Magadino

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Magadino
Wappen von Magadino
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Gambarogno
Gemeinde: Gambarognoi2
Postleitzahl: 6573
UN/LOCODE: CH QUA (Quartino)
Koordinaten: 709514 / 111778Koordinaten: 46° 8′ 55″ N, 8° 51′ 22″ O; CH1903: 709514 / 111778
Höhe: 199 m ü. M.
Fläche: 7,3 km²
Einwohner: 1642 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 225 Einw. pro km²
Website: www.gambarogno.ch
Karte
Magadino (Schweiz)
Magadino
www

Magadino, im lombardischen Ortsdialekt Magadign [magaˈdiŋ],[1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im gleichnamigen Kreis, Bezirk Locarno, im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Magadino liegt am Langensee, die Fraktion Quartino östlich davon. In der Nähe Magadinos mündet der Tessin in den See.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magadino findet in spätmittelalterlicher Zeit Erwähnung im Zusammenhang mit Feudalrechten, welche die Bischöfe von Como den Capitanei von Locarno übertrugen. In Quartino bestand im Hoch- und Spätmittelalter ein Benediktiner­priorat, dessen Schutzpatron der heilige Georg war; im 17. Jahrhundert kamen die Klostergüter an das Spital in Locarno. Von einem 1335 erwähnten Turm und einem im 17. Jahrhundert erwähnten Kastell finden sich heute keine Spuren mehr. Magadino löste sich 1846 kirchlich von Vira (Gambarogno).

Gemeindestand vor der Fusion am 24. März 2010

Magadino war ein bedeutender Hafen und eine wichtige Zollstation am Transitweg von der Lombardei zu den Städten nördlich der Alpen. Mit der Einführung des regelmässigen Dampfschiffverkehrs auf dem Langensee (1826) und der Eröffnung der Fahrstrasse über den Gotthardpass (1830) wurde es Postkutschenstation. Der Niedergang des Hafens begann mit der Eröffnung der Bahnlinien nach Locarno (1874) und Luino (1882).

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der neun Gemeinden am Südufer des Lago Maggiore zur Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Ein goldener Anker über Silber und Blau von fünfmal mit Wellenschnitt geteilt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche San Carlo Borromeo

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Festival Internazionale di Musica Organistica di Magadino.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Familie Antognini
    • Benigno Antognini (* 17. November 1837 in Magadino; † 9. Dezember 1902 in Bellinzona), Bürger von Magadino, Tessiner Gross- und Staatsrat.[8]
    • Giovanni Battista Antognini (* 1838 in Magadino; † 1919 im Kanton Basel-Landschaft), Bürger von Magadino, Kaufmann, Bürgermeister von Magadino, Schulinspektor.[9]
    • Secondo-Vittorio Antognini (* 23. August 1877 in Bellinzona; † 30. Dezember 1958 ebenda), Bürger von Magadino, Ingenieur und Nationalrat[10]
    • Fulvio Antognini (* 1. Februar 1926 in Bellinzona; † 20. August 2001 in Lausanne), Bürger von Magadino, Tessiner Grossrat und Bundesrichter.[11]
  • Celestino Balbiani (* 24. September 1880; † 7. Juni 1956 in Mailand), Orgelfabrikant[12]
  • Paul Fotsch (* 1891 in Winterthur; † 1964 in Brienz BE), Künstler, Graphiker, Zeichner, Maler[13]
  • Luigi Favini (* 4. April 1908 in Magadino; † um 1980 in Zürich?), Organist, Blasorchestermeister und Komponist; 1932–1980 Organist der Liebfrauenkirche in Zürich; Mitgründer des Organfestivals von Magadino 1963[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Magadino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 560.
  2. a b c Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 153–154.
  3. Wohnhaus genannt Hostaria di San Carlo (Foto)
  4. Festungen Gambarogno-Magadino auf forti.ch
  5. Forte Olimpo (Foto)
  6. Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 68–69.
  7. Festival Internazionale di Musica Organistica di Magadino
  8. Pablo Crivelli: Antognini, Benigno. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. Giovanni Antognini auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 15. Mai 2017).
  10. Pablo Crivelli: Antognini, Secondo-Vittorio. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  11. Pablo Crivelli: Antognini, Fulvio. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  12. Balbiani (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario (abgerufen am 28. Oktober 2017).
  13. Paul Fotsch auf auf portal.dnb.de (abgerufen am 15. März 2017).
  14. Luigi Favini (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario/ (abgerufen am: 15. November 2017.)