstellung der Straßenbahnlinie 64 wurden die Innenbahnsteige 1997 an einem Wochenende angehoben. Dabei blieb ein Drittel des Bahnsteigs auf der ursprünglichen Höhe, um dort bei Störungen auch weiterhin Straßenbahnwagen verkehren zu lassen zu können. Dies war möglich, da die Haltestelle über 100 Meter lang ist, die eingesetzten B-Wagen-Doppeltraktionen jedoch nur knapp 60 Meter.

Zwischen der Einweihung des Stadtbahntunnels 1975 und der Fertigstellung der Stadtbahnstation 1979 endeten die Stadtbahnen an einer eingleisigen provisorischen Haltestelle Am Hauptbahnhof, die sich im Gleisvorfeld des heutigen Hauptbahnhofs unter dem ZOB befand. Nach der Aufnahme des Stadtbahn-Vorlaufbetriebes nach Köln (Linie 16) war diese Anlage Grund vieler Verspätungen im Netz. Die zum U-Bahnhof gehörende zweigleisige Wendeanlage, die südlich unter dem ZOB gelegen ist, stellt den tiefsten Punkt der Bonner U-Bahn dar.

Linien
Bonn West Stadtbahn 16
Rheinuferbahn
Universität/Markt
Bonn West Stadtbahn 18
Vorgebirgsbahn
Ende
Bonn West Stadtbahn 63 Universität/Markt
Stadthaus Stadtbahn 66 Universität/Markt
Stadthaus Stadtbahn 67
Zwei Fahrten
Universität/Markt
Bonn West Stadtbahn 68 Universität/Markt

Bundespolizeirevier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Nordende des Bahnhofsgebäudes an Gleis 1 befindet sich in einem Anbau ein die bahnpolizeilichen Aufgaben wahrnehmendes Bundespolizeirevier. Die Beamten sind auch im Bundespolizeirevier in Siegburg präsent. Aufgrund der Renovierungsbedürftigkeit und unzureichenden Ausstattung der Wache gibt es bereits seit 2008 Gespräche zwischen Bundespolizei und der DB Station&Service als Eigentümerin über ihre Instandsetzung und Modernisierung. Nachdem diese zunächst Anfang 2009 begonnen werden sollte, bestehen seit 2012 Pläne für einen Ersatz durch ein neu zu errichtendes „Haus der Sicherheit“, welches das Bundespolizeirevier und die von Stadt Bonn und Landespolizei getragene Einrichtung aufnehmen soll. Sie befindet sich derzeit im Tiefgeschoss der Südüberbauung des Bahnhofsvorplatzes unter dem Namen Gemeinsame Anlaufstelle Bonn-Innenstadt (GABI). Die Realisierung dieses Projekts wurde 2013 grundsätzlich vereinbart, soll aber nach einer auch mit einer Kostensteigerung einhergehenden Verzögerung nunmehr nicht vor 2018 erfolgen.[17][18][19][20][21][22]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Informationen in den
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Multimedia-Inhalte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zwei Gutachten von 1842:
  2. Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 5, Nummer A 986
  3. Vor 35 Jahren starb Kaiser Haile Selassie – Erster Gast der Bonner Republik, domradio.de vom 27. August 2010
  4. Bahnhof. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  5. Bebauungsplan 7622-20 "Güterbahnhof" - Begründung. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  6. a b Ohne Autor: Das Planungsstadium. In: Eisenbahn Journal: Tempo 300 – Die Neubaustrecke Köln–Frankfurt. In: Eisenbahn Journal, Sonderausgabe 3/2002, ISBN 3-89610-095-5, S. 12–17.
  7. (aar/ulz/dpa/Reuters): Bombenalarm. Tasche im Bonner Hauptbahnhof gesprengt. Auf: Spiegel Online vom 10. Dezember 2012. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  8. RB23 weiter nur im Not-Takt. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  9. Sanierung des Bahnhofsdachs erneut verschoben, General-Anzeiger, 24. Juli 2014
  10. Sanierung nun doch ab Herbst, General-Anzeiger, 5. Februar 2015
  11. Gleis 1 am Hauptbahnhof ist gesperrt, General-Anzeiger, 27. Oktober 2015
  12. Vorarbeiten für Modernisierung des Bahnsteigdaches am Hauptbahnhof Bonn beginnen am Samstag, DB Mobility Networks Logistik, 9. November 2015
  13. Auf dem Weg zum Klimagipfel: Sonderzug von Bonn nach Paris. Bundesstadt Bonn, 8. Dezember 2015, abgerufen am 9. Mai 2016.
  14. http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/bruecke-niederkassel-wesseling-100.html
  15. „Kunstschiene Bonn“: Künstlerisches Forum der Weltreligionen. Presseservice der Stadt Bonn, archiviert vom Original am 2. April 2015, abgerufen am 26. Januar 2016.
  16. Heinz-Joachim Szymczak
  17. Bonner Hauptbahnhof: Wegweiser zur Bundespolizei verwirren, General-Anzeiger, 28. Mai 2009
  18. Wenn der Geldhahn zugedreht wird, General-Anzeiger, 26. Juli 2011
  19. Rolf Beu fragt bei der Deutschen Bahn AG zu den Planungen zum „Haus der Sicherheit“ am Bonner Hauptbahnhof nach, Pressemitteilung von Rolf Beu, 20. September 2012
  20. Polizei plant Haus der Sicherheit, General-Anzeiger, 2. März 2013
  21. „Haus der Sicherheit“ ist ein Modellprojekt für Deutschland, Pressemitteilung der Stadt Bonn, 6. März 2013
  22. Bonner „Haus der Sicherheit“ verzögert sich, Express, 9. Juni 2015