Obergeis

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Koordinaten: 50° 54′ 13″ N, 9° 35′ 58″ O

Obergeis
Gemeinde Neuenstein
Höhe: 274 (261–554,8) m ü. NHN
Fläche: 15,25 km²[1]
Einwohner: 826 (2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36286
Vorwahl: 06677
Blick auf Obergeis
Blick auf Obergeis
Blick auf Gewerbegebiet „Auf dem Koppelstück“ von Obergeis

Obergeis ist ein Ortsteil der Gemeinde Neuenstein im Geistal an der B 324 etwa 10 km von Bad Hersfeld entfernt. Innerhalb der Ortsteilgemarkung liegt der Hof Erzebach, der sich etwa 2,5 Kilometer südwestlich vom Ortskern im Tal des gleichnamigen Fließgewässers befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1142 wurde Obergeis mit der Nennung des Hersfelder Ministerialen „Dietrich von Geisaha“ erstmals erwähnt. Das Dorf selbst wird erstmals als „villula Geisa“ erwähnt und schon 1259 folgt die Nennung als „superior Geissa“. Der Ort wurde Amts- und Gerichtssitz des Amtes Geis, zu dem Ober-, Untergeis, Gittersdorf, Aua und Biedebach gehörten. Obergeis gehörte im Mittelalter zum geistlichen Fürstentum Hersfeld. 1367 gehörte dem Abt die „Bede uz der Geisa“, und 1394 wurde hier ein hersfeldischer Amtmann „Ynn der Geysa“ erwähnt. 1590 gab es Grenzstreitigkeiten mit den Herren von Wallenstein und 1673 mit den Freiherren Riedesel. Das Amt, und damit auch Obergeis, kam erst im Jahr 1648 an Hessen.[3]

Die Kapelle in Geis wurde 1194 vom Abt des Klosters Hersfeld dem Hersfelder Tochterkloster Aua (später Kloster Blankenheim) übergeben. Die jetzige evangelische Pfarrkirche mit spätgotischem Ostturm (Fischblasen-Maßwerk) verweist in das 15. Jahrhundert. Das Taufbecken stammt aus dem 16. Jahrhundert.[3]

Der Dreißigjährige Krieg war für das Dorf verheerend: Im Jahr 1610 gab es 160 Haushaltungen, 1639 nur noch 25.

Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) war Obergeis Hauptort des Kantons Obergeis und Sitz des Friedensgerichts.

Am 1. August 1972 wurde Obergeis im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Gemeinde Neuenstein eingemeindet.[4]

Das Amt Obergeis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Amt Obergeis gehörten 1610 beide Geis (= Ober- und Untergeis), Gittersdorf, Biedebach, Aua und Etzebach (= Erzebach). Laut Landau gehörte auch eine Hälfte von Allmershausen hinzu.[5] Nach dem hessischen Stadt- und Dorfbuch von 1747 zählte auch Ellingshausen damals zum Amt.[1] Ab 1775 war die Burg Neuenstein Sitz des Amtmanns.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Heinrich Hemel.

Bisherige Ortsvorsteher waren (chronologisch): August Spill, Dieter Häckel, Karl-Heinrich Hemel und Stefan Schmidt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell findet am zweiten Juli Wochenende das Brunnenfest des Heimat- und Trachtenvereins am Brunnenplatz mit seinen malerischen Fachwerkfassaden statt. Eine Spezialität ist dabei das „Ewergeeser Dückfett mit Pellkardüffeln“.

Am letzten Wochenende im Oktober beginnt seit über 100 Jahren die Obergeiser Kirmes der Kirmesburschen und -mädchen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch innerhalb der Gemarkungsgrenze von Obergeis befindet sich nördlich vom Ortskern das Firmengelände der Firma General Logistics Systems. Zwischen dieser Firma und dem Ortskern, befindet sich das Gewerbegebiet „Auf dem Koppelstück“[6].

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr erfolgt durch die RKH Bus GmbH mit der Linie 370.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Obergeis, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 16. Dezember 2015)
  2. Daten und Fakten im Internetauftritt der Gemeinde Neuenstein, abgerufen im Februar 2016
  3. a b Dr. Groscurth: Dörfer des Landkreises Hersfeld in „Mein Heimatland“, November 1961 Band 19. (Beilage der Hersfelder Zeitung)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 397.
  5. Landau: Hessengau, S. 149
  6. Gemeinde Neuenstein – Gewerbegebiete