Pischelsdorf in der Steiermark

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Pischelsdorf in der Steiermark (Ehemalige Gemeinde)
Historisches Wappen von Pischelsdorf in der Steiermark
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Pischelsdorf in der Steiermark (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Weiz (WZ), Steiermark
Gerichtsbezirk Weiz
Koordinaten 47° 10′ 26″ N, 15° 48′ 24″ O47.17388888888915.806666666667378Koordinaten: 47° 10′ 26″ N, 15° 48′ 24″ Of1
Höhe 378 m ü. A.
Einwohner d. stat. Einh. 2550 (31. Oktober 2013)
Gebäudestand 803 (2001f1)
Fläche 17,31 km²
Postleitzahl 8212f1f0
Vorwahl +43/3113f1
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 61764
Zählsprengel/ -bezirk Pischelsdorf, Pischelsdorf-Umgebung (61764 000, 001)
Bild
Lage der ehemaligen Gemeinde im Bezirk Weiz
Eigenständige Gemeinde bis 2014;

KG: 68116 Hart, 68138 Pischelsdorf,
68146 Romatschachen, 68147 Schachen
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Pischelsdorf

Pischelsdorf in der Steiermark ist eine Ortschaft in der ehemaligen Marktgemeinde Pischelsdorf in der Steiermark. Bis Ende 2014 bestand diese mit 2550 Einwohnern (Stand: 31. Oktober 2013) in der Steiermark.[1] Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist sie seit 2015 mit den ehemaligen Gemeinden Kulm bei Weiz und Reichendorf zusammengeschlossen und führt den neuen Namen Pischelsdorf am Kulm.[2] Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[3]

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Erreichbarkeit[Bearbeiten]

Pischelsdorf liegt in der südlichen Kulmregion im oststeirischen Hügelland. Durch Pischelsdorf führt die Wechsel Straße B 54, welche entlang der alten Poststraße von Gleisdorf über den Wechsel nach Wiener Neustadt verläuft.

Da Pischelsdorf, das ein kleines regionales Wirtschafts- und Handelszentrum darstellt, verwaltungsmäßig zum Bezirk Weiz gehört, dessen Bezirkshauptstadt sich jedoch auf der Kulm abgewandten Seite befindet, sind seine regionalen Beziehungen (z. B. Krankenhaus, Schulen, Großmärkte) zu den Kleinstädten Hartberg und Gleisdorf stärker.

Der Markt Pischelsdorf, das Zentrum der Marktgemeinde Pischelsdorf am Kulm, liegt an einem nach Süden abfallenden Hügelrücken, welcher von den zwei Bächen Römerbach und Dürr-Feistriz, die südöstlich des Orts zusammenfließen, begrenzt wird. Der auf diesem Südhang von Bürgerhäusern umschlossene Hauptplatz wird auf der schmäleren Nordseite von der großen Kirchenstiege abgeschlossen, welche zur darüber thronenden, den Schutzheiligen Peter und Paul geweihten Kirche führt.

Katastralgemeinden[Bearbeiten]

1909 wurde die Gemeinde Pischelsdorf in die beiden Gemeinden Pischelsdorf und Schachen geteilt. Diese Trennung blieb nicht für lange Zeit, denn am 1. Jänner 1952 wurden die Katastralgemeinden Hart, Romatschachen und Schachen durch Landesgesetz der Marktgemeinde Pischelsdorf einverleibt. Das Gemeindegebiet umfasste folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[4]):

  • Hart (289)
  • Kleinpesendorf (181)
  • Pischelsdorf in der Steiermark (1452)
  • Romatschachen (390)
  • Schachen am Römerbach (204)

Die Gemeinde Pischelsdorf in der Steiermark umfasste bis 2014 eine Fläche von 1.732 ha.

Ab 1945[Bearbeiten]

Pischelsdorf ist größer geworden, die Siedlungen haben sich ausgeweitet. Der Hauptort selber hat die in den 1960er Jahren an den Ortsrand verlegte Wechsel Straße B 54 wieder einverleibt. Am markantesten zeigt sich das durch vier Siedlungshäuser mit insgesamt zirka 50 Wohnungen aus den 1970er und 1980er Jahren und einem Einkaufszentrum, welches in den 1990er Jahren anstelle eines Sägewerks errichtet wurde, auf der ortsabgewandten Straßenseite. Mittlerweile gibt es in Pischelsdorf zirka elf mehrgeschossige Wohnungsbauten, und es werden mehr.

Im letzten Jahrzehnt konnte die Vorgabe des Landes, nämlich die gemeindeeigene Kläranlage aufzugeben und stattdessen an eine unrentable Großkläranlage im Feistritztal anzuschließen, durch massive Aufklärungsarbeit der damals neuen BürgerInnenpartei, verhindert werden. Stattdessen wurden alle damals noch nicht erschlossenen Siedlungen mit Pflanzenkläranlagen ausgestattet.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Pischelsdorfs erfolgte am 1. Oktober 1043, als Heinrich III. einem gewissen Adalram zwei Huben in Ramarsstetin schenkte. Der Name „Ramarsstetin“ wurde lange als „Römerstätte“ gedeutet, während heute davon ausgegangen wird, dass der Name von einem Personennamen abzuleiten sei. Ein Grund für die ältere Annahme stellte auch die vollständige Flurzersplitterung dar, die in der Oststeiermark einzigartig war.

