Pferdeeppich

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Pferdeeppich
Smyrnium olusatrum1611.JPG

Pferdeeppich (Smyrnium olusatrum)

Systematik
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Smyrnieae
Gattung: Gelbdolden (Smyrnium)
Art: Pferdeeppich
Wissenschaftlicher Name
Smyrnium olusatrum
L.

Der Pferdeeppich, auch Gespenst-Gelbdolde oder Alisander (Smyrnium olusatrum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenstand
Smyrnium olusatrum, Fruchtstand

Der Pferdeeppich wächst als zweijährige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 150 cm, selten bis zu 180 cm. Die Hauptwurzel ist verdickt und reicht 50 bis 60 cm in die Tiefe, dünnere Seitenwurzeln verlaufen knapp unter der Erdoberfläche. Die Laubblätter sind dreifach dreizählig gefiedert, dunkelgrün glänzend und unbehaart. Die Nebenblätter sind zu auffallend großen Blattscheiden erweitert. Die einzelnen Fiederblättchen sind breit und kerbig gesägt.

Die doldigen Blütenstände tragen männliche und zwittrige Blüten in einem Verhältnis von etwa 4:1. Die grünlich-gelb bis gelb gefärbten Blüten haben einen Durchmesser von 1,5 mm. Die kugelige und schwarze Frucht weist einen Durchmesser von 7 bis 8 mm auf.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[1][2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pferdeeppich kommt ursprünglich vor auf den Azoren, in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Spanien, Gibraltar, auf den Balearen, Portugal, Frankreich, Monaco, Italien, Korsika, Sardinien, Sizilien, Malta, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Kreta, in der Ägäis, in Zypern, in der europäischen und asiatischen Türkei, Syrien, Libanon, Jordanien und Israel.[3] In Irland und Großbritannien ist die Art ein Neophyt.[3] Der Pferdeeppich wächst in Gebüschen und Unkrautfluren in Küstennähe. Diese Art stammt wahrscheinlich ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, findet sich aber auch entlang der europäischen Atlantikküste bis Dänemark, sowie auf den Britischen Inseln, wahrscheinlich aufgrund der Nutzung und Verbreitung durch den Menschen. In Deutschland kommt der Pferdeeppich vor in Gesellschaften des Verbands Alliarion.[1]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pferdeeppich wird in Südeuropa, Nordafrika und auf den Kanarischen Inseln als Nutzpflanze angebaut. Die Wurzeln, Blätter und junge Sprosse können als Salat oder Gemüse genutzt werden.[4] Im Mittelalter wurde der Pferdeeppich auch im mitteleuropäischen Raum genutzt, er wird unter anderem im Capitulare de villis vel curtis imperii erwähnt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 705.
  2. Smyrnium olusatrum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. a b Ralf Hand (2011): Apiaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Smyrnium
  4. A. Täufel, W. Ternes, L. Tunger, M. Zobel (Hrsg.) Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005, ISBN 3-89947-165-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Smyrnium olusatrum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien