Norman Ohler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Norman Ohler (* 4. Februar 1970 in Zweibrücken) ist ein deutscher Autor, der vor allem durch Romane, aber auch durch sein Sachbuch "Der totale Rausch" sowie durch Mitarbeit an Drehbüchern bekannt wurde. Er lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Norman Ohler (2019)

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohler, Sohn des Zweibrücker Richters und Autors Wolfgang Ohler, machte 1988 das U.S. High School Diploma an der Powers Catholic High School in Flint (Michigan), 1990 legte er das deutsche Abitur am Staatlichen Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken ab. 1991/92 besuchte er die Hamburger Journalistenschule und arbeitete für Stern, Spiegel und GEO. Er ist Mitbegründer der Tribes Gallery in New York.

Im Herbst 2004 war Ohler Stadtschreiber in Ramallah, Palästina. Dabei führte er das letzte Interview mit Jassir Arafat kurz vor dessen Tod.[1] Im gleichen Jahr wurde er Stadtschreiber von Jerusalem. Seine Erlebnisse wurden von der Zeit gedruckt und online veröffentlicht; sie können im deutsch-arabischen Literaturforum MIDAD[2] nachgelesen werden. Im Winter 2006 veröffentlichte Ohler vom Iran aus einen Podcast über seine Reise. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 veröffentlichte Ohler den Detektiv-Roman „Die Quotenmaschine“ die Geschichte des stummen Detektivs Maxx Rutenberg aus New York im Internet als Hypertext im World Wide Web. »Die Quotenmaschine« gilt als erster Internet-Roman der Literaturgeschichte.[3] Ohlers zweiter Roman Mitte erschien am 11. September 2001 bei Rowohlt Berlin. Sein Buch „Der totale Rausch“ über die Rolle von Drogen im Dritten Reich wurde in über 30 Sprachen übersetzt[3] und stand auf der New York Times Bestseller-Liste.[4] Der letzte Teil seiner Metropolen-Trilogie ist der in Johannesburg spielende Roman Stadt des Goldes (2002). 2007 arbeitete Ohler als Co-Autor von Wim Wenders am Drehbuch des Spielfilms Palermo Shooting. 2008 lebte er auf Einladung von Dennis Hopper drei Monate in dessen Haus in Venice Beach (Kalifornien) und arbeitete mit Hopper an dessen Vermächtnis und letztem Stoff, einem Drehbuch mit dem Arbeitstitel „Kilo“. 2010 produzierte Ohler mit „natural“ seinen ersten Kurzfilm, bei dem er auch Regie führte. Im September 2015 erschien Norman Ohlers erstes Sachbuch Der totale Rausch – Drogen im Dritten Reich.[5][6] Ohler geht darin der Frage nach, welche Rolle psychoaktive Drogen, wie das Aufputschmittel Pervitin, in der Militärgeschichte des Zweiten Weltkrieges gespielt haben und deutet viele Entscheidungen der militärischen und politischen Führungsriege – allen voran Hitlers –, als Folge von Drogenmissbrauch. Helena Barop, die das Buch für die Zeit rezensierte, warf dem Autor darin eine problematische „Vermischung von sensationshungrigem Hitler-Voyeurismus und wissenschaftlicher Sachbuchpose“ vor.[7] # Auf Deutschlandradio Kultur hielt Christoph Ohrem dagegen: „Insgesamt ist Der totale Rausch ein sehr gut lesbares und wichtiges Buch, das durch seine bildhafte und szenische Ausgestaltung nicht an historischer Akkuratesse verliert.“[8] Eine Rezensentin der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bezeichnete Ohlers Studie als „eines der interessantesten Bücher der letzten Jahre“.[6] Ian Kershaw, ein bekannter Hitler-Forscher, äußerte zu Ohlers Buch: „Sehr gut und äußerst interessant. Eine wichtige wissenschaftliche Studie, die exzellent recherchiert ist.“[9] Matthias Drobinski, der Rezensent der Süddeutschen Zeitung, schrieb 2015, das Buch überzeuge „auch gestandene Wissenschaftler.“[10] Seit 2016 erschien Der totale Rausch – Drogen im Dritten Reich in über 30 Übersetzungen, u. a. in England, USA, Frankreich, Spanien, Italien, Russland, Polen, China und Russland.[11] 2019 erschien Ohlers zweites Sachbuch Harro & Libertas. Eine Geschichte von Liebe und Widerstand über Harro Schulze-Boysen und seine Frau Libertas und ihren Widerstand gegen das NS-Regime.[12]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wohnt in Berlin-Kreuzberg, hat einen Sohn und eine Tochter.[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. hr2 de, Frankfurt Germany: "Der Führer hatte ab 1943 kaum noch einen nüchternen Tag." 25. Mai 2020, abgerufen am 24. August 2020 (deutsch).
  2. Deutsch-arabisches Literaturforum MIDAD: Weblog von Norman Ohler (Memento vom 19. März 2009 im Internet Archive)
  3. a b active value: Die Quotenmaschine. Abgerufen am 24. August 2020.
  4. The New York Times Book Review, „Print Hardcover Bestsellers“, March 26, 2017
  5. Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04733-2.
  6. a b Rezension von Julia Encke: High Hitler. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13. September 2015, S. 39 (online).
  7. Wenn das der Führer wüsste… In: Die Zeit, 3. Dezember 2015. Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  8. Adolf Hitler und die Drogen. In: Deutschlandradio Kultur. 10. September 2015, abgerufen am 29. Januar 2016.
  9. Der totale Rausch. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Rezensionen. Abgerufen am 22. Januar 2016.
  10. Süddeutsche Zeitung, 8. September 2015, S. 3.
  11. High Hitler. Drugs in the Third Reich. Verlag Kiepenheuer & Witsch. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Januar 2016; abgerufen am 22. Januar 2016.
  12. Harro & Libertas bei Kiepenheuer & Witsch
  13. hr2 de, Frankfurt Germany: "Der Führer hatte ab 1943 kaum noch einen nüchternen Tag." 25. Mai 2020, abgerufen am 24. August 2020 (deutsch).
  14. Artikel über Preisverleihung in der Saarbrücker Zeitung, abgerufen am 23. August 2020