Nino Rota

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rota als Kind (1923)

Giovanni „Nino“ Rota (* 3. Dezember 1911 in Mailand; † 10. April 1979 in Rom) war ein italienischer Komponist. Er wurde vor allem für seine insgesamt über 150 Filmmusiken international bekannt, darunter für Filmklassiker von Federico Fellini und Luchino Visconti. Seine Musik für die ersten beiden Teile der Pate-Trilogie von Francis Ford Coppola brachte ihm 1975 den Oscar ein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nino Rota war Sohn eines Pianisten. Er galt in seiner Jugend als musikalisches Wunderkind, da er schon mit acht Jahren zu komponieren anfing. 1923 wurde er ans Konservatorium in Mailand aufgenommen, wo er Unterricht bei Giacomo Orefice und Ildebrando Pizzetti genoss. Anschließend studierte er in Rom bei Alfredo Casella und schloss 1930 am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom den Studiengang Komposition mit dem Diplom ab. In den Jahren 1931 und 1932 besuchte er das Curtis Institute in Philadelphia (Pennsylvania) und studierte dort Komposition und Dirigieren. In dieser Zeit entdeckte er die großen Hollywood-Filme und die Musik George Gershwins für sich. 1937 machte er mit einer Arbeit über Zarlino sein Diplom im Studiengang Lettere an der Universität Mailand. Ab 1939 bekleidete er eine Professur am Konservatorium Niccolò Piccinni in Bari für Harmonielehre, dann für Komposition. 1950 wurde er Direktor des Konservatoriums.

Obwohl sich Rota sein Leben lang als „klassischer Komponist“ verstand, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem als Verfasser von Filmmusik bekannt, insbesondere für Federico Fellini, mit dem er ab 1952 zusammenarbeitete. Fellini verwendete bis zum Tode Rotas 1979 für seine Filme ausschließlich dessen Musik. Außer für Fellini schrieb Rota Filmmusik für so bekannte Regisseure wie Luchino Visconti, Francis Ford Coppola, Lina Wertmüller oder Franco Zeffirelli. Er wurde besonders dafür geschätzt, dass er aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten als Improvisator, seiner geistigen Flexibilität und Fantasie in kürzester Zeit auch ausgefallene Wünsche der Regisseure musikalisch umsetzen konnte. Mit seinem musikalischen Schaffen orientierte sich Nino Rota unter anderem stark an der Circusmusik. Für seine Filmmusik zu Coppolas Der Pate – Teil II wurde er 1975 mit dem Oscar und dem Golden Globe Award ausgezeichnet.

Insgesamt schrieb er etwa 150 Filmmusiken. Weniger bekannt ist er als Komponist von Konzert- und Bühnenmusik. Sein Werk umfasst zehn Opern sowie 23 Ballett- und Bühnenkompositionen, drei Sinfonien, drei Klavierkonzerte, drei Violoncellokonzerte, ein Kontrabasskonzert (Divertimento Concertante, 1973), ein Posaunenkonzert, ein Fagottkonzert, ein Harfenkonzert, Konzert für Streicher, Kammer- und Klaviermusik und Chorwerke.

Nino Rota starb 1979 im Alter von 67 Jahren an einer Koronarthrombose. Aus seiner Beziehung mit der Pianistin Magda Longari hatte er eine Tochter.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Academy Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golden Globe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973: Nominiert für die beste Filmmusik.
  • 1975: Ausgezeichnet für die beste Filmmusik.

Grammy Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973: Ausgezeichnet für Beste Originalmusik für einen Film oder ein Fernsehspecial für Der Pate.

Nastro d’Argento: Beste Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1928: Il Presepio [Die Krippe] (Streichquartett mit Stimme)
  • 1932: „musiche di scena“ Le prime battute di 6 canzoni e un coro per „L’isola disabitata
  • 1934–1935: Sonate für Viola und Klavier
  • 1935: Canzona (Orchesterwerk)
  • 1937–1941: Sinfonia Nr. 2
  • 1950: La notte di un nevrastenico [Die Nacht eines Neurasthenikers] (Oper in einem Akt)
  • 1955: Il cappello di paglia di Firenze [Der Florentiner Strohhut] (Farsa musicale in vier Akten)
  • 1956–1957: Sinfonia Nr. 3
  • 1958–1961: Concerto Festivo
  • 1959: Lo scoiattolo in gamba [Das pfiffige Eichhörnchen] (Oper)
  • 1960: Mariae dicata (Messe)
  • 1961: Messa breve
  • 1962: Messa senza gloria
  • 1962: Mysterium catholicum (Kantate)
  • 1962: Unum panem (Chorwerk)
  • 1963–1965: Aladino e la lampada magica [Aladdin und die Wunderlampe] (Oper)
  • 1965/1969: La visita meravigliosa [Der wundervolle Besuch] (Oper)
  • 1968–1970: La vita di Maria (Oper)
  • 1968–1970: Il Natale degli innocenti (Oratorium)
  • 1970–1971: Roma capomunni (Kantate)
  • 1972: Cellokonzert Nr. 1
  • 1972: Cantico in memoria di Alfredo Casella (Lied)
  • 1976: Le Molière imaginaire (Ballett)
  • 1976: Guardando il Fujiyama (Orchesterwerk)
  • 1977: Napoli milionaria (Oper)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. - la Repubblica.it. In: Archivio - la Repubblica.it. (repubblica.it [abgerufen am 7. März 2018]).