Contone

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Contone
Wappen von Contone
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Gambarogno
Gemeinde: Gambarognoi2
Postleitzahl: 6594
Koordinaten: 714906 / 111885Koordinaten: 46° 8′ 55″ N, 8° 55′ 33″ O; CH1903: 714906 / 111885
Höhe: 206 m ü. M.
Fläche: 2,3 km²
Einwohner: 819 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 356 Einw. pro km²
Website: www.gambarogno.ch
Karte
Contone (Schweiz)
Contone
www
Gemeindestand vor der Fusion am 24. März 2010
Kirche San Giovanni Battista

Contone, im lombardischen Ortsdialekt Cuntugn [kumˈtuŋ],[1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im gleichnamigen Kreis, Bezirk Locarno, im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ländliches Dorf liegt auf einer Höhe von 206 m ü. M. am Südrand der Magadinoebene, zwei Kilometer vom Langensee entfernt. Contone ist umgeben von Kastanienwäldern und Rebbergen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der späteren Gemeinde wird erstmals 1152 als Gondono urkundlich erwähnt. Doch schon um 1104 liess der adlige Langobarde Wido von Samarate eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche errichten oder wiederaufbauen und schenkte sie dem Benediktinerkloster San Giorgio im Ortsteil Quartino. Die Kirche zerfiel später, und Pfarrkirche wurde San Giovanni Battista, die im 16. Jahrhundert wiederaufgebaute Spitalkirche. Der Ursprung und die Lage eines 1219 erwähnten Spitals des Johanniterordens sind umstritten. Es wurde später Kommende des Malteserordens, deren Güter im 16. Jahrhundert an das Spital von Lugano und 1811 an die Familie Antognini von Bellinzona übergingen.

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der Gemeinden am Südufer des Lago Maggiore zur neuen Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1683 1795 1850 1870 1900 1950 1990 2000[2] 2008
Einwohner 71 71 139 336 199 305 430 793 819

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Blau und Rot, überdeckt von einem silbernen (weissen) Malteserkreuz

Das Wappen zeigt die umgekehrten Farben des Kantons, darauf das Malteserkreuz als Hinweis auf die örtliche Kommende (Ordensniederlassung).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche San Giovanni Battista[3]
  • Alte romanische Kirche Sankt Nicola von Bari[3].

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Football Club Contone[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adamo da Contone (* um 1160 in Como; † nach 1205 in Contone), Grundherr in Contone, Giubiasco, im Bleniotal und in der Gegend von Bellinzona[5]
  • Fausto Leoni (* 23. März 1921 in Contone), Maler, Bildhauer[6]
  • Diego Invernizzi (13. Januar 1935; † 30. September 2014), Schriftsetzer, Redaktor[7][8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giuseppe Chiesi, Fernando Zappa: Terre della Carvina. Storia e tradizioni dell’Alto Vedeggio. Armando Dadò, Locarno 1991, S. 54, 210, 225 Note, 232, 259, 269 Note, 303, 398, 399, 406, 460; Streit gegen Rivera. S. 227–228.
  • Virgilio Gilardoni: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Bd. III: L’alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte SKG. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8, S. 24–27.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0.
  • Agostino Robertini, Silvano Toppi, Gian Piero Pedrazzi: Contone. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1974, S. 179–192.
  • Graziano Tarilli: Contone. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2016.
  • Celestino Trezzini: Contone. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2: Cavadini – Daegerlen. Attinger, Neuenburg 1921, S. 618.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Contone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 257.
  2. Graziano Tarilli: Contone. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2016.
  3. a b Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bellinzona 2007, S. 153.
  4. Football Club Contone
  5. Adamo da Contone auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 7. Mai 2017).
  6. Fausto Leoni. In: Sikart, abgerufen 25. Januar 2016.
  7. Diego Invernizzi
  8. Diego Invernizzi gestorben