Oberlemp

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Oberlemp
Stadt Aßlar
Koordinaten: 50° 38′ 51″ N, 8° 26′ 20″ O
Höhe: 261 (230–270) m ü. NHN
Fläche: 4,6 km²[1]
Einwohner: 430 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35614
Vorwahl: 06440

Oberlemp ist ein Stadtteil der Kleinstadt Aßlar im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im Lemptal des Gladenbacher Berglands. Im Westen liegt Niederlemp und im Norden Bermoll. Etwa einen Kilometer südlich befindet sich Bechlingen und ca. 3 Kilometer weiter liegt die Kernstadt von Aßlar. Die nächste größere Stadt ist Wetzlar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersterwähnung als Lempha aus dem Jahr 845 im Lorscher Codex teilt sich das Dorf mit dem Nachbarort Niederlemp. Es gehörte zur Grafschaft Solms. Als sich das Adelsgeschlecht zu Beginn des 15. Jahrhunderts in die Linien Solms-Braunfels und Solms-Lich teilte, fiel Oberlemp an Solms-Lich und war fortan dem Amt Hohensolms zugeordnet.

Mit der Neuordnung infolge des Wiener Kongresses wurde das Dorf preußisch und gehörte der Amtsbürgermeisterei zu Aßlar im Landkreis Wetzlar an. Nachdem die Bürgermeistereien im Kreis 1934 aufgelöst wurden, war Oberlemp selbstständig.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Oberlemp am 31. Dezember 1971 mit weiteren Orten auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Aßlar eingegliedert.[3] Im November 1978 erhielt Aßlar das Recht die Bezeichnung Stadt zu führen. Für Oberlemp wurde wie für alle Ortsteile der Stadt ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.[4][5]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Oberlemp lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand: lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

  • vor 1351: Heiliges Römisches Reich, Haus Solms (Gemeinsamer Besitz der Linien Solms-Braunfels, Solms-Burgsolms und Solms-Königsberg)
  • ab 1351: Heiliges Römisches Reich, Grafschaften Solms-Braunfels, Solms-Burgsolms und Landgrafschaft Hessen
  • ab 1415: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms-Braunfels und Landgrafschaft Hessen, Gemeinschaftliches Amt Hohensolms und Königsberg
  • ab 1432: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms-Lich in verschiedenen Teilungskonstellationen und Landgrafschaft Hessen, Gemeinschaftliches Amt Hohensolms und Königsberg
  • ab 1622: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen(-Darmstadt) (4/8), Grafschaften Solms-Hohensolms (3/8) und Solms-Lich (1/8), Gemeinschaftsamt Hohensolms und Königsberg
  • ab 1629: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms-Hohensolms (3/4) und Grafschaft Solms-Lich (1/4), Amt Hohensolms
  • ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms-Hohensolms-Lich, Amt Hohensolms
  • ab 1792: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Hohensolms-Lich, Amt Hohensolms
  • ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Hohensolms
  • ab 1816: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels, Amtsbürgermeisterei Hohensolms
  • ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar, Amtsbürgermeisterei Hohensolms
  • ab 1866: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar, Amtsbürgermeisterei Hohensolms
  • ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar, Amtsbürgermeisterei Hohensolms
  • ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar, Amtsbürgermeisterei Hohensolms
  • ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
  • ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar
  • ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
  • ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
  • ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar
  • am 31. Dezember 1971 wurde Oberlemp als Ortsteil nach Aßlar eingegliedert.
  • ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberlemp: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018
Jahr  Einwohner
1834
  
215
1840
  
240
1846
  
239
1852
  
232
1858
  
239
1864
  
237
1871
  
210
1875
  
223
1885
  
231
1895
  
233
1905
  
237
1910
  
241
1925
  
287
1939
  
299
1946
  
375
1950
  
395
1956
  
361
1961
  
341
1967
  
355
1970
  
402
2014
  
418
2018
  
430
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; nach 1970: Stadt Aßlar[7][2]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1834: 215 evangelische, keine katholischen Einwohner
1961: 314 (= 92,08 %) evangelische und 27 (= 7,92 %) katholische Einwohner
Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Oberlemp, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. August 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerzahlen der Stadt Aßlar, abgerufen im Februar 2019.
  3. K.-H. Gerstenmeier: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen 1977. S. 281. DNB 770396321
  4. Gremien: Ortsbeiräte. In: Bürgerinformationssystem. Stadt Aßlar, abgerufen im Februar 2019.
  5. Hauptsatzung. In: Webauftritt. Stadt Asslar, 2012, abgerufen im Februar 2019.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Einwohnerzahlen der Stadt Aßlar. In: Webauftritt. Stadt Aßlar, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2019.