Oskar Zwintscher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oskar Zwintscher, Foto um 1912
Selbstbildnis

Oskar Zwintscher (* 2. Mai 1870 in Leipzig; † 12. Februar 1916 in Dresden) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwintscher studierte von 1887 bis 1890 an der Leipziger Kunstakademie und Kunstgewerbeschule und war von 1890 bis 1892 Schüler von Leon Pohle und Ferdinand Pauwels an der Kunstakademie Dresden. Nach seinem Studium ließ er sich als freischaffender Künstler in Meißen nieder, wo er einige Jahre auf der Albrechtsburg lebte und durch das „Munkelt'sche Legat“, einem Stipendium der E. Munkelt'schen Stiftung für sächsische Maler, für drei Jahre frei arbeiten konnte. Im Jahr 1898 trat er erstmals mit einer größeren Kollektion seiner Werke an die Öffentlichkeit. Er war 1898 Preisträger beim ersten Preisausschreiben von Ludwig Stollwerck für Entwürfe von Stollwerck-Sammelbildern. An dem Preisausschreiben beteiligten sich viele namhafte Künstler, Preisrichter waren u. a. Emil Doepler d. J., Woldemar Friedrich, Bruno Schmitz und Franz Skarbina.[1]

Porträt Heinrich Vogeler, 1902
Zwintschers Grab

Im Jahr 1898 wurde Zwintschers Sammelbildserie „Jahreszeiten“ veröffentlicht, 1900 folgte die Serie „Das Gewitter“. 1904 war er Preisrichter bei einem Preisausschreiben von Ludwig Stollwerck und Otto Henkell um die Einreichung von Entwürfen „von Illustrationen zum Zweck der Propaganda für ihre Fabrikate Schokolade bzw. Kakao und Champagner.“ Weitere Preisrichter waren dabei Emil Doepler d. J., Woldemar Friedrich, Claus Meyer, Bruno Schmitz, Raffael Schuster-Woldan und Franz Skarbina.[2]

Seit 1903 unterrichtete Zwintscher als Professor an der Kunstakademie Dresden. Zwintscher war auch ein frühes Mitglied des Deutschen Künstlerbunds.[3] Bereits an der ersten DKB-Jahresausstellung, die 1904 im Königlichen Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz in München noch mit Hilfe der Sezessionisten organisiert wurde, nahm er mit einem Ölgemälde in symbolistischem Jugendstil teil.[4]

Oskar Zwintscher starb 1916 in Dresden. Sein Grab befindet sich auf dem Künstlerfriedhof im Dresdner Stadtteil Loschwitz. Die Grabfigur, ein Ephebe mit gesenkter Fackel, stammt von Sascha Schneider.

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwntscher war ein sehr sorgfältiger, geradezu pedantischer Maler und ein prinzipieller Gegner des Impressionismus. Ein Zeitgenosse beschrieb ihn als „einen guten Sachsen und echten Sohn der mitteldeutschen Ebene, aber auch etwas geschäftsfremd und versponnen.“

Seine Bilder stehen ganz in der malerischen Tradition eines Lucas Cranach oder Hans Holbein; sie sind keine subjektiven Momentaufnahmen, sondern eine wirklichkeitsgetreue Aufnahme im Stile der alten Meister. Ludwig Richter, Moritz von Schwind und Arnold Böcklin haben den jungen Künstler beeinflusst. Mit dem Künstler Sascha Schneider verband ihn eine enge Freundschaft.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mädchen mit weißen Astern, 1903
Bildnis einer Dame mit Zigarette, 1904
  • Die schlechte Nachricht (1891)
  • Schwere Stunden (1893)
  • Sehnsucht (1895)
  • Ein Gespenst des Jahrhunderts (1898)
  • Gram (1898)
  • Bildnis Clara Rilke-Westhoff (1902)
  • Bildnis Heinrich Vogeler (1902)
  • Melodie (1903)
  • Pieta (1906)
  • Oberbürgermeister Beutler (1910)
  • Frau Apel (1912)
  • Lenzfreude (1915)
  • Bildnis des Schriftstellers Ottomar Enking
  • Bildnisse seiner Frau – Bildnis in Blumen (1904), Bildnis mit grünschwarzen Kacheln (1906), Gold und Perlmutter (1909), Bildnis im Sommergarten (1910)
  • Bildnisse von anderen Frauen und Kinderbildnisse – Bildnis mit Narzissen, Bildnis mit weißen Astern, Bildnis mit gelben Narzissen, Bildnis mit Georginen, Kinderbildnis mit Stiefmütterchen, Kind mit Rosen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunstgewerbeblatt, 9. Jahrgang 1898, S. #.
  2. Kunstgewerbeblatt, 15. Jahrgang 1904, S. #.
  3. Mitglieder seit 1903 auf den Internetseiten des Deutschen Künstlerbundes, zuletzt abgerufen am 7. Dezember 2017
  4. X. Ausstellung der Münchener Sezession: Der Deutsche Künstlerbund (in Verbindung mit einer Ausstellung erlesener Erzeugnisse der Kunst im Handwerk). (Ausstellungskatalog) Verlagsanstalt F. Bruckmann, München 1904, S. 33, Abb. 51 (Knabe und Lilie).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oskar Zwintscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien