Parys (Korsze)

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Parys
Parys führt kein Wappen
Parys (Polen)
Parys
Parys
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Kętrzyn
Gmina: Korsze
Geographische Lage: 54° 11′ N, 21° 12′ OKoordinaten: 54° 11′ 0″ N, 21° 12′ 0″ O
Einwohner: 180
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NKE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 590: BarcianyKorsze-Biskupiec
Schienenweg: Seit 2000 kein Bahnschluss mehr
Nächster int. Flughafen: Danzig
Kaliningrad



Parys (deutsch Paaris) ist ein Dorf in der Gemeinde Korsze (Korschen) im Powiat Kętrzyński (Rastenburger Kreis) der polnischen Wojewodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 15 Kilometer südlich der Grenze der Woiwodschaft Ermland-Masuren zur russischen Exklave Oblast Kaliningrad. Benachbarte Orte sind im Südwesten Korsze, im Westen Glitajny (Glittehnen) und im Nordosten Pomnik (Pomnick).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Gebäude im Dorf (Aufnahme 2009)

Der genaue Zeitpunkt der Gründung der Ortschaft ist nicht bekannt, er wird auf die Zeit um 1370 datiert.[1] Die Gründung erfolgte nach Kulmer Recht mit einer Fläche von 64 Hufe. Sechs der Hufe wurden dem Dorfschulzen, vier der Kirche zugeteilt. 1817 bestand das Dorf aus 38 Wohngebäuden. Zum 30. April 1874 wurde aus den Landgemeinden Paaris und Seeligenfeld und den Gutsbezirken Adlig Unter Plehnen, Köllmisch Unter Plehnen und Seeligenfeld der Amtsbezirk Nr. 11 gebildet.[2]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Januar 1945 die Rote Armee die Gegend. Im Sommer 1945 wurde Paaris von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen vorläufig unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Paaris die polonisierte Ortsbezeichnung Parys ein. In der Folgezeit wurden die verbliebenen deutschen Einwohner aus Paaris vertrieben und durch zuwandernde Polen ersetzt.

1973 wurde Parys Sitz eines Schulzenamtes, zu welchem die Ortschaft Pomnik[3] gehörte, in der Gmina Korsze. 1937 gab es hier einen Kindergarten, eine vierklassige Schule sowie einen Bibliothekspunkt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.[4]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde zwischen 1370 und 1380 errichtet. Der Westteil wurde bei einer Erweiterung um 1400 angefügt, der 30 Meter hohe Kirchturm vermutlich im 15. Jahrhundert. 1599 erfolgte eine Grunderneuerung der Kirche[5] bei welcher der Ostgiebel durch neue Formen ersetzt wurde. 1706 wurde der Giebel erneut überarbeitet und erhielt seine heutige Form. An der Nordseite der Kirche befindet sich eine Vorhalle und die Sakristei.[1] Die Kirche beherbergt eine Messingglocke aus dem Jahr 1605.[5] Der Altar stammt aus dem Jahr 1703 und wurde von Isaak Riga aus Königsberg gestaltet.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist über die Wojewodschaftsstraße 590 zu erreichen. Diese führt in südwestlicher Richtung nach vier Kilometern durch Korsze (Korschen), um dann in südlicher Richtung nach 15 Kilometern durch Reszel (Rößel) zu führen und schließlich nach 40 Kilometern in Biskupiec (Bischofsburg) in die Landesstraße 57 (droga krajowa 57) zu münden. In westlicher Richtung endet die 590 nach etwa 12 Kilometern in Barciany (Barten).

Etwa einen Kilometer westlich der Stadt verläuft eine eingleisige Bahnstrecke mit einem Haltepunkt. Die Strecke wird nicht mehr für regelmäßigen Personenverkehr, sondern nur noch für touristische Zwecke genutzt.[6] Die nächste Bahnstation mit regelmäßigen Bahnverkehr befindet sich in Korsze. Von dort bietet die PKP Direktverbindungen nach Olsztyn (Allenstein) und Posen an.

Der geographisch nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad (Königsberg), der sich etwa 90 Kilometer nordwestlich in der russischen Exklave Oblast Kaliningrad befindet. Der nächste internationale Flughafen ist der etwa 180 Kilometer westlich gelegene Flughafen Danzig in der polnischen Woiwodschaft Pommern.


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 280–281.
  • Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 214–215 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Parys – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c ostpreussen.net, Parys - Paaris, 1. Mai 2003
  2. territorial.de, Amtsbezirk Paaris, 1. Mai 2008
  3. Kętrzyn: z dziejów miasta i okolic, Olsztyn 1978, S. 300
  4. Für 1817, 1939, 1970: Swat 1978, S. 214-215
    Für 1933 verwaltungsgeschichte.de, Landkreis Rastenburg (poln. Ketrzyn), abgerufen am 17. Aug. 2008
  5. a b Swat 1978, S. 214
  6. frank-engel.de, Polen - Korschen (Korsze), April 1998