Paolo Vidoz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paolo Vidoz Boxer
Daten
Geburtsname Paolo Vidoz
Kampfname Titanium Jaw
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität ItalienItalien Italienisch
Geburtstag 21. August 1970
Geburtsort Gorizia
Stil Linksauslage
Größe 1,91 m
Kampfstatistik
Kämpfe 39
Siege 28
K.-o.-Siege 15
Niederlagen 11
Profil in der BoxRec-Datenbank

Paolo Vidoz (* 21. August 1970 in Gorizia, Italien) ist ein italienischer Boxer.

Amateur[Bearbeiten]

Vidoz blieb bis zum Alter von 30 Jahren Amateur. 1996 nahm er an der Europameisterschaft in Vejle teil, verlor jedoch wegen einer Disqualifikation im Viertelfinale gegen René Monse, da er nach Rundenende zuschlug. Im selben Jahr nahm er an den Olympischen Spielen in Atlanta teil, unterlag jedoch schon im ersten Kampf vorzeitig dem Kubaner Alexis Rubalcaba.

Im Jahr 1997 belegte er bei der Amateurweltmeisterschaft in Budapest einen dritten Platz, nachdem er im Halbfinale erneut an Rubalcaba gescheitert war. 1998 gewann Vidoz dann mit einem Finalsieg über Rubalcaba die Goodwill Games in New York.

Bei der Weltmeisterschaft 1999 in Houston wurde er erneut Dritter: Es gelang ihm zwar im Viertelfinale ein weiterer Sieg über Rubalcaba, im Halbfinale musste er sich aber dem Kasachen Muchtarchan Dildabekow geschlagen geben.

2000 wurde er in Tampere Vizeeuropameister, er verlor erst im Finale gegen den Russen Alexei Lesin. Außerdem nahm er für Italien an den Olympischen Spielen 2000 teil und sicherte sich dort die Bronzemedaille. Er gewann zunächst gegen Calvin Brock (Abbruchsieg in der vierten Runde beim Stande von 21-5 aufgrund einer Führung von mehr als 15 Punkten) und Samuel Peter (Sieg mit 15-3 Punkten), verlor jedoch im Halbfinale gegen den späteren Goldmedaillengewinner Audley Harrison mit 16-32.

Profikarriere[Bearbeiten]

Der erste Profi-Kampf von Paolo Vidoz fand am 27. Januar 2001 gegen Chris Morris statt. Vidoz gewann mit einem KO in der ersten Runde. Im April 2002 gewann er den vakanten italienischen Meistertitel im Schwergewicht.

Seine erste Niederlage erlitt er überraschend im August 2002 gegen den US-Amerikaner Zuri Lawrence durch eine einstimmige Punktentscheidung. Sein Profivertrag in den USA war damit bereits beendet. Es folgte nach einigen Siegen in Italien gegen weniger nennenswerte Gegner ein Kampf gegen Nikolai Walujew. Vidoz’ Vorbereitungszeit war nur kurz, wodurch sich schon nach wenigen Runden Konditionsmängel bemerkbar machten. Schließlich gewann Walujew relativ überlegen durch technischen KO in der neunten Runde. Vidoz erlitt in dem Kampf einen Kieferbruch, ließ sich daraufhin seinen Kiefer mit Titan verstärken und gab sich danach den Spitznamen „Titanium Jaw“ (Titankiefer).

Am 11. Juni 2005 sprang Vidoz für den Dänen Steffen Nielsen ein, der seinen Europameisterschaftskampf gegen Timo Hoffmann abgesagt hatte. Trotz der erneut kurzen Vorbereitungszeit von weniger als einer Woche konnte Vidoz knapp nach Punkten gewinnen und wurde Europameister. Den Titel verteidigte er anschließend gegen den Briten Michael Sprott und gegen Cengiz Koç.

In der Folge erklärte die EBU, Vidoz müsse als Nächstes eine Pflichtverteidigung seines Titels bestreiten. Die zunächst von der EBU ernannten Pflichtherausforderer Luan Krasniqi, Sinan Şamil Sam und Danny Williams lehnten aber aus verschiedenen Gründen ab, erst Wolodymyr Wirtschis nahm den Kampf an. Der Kampf wurde von Wirtschis’ Boxstall Spotlight Boxing ersteigert, welcher damit das Recht erhielt, den Kampf zu veranstalten. Die Begegnung fand am 15. Juli 2006 in der Color Line Arena als Vorkampf einer UBP-Veranstaltung mit Felix Sturm statt. Vidoz ging nach einem rechten Haken in der sechsten Runde KO und verlor den Europameister-Titel an Wirtschis. Vidoz und Wirtschis bestritten am 19. Mai 2007 einen Rückkampf, den Wirtschis klar nach Punkten gewinnen konnte.

Nach zwei vorzeitigen Siegen boxte Vidoz am 4. Juli 2008 in Ankara um den vakanten Europameistertitel gegen den Türken Sinan Samil Sam. Dieser Fight, den Vidoz über weite Strecken mit seinem Jab beherrschte, wurde zunächst als Unentschieden gewertet. Bereits nach dem Kampf kam es zu tumultartigen Szenen um einen der Punktrichter, der daraufhin aus der Halle flüchten musste. Dieser Punktrichter soll nach dem Ende des Kampfes seine Wertung noch nachträglich zu Ungunsten von Sam geändert haben. Nachdem Sams Boxstall, die Arena Box-Promotion, Protest bei der EBU eingelegt hatte, erklärte diese schließlich knapp zwei Wochen später Sam zum Sieger und neuen Europameister.

Am 19. Dezember gleichen Jahres boxte Vidoz erneut um den vakanten EBU-Gürtel gegen den Briten Matt Skelton. Den Kampf gab Vidoz nach der neunten Runde auf.

Am 3. März 2009 gewann er gegen einen Aufbaugegner in der vierten Runde durch KO. Danach erhielt er am 18. Dezember 2009 erneut die Chance, um den wieder vakanten Europameistertitel der EBU zu boxen. Diesen Fight gegen Albert Sosnowski verlor er einstimmig nach Punkten. Im Jahr 2010 folgten drei weitere Kämpfe, die Vidoz alle nach Punkten verlor, u. a. gegen den ungeschlagenen Kubrat Pulew. 2011 gewann er zwei Aufbaukämpfe, verlor jedoch am Ende des Jahres den Kampf um den italienischen Meistertitel gegen Matteo Modugno, wobei er mit 130 kg sein bisher größtes Wettkampfgewicht auf die Wage brachte. Nach diesem Kampf beendete er seine Karriere.

Sonstiges[Bearbeiten]

Vidoz besitzt zusammen mit seiner Frau einen Bauernhof in seinem Heimatort Gorizia, auf dem er sich auf seine Kämpfe vorbereitet. Seine Frau arbeitet zudem bei jedem seiner Kämpfe als "Cutwoman".

Weblinks[Bearbeiten]