Josef Krainer junior

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Josef Krainer jun. (2011)

Josef Krainer junior (* 26. August 1930 in Graz, Steiermark; † 30. Dezember 2016 ebenda)[1] war ein österreichischer Politiker (ÖVP) und Landeshauptmann der Steiermark. Er wurde in eine politisch aktive Familie geboren. Sein Vater Josef Krainer senior war von 1948 bis 1971 Landeshauptmann der Steiermark.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Krainer war nach Volksschule, Gymnasium und einem Studium der Rechtswissenschaften (Dr. iur.) an der Universität Graz von 1956 bis 1962 Generalsekretär der Katholischen Aktion in der Steiermark. Ein Jahr studierte er auch am Bologna Center der US-amerikanischen Johns Hopkins University in Italien. Er trat in den Steirischen Bauernbund, eine Teilorganisation der ÖVP, ein und wurde 1969 dessen Direktor. 1970 wurde er Abgeordneter zum Nationalrat, zwei Jahre später wurde Krainer zum Landesparteiobmann (Parteivorsitzender) gewählt. Zwischen 1971 und 1980 bekleidete er das Amt eines Landesrats (unter anderem für Land- und Forstwirtschaft).

1980 folgte er Friedrich Niederl als Landeshauptmann der Steiermark nach. Bei der steirischen Landtagswahl 1981 setzte er sich gegen den sozialdemokratischen Kandidaten durch. Krainer gewann 1981 und 1986 die absolute Mehrheit bei Landtagswahlen. Er war bis 1996 Landeshauptmann der Steiermark. Er galt als Verfechter eines eigenständigen Kurses seines Landes und seiner Partei gegenüber der Bundespolitik. Er förderte unter anderem den Ausbau des hochrangigen Verkehrsnetzes in der Steiermark, trat für Umweltschutzprojekte wie etwa die Entschwefelung von Kraftwerken ein und setzte sich für eine weltoffene Steiermark ein – etwa durch die Schaffung des Afro-asiatischen Instituts. Darüber hinaus förderte er den Steirischen Herbst. In seine Amtszeit fiel auch die Krise der verstaatlichten Industrie in der Mur-Mürz-Furche. 1996 trat er, nachdem die ÖVP nur knapp den ersten Platz halten konnte und acht Prozentpunkte verloren hatte, zurück und Waltraud Klasnic wurde seine Nachfolgerin.

Er war Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung AV Austria Innsbruck.

Josef Krainer starb am 30. Dezember 2016 und wurde am Friedhof im Grazer Stadtteil St. Veit bestattet.[2]

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

* ehemalige Gemeinden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Trost: Josef Krainer II. Der letzte Landesfürst. Ibera & Molden Verlag, Wien 1996, ISBN 3-900436-34-7.
  • Hans Werner Scheidl: Die Monarchen der Zweiten Republik. (Landeshauptleute im Porträt). Ueberreuter, Wien 2002, ISBN 3-8000-3847-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Josef Krainer junior – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Krainer ist tot. Kronen-Zeitung, 30. Dezember 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016
  2. Steirischer Alt-Landeshauptmann Krainer zu Grabe getragen auf diepresse.com vom 9. Jänner 2017, abgerufen am 9. Jänner 2017