Franco Zeffirelli

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Franco Zeffirelli (2008)

Franco Zeffirelli [ˈfraŋko dzeffiˈrɛlli] KBE (eigentlich Gianfranco Corsi, * 12. Februar 1923 in Florenz) ist ein italienischer Regisseur für Film, Theater und Oper. Er wurde international unter anderem durch aufwendige Operninszenierungen sowie seine preisgekrönten Shakespeare-Verfilmungen bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franco Zeffirelli wurde als uneheliches Kind eines Stoffhändlers und einer Kostümbildnerin geboren. Wie im April 2016 bekannt wurde, ist Zeffirelli weitläufig mit Leonardo da Vinci verwandt. So habe ein Vorfahre Zeffirellis im Jahre 1794 Teresa Alessandra da Vinci geheiratet, eine Nachfahrin von Leonardo da Vincis Schwester.[1] Zeffirellis Mutter starb, als er sechs Jahre alt war, und sein Vater erkannte ihn erst mit 16 Jahren als legitimen Sohn an.[2] Er wuchs im englischsprachigen Umfeld der Scorpioni auf.[3] Zeffirelli besuchte die Accademia di Belle Arti und studierte in den Kriegsjahren Kunst und Architektur an der Universität Florenz. 1946 kam er zu der Theatertruppe von Luchino Visconti, Paolo Stoppa und Rina Morelli. Visconti übte großen Einfluss auf seinen Assistenten Zeffirelli aus, der später auch mit weiteren Regiegrößen wie Vittorio De Sica und Roberto Rossellini arbeitete, ehe er sich selbst einen Namen machen konnte.

Seit den 1950er-Jahren gilt Zeffirelli als bedeutender Bühnenregisseur für Opern, bei denen er ebenfalls für Kostüme und Bühnenbild verantwortlich ist.[4] Er war unter anderem an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, der Metropolitan Opera, der Arena di Verona und der Comédie-Française tätig. Eine gute Freundin von ihm war die Opernsängerin Maria Callas, mit der er mehrfach zusammenarbeitete. Viele seiner Entwürfe für Opernproduktionen sind weltweit bekannt geworden und werden bis heute gespielt. Seine aufwendigen, eher klassisch gestalteten Produktionen erinnern an die Opulenz der römisch-katholischen Kirche und wurde Publikumserfolge, wenngleich sie bei Kritikern nicht unumstritten sind.[5] Einige seiner Opern wurden auch für Kino und Fernsehen abgefilmt: Zusammen mit Gianni Quaranta wurde er 1984 mit dem British Academy Film Award in der Kategorie Bestes Szenenbild für seine Arbeit an der Opernverfilmung La Traviata ausgezeichnet.

Seinen ersten Kinofilm inszenierte Zeffirelli bereits 1958. Als Filmregisseur wurde er gegen Ende der 1960er-Jahre durch zwei Shakespeare-Verfilmungen bekannt: 1967 inszenierte er Der Widerspenstigen Zähmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen, ein Jahr später Romeo und Julia mit Leonard Whiting und Olivia Hussey. Letztere wird nicht selten als gelungenste Verfilmung von Romeo und Julia betrachtet. Für Romeo und Julia erhielt er eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie sowie den David di Donatello und Nastro d’Argento als Bester Regisseur. Große Aufmerksamkeit erweckte Zeffirelli darüber hinaus mit seiner starbesetzten Bibelverfilmung Jesus von Nazareth im Jahre 1977. Sein Ausflug nach Hollywood mit den Filmen Der Champ (1979) und Endlose Liebe (1981) wurde hingegen von der Kritik weitgehend negativ aufgenommen. 1990 inszenierte er Hamlet mit Mel Gibson in der Hauptrolle. Die letzten Langfilme unter Zeffirellis Regie, Tee mit Mussolini (1999) und Callas Forever (2002), waren von autobiografischen Erlebnissen geprägt.

Zeffirelli engagierte sich auch politisch; zwei Legislaturperioden lang saß er zwischen 1994 und 2001 für Silvio Berlusconis Mitte-Rechts-Partei Forza Italia im Senat.[2] Zeffirelli lebt offen homosexuell und ist bekennender Katholik.[2] Auch im hohen Alter ist Zeffirelli als Regisseur tätig.

Zeffirelli wurde 2004 mit dem britischen Verdienstorden Knight Commander of the Order of the British Empire (KBE) ausgezeichnet. Er erhielt ebenfalls den Verdienstorden der Italienischen Republik.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobiographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeffirelli. Autobiographie von Franco Zeffirelli. Piper-Verlag, München 1986, ISBN 3-492-03130-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Familienstammbaum: Historiker wollen lebende Nachkommen von Leonardo da Vinci aufgespürt haben. In: Spiegel Online. Abgerufen am 16. April 2016.
  2. a b c John Hooper: A fighter at the opera. In: theguardian.com. 25. November 2006, abgerufen am 21. August 2017 (englisch).
  3. Interview mit Franco Zeffirelli von 1999
  4. Franco Zeffirelli bei Allmovie
  5. Maestro Still Runs the Show, Grandly, New York Times