Zum Inhalt springen

Piazzogna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Piazzogna
Wappen von Piazzogna
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Gambarogno
Gemeinde: Gambarognoi2
Postleitzahl: 6579
Koordinaten: 707126 / 110254Koordinaten: 46° 8′ 7″ N,  49′ 30″ O; CH1903: 707126 / 110254
Höhe: 363 m ü. M.
Fläche: 3,88 km²
Einwohner: 392 (31. Dezember 2009)
Einwohnerdichte: 101 Einw. pro km²
Website: www.gambarogno.ch
Karte
Piazzogna (Schweiz)
Piazzogna (Schweiz)
w{ww
Gemeindestand vor der Fusion am 24. März 2010

Piazzogna, im lombardischen Ortsdialekt Piazzögna [pjaˈtsøɲa],[1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.

Das Dorf liegt 363 m ü. M. am linken Ufer des Langensees auf einer Terrasse des Gambarogno, drei Kilometer südlich der Station Magadino der Bahnstrecke Cadenazzo–Luino der Schweizerischen Bundesbahnen.

Das Dorf wird erstmals 1258 als Plazonia erwähnt. Der Ortsname ist eine verkleinernde Ableitung von lateinisch platea und bedeutet «kleine Ebene», nimmt also auf die topographischen Verhältnisse Bezug.[1]

1542 bis 1546 erscheint der Ort in Schiedssprüchen der Landvögte, in denen es um Alprechte und Alpbesitz anderer Nachbarschaften ging. Als selbständige Gemeinde ist Piazzogna erstmals 1704 bezeugt; zuvor hatte es zur Gemeinde und Pfarrei Vira gehört.

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der neun Gemeinden am Südufer des Lago Maggiore zur Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft. Piazzogna bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[2]

Blasonierung: In Grün ein silbernes Taukreuz mit zwei goldenen Lilien zu den Seiten des Kreuzfusses.

Piazzogna: Einwohnerzahlen von 1799 bis 2009
Jahr  Einwohner
1799
 
178
1808
 
175
1824
 
198
1836
 
206
1850
 
221
1860
 
215
1870
 
208
1880
 
222
1888
 
175
1900
 
152
1910
 
166
1920
 
166
1930
 
152
1941
 
175
1950
 
185
1960
 
168
1970
 
223
1980
 
234
1990
 
288
1991
 
314
1992
 
307
1993
 
322
1994
 
321
1995
 
325
1996
 
335
1997
 
348
1998
 
346
1999
 
363
2000
 
372
2001
 
389
2002
 
392
2003
 
391
2004
 
397
2005
 
382
2006
 
393
2007
 
375
2008
 
395
2009
 
392
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[3][4] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[5]

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Pfarrkirche Sant’Antonio abate[6][7]
  • Oratorium Sankt Bernardino von Siena[6][8]
  • zwei prähistorische Schalensteine.[6]

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Piazzogna – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 703.
  2. Patriziato di Piazzogna (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati
  3. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 3. Juni 2026.
  4. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 3. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  5. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 3. Juni 2026.
  6. 1 2 3 Simona Martinoli u. a: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 156.
  7. Pfarrkirche Sant’Antonio abate (mit Foto)
  8. Oratorium Sankt Bernardino von Siena (mit Foto)