Dieser Besitz ging im 12. Jahrhundert zum Teil an den Erzbischof von Salzburg (aufgrund eines Erbvertrages von 1152), das Stift Göß und die Wildonier. Der Teil, der an den Erzbischof von Salzburg kam, wurde in Bischofsdorf umbenannt, woraus heute Pischelsdorf geworden ist.

Die erste Nennung einer Pfarre Pischelsdorf sowie deren Priester findet man in einer Urkunde aus dem Jahre 1203. 1322 kam der Ort im Tausch gegen andere Güter als Lehen an die Herbersteiner. Die Herbersteiner wollten Pischelsdorf zu einem wirtschaftlichen Zentrum ihrer Besitzungen machen und 1407 wurde der Ort erstmals als Markt genannt. Eine eigene Handwerksordnung hatten nur die Schneider, welche dem Kaiser 1610 zur Bestätigung vorgelegt wurde.

Neuzeit[Bearbeiten]

1532 zerstörten durchziehende osmanische Truppen den Ort, wobei der Großteil der Bevölkerung entweder umkam oder verschleppt wurde. Weitere Katastrophen richteten die Großbrände von 1643 und 1761 an, die jeweils auch die Pfarrmatriken und die Protokollbücher der örtlichen Verwaltung vernichteten. Den erstmaligen Nachweis eines Lehrers in Pischelsdorf findet man in einem Visitationsprotokoll von 1617. Von dort an werden immer wieder Lehrer in Matriken und Urkunden genannt.

Im Zuge der josephinischen Pfarrregulierung wurde Pischelsdorf Sitz eines Dekanates und der jetzige Pfarrumfang festgelegt. Joseph II. bestätigte die beiden Viehmärkte erneut. Die das Ortsbild beherrschende Pfarrkirche entstand 1898 bis 1902 anstelle einer barocken Kirche aus dem 17. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen Gemeinde[Bearbeiten]

Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1939
Einwohner 1.391 1.491 1.536 1.490 1.668 1.566 1.711 1.720
Jahr 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2008 2013
Einwohner 1.763 1.872 2.124 2.214 2.468 2.436 2.513 2.550

Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Volksschule
  • Hauptschule
  • Polytechnische Schule
  • Musikschule (Zweigstelle)

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Pischelsdorf wurde im Jahr 1881 gegründet und feierte im Jahr 2011 ihr 130-jähriges Bestehen. Sie hat einen Mannschaftsstand von 117 Mitgliedern (Stand 12/2014), welche in den vergangenen Jahren 16.000 bis 18.000 ehrenamtliche Jahreseinsatzstunden geleistet haben.

In den Jahren 2000 und 2001 wurde das mittlerweile dritte Feuerwehrhaus an der Wechsel Straße B 54 als Gemeinschaftsprojekt mit der Marktmusikkapelle Pischelsdorf errichtet.

Die Freiwillige Feuerwehr Pischelsdorf verfügt über vier Fahrzeuge (Tanklöschfahrzeug, Rüstlöschfahrzeug, Kleinlöschfahrzeug und Mannschaftstransportfahrzeug) und stellt mit ihrer Ausrüstung neben der Gewährleistung der örtlichen Sicherheit auch eine stützpunktartige Funktion (Schwerpunkt technische Menschenrettung - Verkehrsunfälle) zur Unterstützung für den Feuerwehrabschnitt Pischelsdorf bzw. die umliegenden Feuerwehren dar. Auch können Teile der Feuerwehren im Einsatzfall für den überörtlichen Katastrophenhilfsdienst herangezogen werden.

Der überdurchschnittliche Eigenfinanzierungsgrad wird durch das jährlich zu Christi Himmelfahrt stattfindende „Pischelsdorfer Volksfest“ ermöglicht, welches die Feuerwehr in ihrer Funktion als Kulturträger bereits seit über 42 Jahren ausrichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pischelsdorf am Kulm
K.U.L.M.-Obmann Richard Frankenberger (rechts) im „Kulturstock 3“
  • K.U.L.M.[5] steht für: „Kunst Und Leben M. - Kunst / Politik / Wissenschaft / Wirtschaft“. K.U.L.M. vertritt einen „erweiterten Kunstbegriff“ und versteht sich als Labor und Denkwerkstätte. Kunst wird als Instrument gesehen, über Themenbereiche im Kontext Kunst, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nachzudenken und sie mit künstlerischen Mitteln zu bearbeiten. Schwerpunkt Bildende Kunst, erweiterter Kunstbegriff, Kunst im Kontext Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, Soziale Plastik. K.U.L.M. war mehrmals mit Projekten Kooperationspartner des Festivals Steirischer Herbst. Bei der Kooperation mit dem Festival „KOMM.ST 1.2“[6] realisierte K.U.L.M. im Jahr 2012 10days10artists.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Land Steiermark: Endgültiger Bevölkerungsstand am 31.10.2013 (Excel-Datei, 85 KB; abgerufen am 2. Mai 2015)
  2. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  3. § 3 Abs. 11 Z 3 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 4.
  4. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  5. http://www.kulm.net/
  6. http://www.komm.st/de/das-war-komm-st-1-2/programm-2012
  7. http://www.kulmland-region.at/cms/index.php?xxvzrkvk-nlcs-w7y4-ylo0-r7efoleuqq0b-120720024943

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pischelsdorf in der Steiermark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien