Oberamt Nürtingen

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Karte der Oberämter, Stand 1926

Das Oberamt Nürtingen bestand von 1818 bis 1924 als untere Verwaltungseinheit des Schwarzwaldkreises, seit 1924 als oberste Verwaltungseinheit innerhalb des Landes Württemberg (auf beigefügter Karte #39). 1934 wurde es in Kreis Nürtingen umbenannt, 1938 um den größten Teil des Kreises Kirchheim sowie einzelne Gemeinden der Kreise Eßlingen, Urach und Tübingen zum Landkreis Nürtingen erweitert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberamt Nürtingen, Gebietsstand 1813, mit den früheren Herrschafts- und Ämtergrenzen

Bereits seit Anfang des 14. Jahrhunderts war die Stadt Nürtingen Hauptort einer württembergischen Vogtei. Das hieraus entstandene Amt, seit 1758 Oberamt, zählte zu den kleineren Verwaltungsbezirken des Herzogtums. Ihm wurde 1807, im Zuge der Neuordnung der Oberämter, das südlich angrenzende Oberamt Neuffen einverleibt. Gleichzeitig wurde aber das durch den Umbau der Staatswirtschaft durch König Friedrich neu geschaffene Kameralamt (Finanzbehörde) des Oberamtsbezirks Nürtingen in Neuffen angesiedelt.

Ebenfalls altwürttembergisch war Altdorf, das bis 1808 zum Klosteramt Denkendorf gehörte. Unterboihingen, das einzige überwiegend katholische Dorf des Bezirks, und das Gut Hammetweil waren bis 1806 als Besitz der Freiherren Thumb von Neuburg beim Ritterkanton Neckar-Schwarzwald der schwäbischen Reichsritterschaft immatrikuliert.

Nachbarn waren nach der Neugliederung die württembergischen Oberämter Stuttgart, Eßlingen, Kirchheim, Urach und Tübingen.


Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen 1846[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden waren dem Oberamt 1848 unterstellt:

frühere Gemeinde Einwohnerzahl 3. Dezember 1846 heutige Gemeinde
  evangel. kathol.  
Nürtingen 4484 27 Nürtingen
Aich 866 1 Aichtal
Altdorf 499 Altdorf
Altenrieth 437 3 Altenriet
Balzholz 451 Beuren
Beuren 1748 Beuren
Erkenbrechtsweiler 726 6 Erkenbrechtsweiler
Frickenhausen 1328 6 Frickenhausen
Grafenberg 903 11 Grafenberg
Groß-Bettlingen 686 1 Großbettlingen
Grötzingen 1027 3 Aichtal
Hardt 224 2 Nürtingen
Kappishäusern 248 Neuffen
Klein-Bettlingen 253 Bempflingen
Kohlberg 887 6 Kohlberg
Linsenhofen 1227 Frickenhausen
Neckarhausen 1033 1 Nürtingen
Neckar-Tenzlingen 1106 1 Neckartenzlingen
Neckar-Thailfingen 1173 5 Neckartailfingen
Neuenhaus 727 Aichtal
Neuffen 1940 3 Neuffen
Ober-Boihingen 1234 1 Oberboihingen
Ober-Ensingen 823 1 Nürtingen
Raidwangen 385 1 Nürtingen
Reudern 725 Nürtingen
Tischardt 397 Frickenhausen
Unter-Boihingen 17 498 Wendlingen am Neckar
Unter-Ensingen 967 3 Unterensingen
Wolfschlugen 1318 Wolfschlugen
Zitzishausen1 449 Nürtingen
Summe 28347 580  

heutige Schreibweise Zizishausen

Änderungen im Gemeindebestand seit 1813[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinden und Markungen um 1860

1842 kam die Gemeinde Altenriet vom Oberamt Tübingen zum Oberamt Nürtingen. Gleichzeitig wurde Grabenstetten dem Oberamt Urach zugeteilt.

1919 wurde Oberensingen nach Nürtingen eingemeindet.

1938 wurde Balzholz nach Beuren eingemeindet.

Amtsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Friedrich Pauly (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Nürtingen. Unveränd. photomechan. Nachdr. [d. Ausg.] Stuttgart u. Tübingen, Cotta, 1848. Reprint 2009 Schmidt Adalbert Gregor Verlag (Beschreibungen des Königreichs Württemberg nach Oberamtsbezirken Bd. 25). ISBN 978-3-941582-25-5
  • Landkreis Esslingen (Hrsg.): Der Kreis Esslingen. Theiss, Stuttgart 1978, ISBN 3-8062-0171-4, S. 163–175.
  • Wolfram Angerbauer (Red.): Die Amtsvorsteher der Oberämter, Bezirksämter und Landratsämter in Baden-Württemberg 1810 bis 1972. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Kreisarchive beim Landkreistag Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1996, ISBN 3-8062-1213-9, S. 59.
  • Der Landkreis Esslingen - Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i.V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 311

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]